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Kraftwerk Mambach: Eine Revision für Millionen Zuschauer

„Helden des Alltags“ sind Tim Schöne und sein Team. Einen Tag lang begleitet sie eine Filmcrew für den TV-Sender DMAX im Kraftwerk Mambach. Erfahren Sie, wie die Kollegen die große Revision filmreif machten.


Es ist Donnerstagmorgen 7.30 Uhr. Tim Schöne sitzt mit seinen Kollegen Markus Stiegeler, Patrick Zimmermann, Harry Grether und Joey Tomac in der Küche und bespricht den heutigen Tag. Mit Eckbank und Maggiflasche auf dem Tisch wirkt der Standort Mambach wie eine Wohnung statt ein Büro. „Markus und Harry sind heute beim Stauwehr und reparieren die Heizung im mittleren Wehrpfeiler. Joey und ich gehen in den Stollen,“ verteilt der Teamleiter Kleinkraftwerke die Aufgaben. Ein ganz normaler Arbeitstag. Nur heute ragt eine Tonangel mit plüschigem Besatz über den Tisch, die Tonmann Nils Rulle hält. Neben der Eckbank kniet Kameramann Felix Hugenschmidt mit einer Kamera auf der Schulter und macht noch eine Nahaufnahme der Darsteller. „Danke, das haben wir“, ist Redakteur Thorsten Bader zufrieden: „Als nächstes filmen wir, wie ihr aus dem Haus geht, in den Bus steigt und vom Hof zum Einsatz fahrt.“

Das volle Programm

Ende August drehte ein Filmteam im Kraftwerk Mambach für den TV-Sender DMAX eine Reportage für die Serie „Deutschland 24/7 – Ohne uns läuft nichts!“. Das Team begleitet einen Tag die Kollegen bei der großen Revision, die alle zwei Jahre stattfindet. Im Juli kontaktierte eine Mitarbeiterin der Produktionsgesellschaft die Energiedienst-Kommunikation auf der Suche nach einer Revision in einem Kraftwerk. Bisher vergeblich. In Mambach wartete das volle Programm: Kraftwerk zwei Wochen auf dem Trockenen, Maschinen komplett zerlegen und Stollen begehen. „Ein Stollen? Vier Kilometer in den Berg gehauen. Klingt interessant“, fand Lisa Maria Preßlmair. Dennoch reiste sie aus München an und überzeugte sich persönlich von den Drehplätzen, Arbeiten und unserem Protagonisten Tim. Der 36-Jährige leitet seit Februar das Team Kleinkraftwerke mit fünf Mitarbeitern. Hatten wir überzeugt? Vier Wochen später steht das Filmteam in der Küche.

Spielt es nochmal

In der nächsten Szene gehen Patrick, Tim und Joey aus dem Haus und steigen in den VW-Bus. Es dauert einige Takes, bis sie tatsächlich darinsitzen. Mal war der Abstand zwischen Vorder- und Hintermann zu groß, mal schaute einer in die Kamera. Schließlich fahren alle Mann zum nächsten Drehplatz: das Stauwehr in Fröhnd-Kastel. Die Hälfte des Flussbetts sieht aus wie ausgedorrt, denn die Kraftwerker hatten bereits vor einigen Tagen das Wasser abgelassen. Jetzt können sie das Wehr auf Schäden prüfen, die Heizung in einem der Wehrpfeiler reparieren, fetten, was Fett braucht, und die Pegelmess-Sonden reinigen und neu kalibrieren.

Bloß nichts Eingefahrenes!

Während das Filmteam mit Tim und Joey am Stauwehr dreht, stehen Patrick, Markus und Harry hinter dem VW-Bus, damit sie nicht im Bild sind. Patrick Zimmermann arbeitet seit anderthalb Jahren bei Energiedienst. Der Autofan aus Zell kennt das Kraftwerk Mambach schon seit seiner Jugend: „Als kleiner Junge bin ich in die Wiese gesprungen und habe mich bis zum Stauwehr treiben lassen“, erinnert er sich. „Ich hätte nicht gedacht, hier mal zu arbeiten“. Ganz unverhofft fand er seinen Traumjob: „Mir gefällt, dass jedes der 14 Kleinkraftwerke anders ist und seine Eigenheiten hat.“ Außerdem schätzt er den Zusammenhalt: „Das Team ist super. Als ich hier angefangen habe, hatte ich bereits nach einer Woche die Privatnummern von allen. Ich kann immer anrufen, wenn etwas ist.“ Sein Kollege Markus Stiegeler gehört fast schon zum Inventar, denn er arbeitet bereits seit 25 Jahren bei Energiedienst. Der ehemalige Kabelmonteur ist gerne unterwegs: „Ständig arbeiten wir an anderen Anlagen. Wir kümmern uns um Störungen mal in Neustadt, mal in Maulburg oder Hottingen.“ „Bloß nichts Eingefahrenes!“, lautet auch die Devise von Harry Grether. Der gelernte Radiotechniker und Elektromeister zählt zu den Neuen im Team. „Wasserkraft war neu für mich. Doch ich lerne gerne dazu“, sagt Harry.

Heiß auf Stollen

Mittlerweile sind die Szenen rund um das Stauwehr im Kasten. Noch verbirgt sich der Höhepunkt des Drehs unter einem gusseisernen Gullideckel. Joey hebt den Deckel hoch, schiebt ihn zur Seite und steigt als erster den Schacht runter. Tim und das Filmteam folgen. Unten im Stollen steht Joey knöcheltief im rauschenden Wasser. Mit der Taschenlampe leuchtet er in den Kanal, den vor 120 Jahren Arbeiter vier Kilometer in den Berg sprengten. Noch heute hat der Stollen seine Ecken und Kanten. Nach wenigen Metern verschwindet der Lichtkegel in der Tiefe des Tunnels. Normalerweise ist der Stollen voll mit Wasser, das vom Stauwehr im Kanal zum Wasserschloss fließt. Hier stürzt es durch ein Rohr zu den Turbinen im Maschinenhaus. Während der Revision ist der Stollen wasserfrei, zumindest fast, damit die Kraftwerkskollegen prüfen können, ob es irgendwo Risse oder Schäden gibt. Tim und Joey laufen los und untersuchen mit ihren Taschenlampen die Felswände. Doch nach wenigen Metern ist Schluss. „Danke, das reicht“, ruft Thorsten und alle Mann gehen wieder nach oben. Da es zwei Stunden dauert, bis ans andere Ende des Stollens zu gehen, fahren alle mit den Autos zum Wasserschloss und die Crew filmt dort die „Ankunft“ von Joey und Tim.

Das Herz pausiert

Die nächste Station ist das Herz des Kraftwerks – das Maschinenhaus. Tim geht hinein. Ein Schraubenschlüssel klappert. Ungewohnte Ruhe, da die beiden Francis-Maschinen stillstehen. Für die Revision hat Daniel Parigger bereits eine Maschine fein säuberlich zerlegt. Mit Spezialwerkzeug ist der Monteur der Firma Troyer aus Sterzing in Südtirol angereist. Das Laufrad hängt am Portalkran und gibt den Blick frei auf die Schaufeln des Leitapparats, der den Wasserzufluss zur Turbine reguliert. Gewissenhaft arbeitet der Techniker seine Listen ab: Er prüft die Einstellung des Leitapparats, kontrolliert die Steuerhydraulik, tauscht Filter und Öle … Während die Kamera läuft, hat Tim seinen Auftritt. „Hallo Daniel, wie kommst Du mit der Arbeit voran?“, erkundigt er sich nach dem Stand der Arbeiten. „Die Turbine ist in gutem Zustand. Das Laufrad habe ich schon saubergemacht. Auch die Wellendichtung sieht gut aus“, antwortet der Monteur.

Ein Traumjob mit viel Verantwortung

Mittlerweile ist es 17 Uhr. Zum Abschluss stellt Redakteur Thorsten Tim noch ein paar Fragen. „Wünschst Du Dir, dass die Menschen ein größeres Bewusstsein für Wasserkraft entwickeln?“ fragt Thorsten. „Wir erzeugen Energie hier in der Region, die absolut sauber ist. Die Kraftwerke funktionieren schon über 100 Jahre. Welche Technik kann das von sich behaupten? Darauf bin ich stolz“, antwortet Tim. Nächste Frage: „Magst Du Deinen Job?“. „Meine Arbeit macht mir viel Spaß. Es ist ein Traumjob – zumindest jetzt. Wer weiß, was kommt“, sagt der Elektromeister und grinst. „Wie groß ist Deine Verantwortung?“, will der Redakteur wissen. „Die ist groß. Fünf Mitarbeiter arbeiten am Wasser, über Wasser und mit Strom. Das ist alles potenziell lebensgefährlich“, erwidert Tim. Nach einer Stunde sind alle Fragen beantwortet und die letzten Bilder im Kasten. Das Filmteam ist zufrieden und fährt vom Hof.

 

Gemeinsam geht es besser

„Das Drehen hat Spaß gemacht, auch wenn das viele Sprechen mittlerweile anstrengt. Und zum Arbeiten sind wir heute kaum gekommen“, fasst der Teamleiter den Tag zusammen. Der Zeitplan drängt, denn im Kraftwerk Atzenbach steht schon die nächste Revision an. Doch Tim ist entspannt: „Ich habe ein gutes Team. Wir machen das schon.“

Sendetermin DMAX-Reportage

Wann DMAX die Reportage über die Revision ausstrahlt, erfahren Sie im Intranet und auf unseren Profilen bei Facebook, Instagram sowie Twitter.


1 Kommentare

  • Daniel am 16.10.2019 um 10:16
    Bin wirklich gespannt auf die Reportage. Da können "Toto und Harry" einpacken.

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