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Power-to-Gas-Anlage in Wyhlen

Erfolg bei bundesweitem Wettbewerb

Mitte Juli trat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vor die Kameras und nannte die 20 Gewinner des Ideenwettbewerbs „Reallabore der Energiewende“. Mit dabei: Energiedienst. Mit dem Projekt Reallabor H2-Wyhlen sollen neuen Möglichkeiten für die Nutzung von Wasserstoff gefunden werden. Inzwischen hat sich das Projektteam für das Vorprojekt formiert. Im Gespräch erklärt Projektleiterin Dagmar Kaiser, wie es nun weitergeht.

PostED express: Mit dem Reallabor H2-Wyhlen sind wir nun einer von 20 stolzen Gewinnern im Ideenwettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums. Was ist seit der Bekanntgabe passiert?
Dagmar Kaiser: Zunächst haben wir das Projektteam aufgestellt. Intern besteht es aus Oliver Maicher aus dem Bereich E - Vertrieb + Energiewirtschaft, Peter Trawitzki aus dem Bereich XPP - Projekte, Herbert Engesser aus dem Bereich AC - Controlling und mir (KE - Engineering Produktion Hochrhein). Noch hinzustoßen wird ein Kollege aus dem Bereich Wärme- und Energielösungen. Darüber hinaus werden wir eng mit dem Forschungs- und Entwicklungsbereich der EnBW zusammenarbeiten. Diese unterstützt uns mit Personal und Konzernressourcen.

Mit unserem Kernprojektpartner, dem ZSW (Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg), haben wir uns ebenfalls schon intensiv ausgetauscht. Wir kennen uns natürlich gut, durch die Zusammenarbeit bei der Wasserstofferzeugungsanlage in Wyhlen.

 

PostED express: Was sind die nächsten Schritte?
Dagmar Kaiser: Nun erarbeiten wir gemeinsam mit den Projektpartnern den Projektantrag, den wir für die Förderung durch das Wirtschaftsministerium brauchen. Als Basis dient die Projektskizze, die wir für den Ideenwettbewerb eingereicht haben. Der Projektantrag beschreibt das Vorgehen innerhalb des Projekts detaillierter und muss Mitte September eingereicht werden. Nach der Einreichung des Antrags heißt es abwarten und hoffen auf einen positiven Bescheid.

 

PostED express: Worum geht es bei dem Reallabor in Wyhlen?
Dagmar Kaiser: Ziel unseres Vorhabens ist es, ein Konzept zu entwickeln und, wenn möglich, umzusetzen, mit dem der Einsatz und die Produktion von grünem Wasserstoff gesamthaft betrachtet wird. Neben der lokalen Einsatzmöglichkeit des Wasserstoffs in der chemischen Industrie, als Gasersatz oder Kraftstoff wird auch die Nutzung der Abwärme untersucht.

Wir möchten den Erzeugungsstandort Wyhlen mit den angrenzenden Wohnquartieren und Industriearealen, sowie regionalen Wasserstoffabnehmern zu einem vernetzten Gebiet für strombasierten Wasserstoff ausbauen. Dabei gehen wir von der bestehenden Infrastruktur aus. Wir wollen herausfinden, ob die bedarfsgerechte Erzeugung, die lokale Verteilung und Nutzung des Wasserstoffs sowie der Prozesswärme mit tragfähigen Geschäftsmodellen wirtschaftlich ist. Nur wenn sich das Konzept rechnet, wird es auch umgesetzt.

PostED express: Klingt spannend, aber auch kompliziert. Wie geht es konkret weiter?
Dagmar Kaiser: Zuerst erstellen wir nun, wie gesagt, den Projektantrag, mit dem wir hoffentlich die Zusage auf eine Förderung erhalten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das klappt. Sobald die Zusage da ist, geht es mit dem eigentlichen Projekt los. Es wird auf fünf Jahre ausgelegt. Im ersten Jahr findet die Planung und Detailanalyse statt. In dieser Zeit werden wir verschiedene Szenarien erarbeiten und bewerten. Wir gehen zunächst von der maximal möglichen räumlichen Ausbaustufe der Anlage aus, also was ist theoretisch auf dem Kraftwerksgelände vom Platz her möglich. Wir nehmen im nächsten Schritt eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsprüfung vor und entscheiden erst dann, ob und wie stark wir den Standort Wyhlen ausbauen. Das erfolgt am Ende des ersten Jahres, sofern sich ein wirtschaftliches Konzept findet. In der darauffolgenden Phase geht es an die Umsetzung und Richtung Betrieb des Reallabors.
 

PostED express: Wie haben Sie sich gefühlt als Sie gehört haben, dass wir zu den Gewinnern des Ideenwettbewerbs gehören.
Dagmar Kaiser: Ich habe mich natürlich sehr gefreut, weil ich über die Power-to-Gas-Anlage schon mit Wasserstoff zu tun habe. Wasserstoff ist ein super Produkt. Die Transformation der Energieversorgung im Stromsektor hin zu Erneuerbaren Energien erfordert Technologien zum Ausgleich der fluktuierenden Einspeisung aus Wind- und Solarenergie. Zudem benötigen die Bereiche Wärme und Mobilität alternative Energiequellen für klimaschonende Wärme und Antriebe. Wasserstoff wird dabei meiner Meinung nach eine wichtige Rolle spielen.

 

 

Und ich finde es ganz klasse, das wir als Unternehmen damit an unsere innovative Geschichte anknüpfen können. Wir kommen von der Wasserkraft und als wir damit vor über 100 Jahren angefangen haben, war das höchst innovativ. Und nun verbinden wir die Technologie, von der wir kommen, wieder mit etwas Innovativem. Darauf können und sollten wir richtig stolz sein.

 

PostED express: Es gibt bei solchen Projekten immer Gegenwind. Wie wollen wir damit umgehen?
Dagmar Kaiser: Uns ist wichtig, alle Beteiligten und Betroffenen schnell und umfassend darüber zu informieren, was wir vorhaben und wann wir was sinnvollerweise umsetzen wollen. Das betrifft sowohl die Öffentlichkeit einschließlich der Anwohner als auch die Mitarbeiter. Wir möchten alle so früh wie möglich einbeziehen.

„Das Reallabor ist auf fünf Jahre ausgelegt. Von den Ergebnissen der Wirtschaftlichkeitsanalysen nach dem ersten Projektjahr hängt ab, ob und was wir umsetzen.“

Dagmar Kaiser, Projekt Engineering

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