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„2019 war für uns ein gutes Jahr"

Vor allem dank gestiegener Großhandelspreise und der guten Wasserführung fiel das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern, der Adjusted EBIT, 2019 aus wie geplant. Damit lag es deutlich über dem des Vorjahres. Der Absatz von Ökostrom ist gestiegen, ein Trend, der sich auch 2020 fortsetzt, insbesondere bei Geschäftskunden.

 

„Wir haben operativ ein ordentliches Ergebnis eingefahren und sehen uns mit unserer Basis Ökostrom aus Wasserkraft, Netzgeschäft sowie unseren Angeboten in den Bereichen Wärme, Elektromobilität und Photovoltaik gut für die Zukunft gerüstet“, zeigt sich Energiedienst-Chef Jörg Reichert mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2019 zufrieden.

 

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) lag im vergangenen Jahr mit rund 41 Millionen Euro deutlich über dem des Vorjahres und im Rahmen der Planungen. Vor allem die gute Wasserführung und die gestiegenen Großhandelspreise haben sich bemerkbar gemacht.

 

Einmalige Bewertungseffekte haben den EBIT vor Bereinigungen stark belastet. Im Wesentlichen hat sich die Neueinschätzung der Rückstellung für die Personalvorsorge in Deutschland ausgewirkt. Denn Energiedienst hat bei der deutschen betrieblichen Altersvorsorge das Wahlrecht auf Kapitalbezug beziehungsweise Rente neu geregelt. Die daraus resultierende Erhöhung der Pensionsrückstellung belastete als einmaliger Sondereffekt das Ergebnis und führte zu einem negativen EBIT in Höhe von -4,6 Millionen Euro. Wegen der weiterhin hohen Eigenkapitalquote und des guten Nettofinanzguthabens kann Energiedienst diesen Sondereffekt jedoch gut verkraften.

2019 war für die Energiedienst-Gruppe ein gutes Jahr.

Jörg Reichert, Vorsitzender der Geschäftsleitung

 

Mehr Ökostrom verkauft

Die Energiedienst-Gruppe konnte den Absatz von NaturEnergie, also Ökostrom aus Wasserkraft, in Deutschland und in der Schweiz um jeweils über 4 Prozent steigern. Bei Geschäftskunden in Deutschland wuchs der Absatz von Ökostrom sogar stark, nämlich um 20 Prozent. „Dieser Trend setzt sich auch 2020 fort. Bereits mehrere Industriekunden, die früher bei uns waren, sind zu uns zurückgekommen. Die wachsende Bedeutung von echtem Ökostrom und unsere Klimaneutralität haben sie dazu bewogen“, erklärt Jörg Reichert. „Wir sind mit unserer nachhaltigen Ausrichtung also auf dem richtigen Weg.“

 

Nachhaltige Energielösungen

Bei den Themen Wärme und Photovoltaik kommt die Energiedienst-Gruppe ebenfalls voran. Im Bereich Wärme hat sie im vergangenen Jahr 30 neue Blockheizkraftwerke installiert. Inzwischen betreut sie rund 400 BHKWs und beliefert 13 Wärmenetze. Weitere 5 Wärmenetze werden gerade gebaut oder ausgebaut.

 

Ihr Photovoltaik-Engagement hat die Energiedienst-Gruppe im vergangenen Jahr im Unternehmensbereich Photovoltaik gebündelt. Die Aktivitäten der winsun AG und der TRITEC AG in der Schweiz sowie das PV-Geschäft der Energiedienst AG in Deutschland sind unter einheitlicher Leitung. In diesem Zuge hatte die Energiedienst-Gruppe die winsun AG zu 100 Prozent übernommen. 2019 installierte die Energiedienst-Gruppe Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 10,4 MWp. 337 Anlagen wurden gebaut, 200 weitere sind in Planung. „Wir sind nun mit über 400 verkauften Anlagen der zweitgrößte PV-Anlagenbauer in der Schweiz“, ergänzt Geschäftsleitungsmitglied Michel Schwery. „Ein schöner Erfolg ist darüber hinaus, dass die winsun AG sowohl den Schweizer als auch den europäischen Solarpreis mit der energetischen Sanierung einer Kirche gewonnen hat.“

 

Die Zahlen im Einzelnen

Der Jahresgewinn der Energiedienst-Gruppe lag bei rund 10 Millionen Euro und war 3 Millionen Euro geringer als im Vorjahr. Die Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich unter anderem aufgrund der gestiegenen Großhandelspreise von 896 Millionen Euro auf 942 Millionen Euro. Der Energieabsatz bewegte sich mit 8,6 Milliarden verkauften Kilowattstunden leicht über dem Vorjahresniveau.

 

Die Energiedienst-Gruppe weist weiterhin eine respektable Finanzstabilität aus. Dies spiegelt sich im Eigenkapitalanteil von rund 49 Prozent (Vorjahr: 52 Prozent) wider. Der Free Cashflow liegt im Geschäftsjahr 2019 bei -2 Millionen Euro (Vorjahr: -5 Millionen Euro). Der negative Free Cashflow 2019 ist im Wesentlichen auf Zahlungen von Margin-Calls in Höhe von 15 Millionen Euro zurückzuführen, die im Geschäftsjahr 2020 wieder zurückfließen. Das Nettofinanzguthaben ist mit rund 119 Mio. Euro weiterhin gut.

 

Ausblick auf 2020

„Wir werden unsere angepasste und auf Klimaneutralität sowie Infrastruktur ausgerichtete Unternehmensstrategie in den kommenden Monaten schrittweise umsetzen. Mit unseren drei Säulen – kundennahe Energielösungen, systemrelevante Infrastruktur und erneuerbare Erzeugungs-Infrastruktur – zielen wir auf Wachstum“, sind Jörg Reichert und Michel Schwery überzeugt.

 

Als eines der ersten klimaneutralen Energieversorgungsunternehmen wird die Energiedienst-Gruppe sowohl daran arbeiten, ihre CO2-Emissionen weiter zu verringern, als auch ihre Privat- und Geschäftskunden unterstützen, selbst klimaneutral zu werden. Dabei ist es ein Ziel, den Anteil der Industriekunden, die Ökostrom beziehen, weiter zu erhöhen.

 

In einem sich politisch und regulatorisch weiter verändernden Marktumfeld herrscht intensiver Wettbewerb. „Wir erwarten in diesem Umfeld für 2020 einen EBIT, der mindestens auf dem Niveau des Adjusted EBITs des Jahres 2019 liegt. Voraussetzung ist, dass die Wasserführung durchschnittlich ist und der Kapitalmarkt stabil bleibt“, so Jörg Reichert.


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