Nachhaltigkeitsbericht
Für die Unternehmensgruppe heisst Nachhaltigkeit, mit einem ökologisch und sozial verträglichen Geschäftsmodell langfristig wirtschaftlich erfolgreich und Wegbereiterin einer lebenswerten Gesellschaft zu sein.
Top-ESG-KPIs 38Allgemeine Angaben 39 Grundlagen für die Erstellung 39 Governance 39 Strategie 43 Stakeholderinteressen 44 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen 44Wesentliche Themen Bereich Umwelt 46 Energie und Klimawandel 47 Auswirkungen, Risiken und Chancen 47 Policies 51 Massnahmen 52 Kennzahlen 59 CO₂-Emissionen einer Grossrevision 63Biologische Vielfalt und Ökosysteme 64 Auswirkungen, Risiken und Chancen 64 Policies 65 Massnahmen 65 Kennzahlen 68Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft 69 Auswirkungen, Risiken und Chancen 69 Policies 69 Massnahmen 70 Kennzahlen 71Wesentliche Themen Bereich Soziales 72Eigene Belegschaft 73 Auswirkungen, Risiken und Chancen 73 Policies 74 Massnahmen 74 Kennzahlen 80Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette 84 Auswirkungen, Risiken und Chancen 84 Policies 84 Massnahmen 85
Kennzahlen 86
Betroffene Gemeinschaften 87 Auswirkungen, Risiken und Chancen 87 Policies 87 Massnahmen 87 Kennzahlen 89Verbraucher und Endnutzer 90 Auswirkungen, Risiken und Chancen 90 Massnahmen 91 Kennzahlen 94Wesentliche Themen Bereich Governance 96Unternehmenspolitik 97 Auswirkungen, Risiken und Chancen 97 Massnahmen 98 Kennzahlen 100GRI-Index 101 Allgemeine Angaben 101 Wesentliche Themen 103Referenztabelle zur Klimaberichterstattung 106OR-964-Referenztabelle 107
Top-ESG-KPIs
Kennzahl
Fortschritt 2025
UN-SDG
Verweis
Emissionen
- Der Strommix für Endverbraucher hat sich im Vergleich zum Vorjahr verändert. Wie auch im letzten Jahr liegt er deutlich unter dem bundesdeutschen Strommix von 363 g/kWh.
CO₂-Intensität Strom naturenergie hochrhein AG
S. 62
246 g/kWh
Installierte Leistung EE (PV und Wasserkrat)in D in MW
Installierte Leistung EE (Wasserkraft) in CH in MW
S. 5
Energieerzeugung
- Der PV-Ausbau wird weiterhin vorangetrieben, in Deutschland wie auch durch die tritec AG und die enalpin AG in der Schweiz.
- Durch die Optimierung des Wasseraflusses soll die Produktion an einem Wasserkraftwerk in Rheinfelden gesteigert werden.
PV in CH in MW (inkl. Contracting)
389
241
40
S. 55 f.
Elektromobilität
- Die Fahrzeugflotte mit E-Pkw ist bereits stark elektrifiziert.
- Bei naturenergie netze ist auch zukünftig Potenzial zur weiteren Elektrifizierung der Montagefahrzeuge vorhanden.
Elektrifizierung Pkw-Fahrzeugflotte in %
Elektrifizierung Montagefahrzeuge in %
73
20
S. 67
Landnutzung und Flächenentwicklung
- Das Ziel der Unternehmensgruppe ist es, Eingriffe in die natürlichen Lebensräume zu minimieren und die Biodiversität zu erhalten.
- 2025 wurde die Kennzahl nicht aktualisiert, da die Flächen im Bestand weitestegehend stabil waren.
Nichtversiegelte Flächen im Bestand
53.8 %
Kennzahl
Fortschritt 2025
UN-SDG
Verweis
Weiterbildungen/Personalentwicklung
- Mitarbeitende werden beim Aufbau digitaler Kompetenzen unterstützt.
- Die Unternehmensgruppe unterstützt die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
- Ein hoher PEI zeugt von hoher Zufriedenheit der Mitarbeitenden mit der Arbeitssituation. Wie im Vorjahr wurde ein hoher Wert erreicht,
Anteil Mitarbeitende mit Entwicklungsgespräch
S. 76
90 %
People Engagement Index (PEI)
82
Mit Ökostrom versorgte Geschäftskunden
S. 92
Kunde und Gesellschaft
- Seit über 100 Jahren werden Kundinnen und Kunden mit Ökostrom aus erneuerbaren Energien beliefert. 2026 werden aufgrund längerfristiger Verträge noch ein paar kWh als Graustrom geliefert.
- Ein hoher Verkabelungsgrad erhöht die Netzstabilität und reduziert witterungsbedingte Ausfälle.
- Hohe Investitionen in das Segment Erneuerbare Erzeugungsinfrastruktur (EErzI) unterstreichen den Beitrag der Unternehmensgruppe zur Energiewende (Vorjahr: 19 Mio. €).
- Südbadische Kommunen können sich im Rahmen von «naturenergie vernetzt» an unserem Netzgeschäft beteiligen und die Energiewende mitgestalten.
99 %
Mit Ökostrom versorgte Privathaushalte
S. 53
100 %
Verkabelungsgrad (naturenergie netze GmbH)
S. 94 f.
72.6 %
Regional
realisierte Projekte
Mitglieder «naturenergie vernetzt»
Investitionen in EErzI in Mio. € (brutto)
S. 89
S. 44
S. 28
176
35
41
Kennzahl
Fortschritt 2025
UN-SDG
Verweis
Compliance
- Durch Schulungen werden neue Mitarbeitende frühzeitig für Compliance-Themen sensibilisiert und befähigt, diese zuverlässig in ihrem Arbeitsalltag umzusetzen.
- Die Teilnahme an Compliance-Schulungen ist in regelmässigen Abständen für alle Mitarbeitenden verpflichtend. Zuletzt wurde zu Antikorruption geschult.
Teilnahmequote Compliance-Schulung neue Mitarbeitende
S. 76, S. 98
95 %
Teilnahmequote Antikorruptionsschulung
98 %
Allgemeine Angaben
Die Unternehmensgruppe steht für nachhaltige Stromprodukte auf Basis erneuerbarer Energieerzeugung sowie für einfache und ganzheitliche Energielösungen. Sie ist bestrebt, ökologisch und sozial verträglich zu wirtschaften und für ihre Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden, Aktionärinnen und Aktionäre, Geschäftspartner und die Region langfristig Werte zu schaffen. Produkte und Dienstleistungen helfen Kundinnen und Kunden dabei, sich energieeffizienter, klimafreundlicher und nachhaltiger auszurichten.
Grundlagen für die Erstellung
Für Kontinuität und Vergleichbarkeit orientiert sich das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren an den Vorgaben der GRI-Standards (GRI-Index siehe S. 101–105). Der vorliegende Bericht wurde zudem nach den gesetzlichen Anforderungen in der Schweiz an die Berichterstattung über nichtfinanzielle Belange erstellt (Art. 964a–c OR). Da der Bericht nach den für die Unternehmensgruppe wesentlichen Themen (siehe S. 45) strukturiert ist, stellt eine Referenztabelle (siehe S. 107) den Bezug zu den gesetzlichen Belangen her. Seit 2024 wird ebenfalls eine Berichterstattung zu Klimabelangen durchgeführt, siehe hierzu die Referenztabelle zur Klimaberichterstattung auf S. 106. Falls nicht anders vermerkt, bezieht sich die Berichterstattung auf alle konsolidierten Entitäten.
Im Rahmen der Klima-Berichterstattung wird zwischen drei Zeithorizonten unterschieden. Die Unternehmensgruppe definiert den kurzfristigen Zeithorizont von 2025 bis 2027, der mittelfristige Zeithorizont ist bis 2030 datiert und der langfristige Zeithorizont bis 2050.
Governance
Im Geschäftsalltag orientiert sich die naturenergie Gruppe an den Werten Transparenz und Verantwortung als Leitgedanken für eine nachhaltige Wertschöpfung. Sie sind in den Corporate-Governance-Grundsätzen verankert. Generell werden die Kriterien für eine gute Corporate Governance durch gesetzliche Vorgaben sowie durch anerkannte nationale und internationale Verhaltensregeln festgelegt. Dazu gehören in der Schweiz vor allem die unmittelbar einschlägigen Vorschriften des Obligationenrechts, der Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance und die Richtlinie der SIX Swiss Exchange betreffend Informationen zur Corporate Governance. Wesentliche interne Richtlinien zur Sicherstellung und zur Umsetzung der ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung sind im Verhaltenskodex und in den Unternehmensleitlinien, die in der Unternehmenskultur fest verankert sind, formuliert.
ESG-Governance
Verwaltungsrat
In der Schweiz spielen die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane eine zentrale Rolle in der Unternehmenspolitik. Der Verwaltungsrat ist für die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die langfristige Planung verantwortlich. Er legt die Unternehmenspolitik fest und überwacht deren Umsetzung. Zu den Aufgaben des Verwaltungsrats gehört auch die Ernennung und Überwachung der Geschäftsleitung. Der Verwaltungsrat nimmt die Oberleitung und die Oberaufsicht über das Unternehmen bzw. den Konzern gemäss Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance wahr. Er konkretisiert im Rahmen seiner Aufgaben das nachhaltige Unternehmensinteresse. Er berücksichtigt bei seinen Entscheiden neben den Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre auch diejenigen der Mitarbeitenden, Geschäftspartner und Kundinnen und Kunden sowie der Gesellschaft und der Umwelt. Er folgt dabei allfälligen Vorgaben der Statuten.
Der Verwaltungsrat strebt eine dem Unternehmen angemessene Vielfalt an Kompetenzen und Erfahrungen seiner Mitglieder an. Die Mitglieder sollen über die erforderlichen Fähigkeiten und Eigenschaften verfügen, damit der Verwaltungsrat seine Leitungs- und Aufsichtsaufgaben kompetent wahrnehmen kann, unterschiedliche Sichtweisen in die Entscheidungsfindung einfliessen und eine unabhängige Meinungs- und Willensbildung im kritischen Gedankenaustausch gewährleistet ist.
Dem Verwaltungsrat obliegt die oberste Leitung der Gesellschaft und die Überwachung der Geschäftsführung. Diese Aufgabe umfasst implizit auch sämtliche Nachhaltigkeitsaspekte und seit dem Geschäftsjahr 2023 zusätzlich explizit die Berichterstattung über die Erfüllung der Sorgfaltspflichten zu Kinderarbeit und Konfliktmineralien (Art. 964j–l OR). Dabei ist der Verwaltungsrat nebst der Prüfung und Freigabe der Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie sowie des Klima-Transitionsplans verantwortlich für die jährliche Prüfung und Freigabe des Berichts über nichtfinanzielle Belange (Art. 964c OR) inklusive der Klimaberichterstattung.
Der Verwaltungsrat wird jährlich über den Fortschritt von Nachhaltigkeitsinitiativen in den Verwaltungsratssitzungen informiert. Im Berichtsjahr wurde der Verwaltungsrat über den aktuellen Stand des Transitionsplans informiert und hat diesen als integrierten Bestandteil des nichtfinanziellen Berichts freigegeben. Die Wasserführung des Rheins wird in regelmässigen unterjährigen Berichterstattungszyklen (quartalsweise) an den Verwaltungsrat berichtet. In unregelmässigen Abständen wurden in den vergangenen Jahren auch Sonderanalysen zu den Gletscherentwicklungen oder der Schneeschmelze in der Schweiz durchgeführt, um mögliche Auswirkungen auf die Unternehmensentwicklung abzuschätzen und die Informationen in strategische Unternehmensentscheidungen einfliessen zu lassen.
Der Verwaltungsrat von naturenergie zeichnet sich ferner verantwortlich für:
- die Auswahl oder Festlegung geeigneter Kriterien für die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts unter Berück-sichtigung der geltenden Gesetze und Vorschriften in Bezug auf die Berichterstattung über die Nachhaltigkeitsinformationen;
- die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts in Übereinstimmung mit den Kriterien der Nachhaltigkeitsberichterstattung;
- die Gestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung von internen Kontrollen über Informationen, die für die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts relevant sind.
Die Erarbeitung und Einreichung von Beschlussvorlagen zu den Traktanden der Verwaltungsratssitzungen erfolgen durch die Geschäftsleitung. Ausserdem behandelt der Verwaltungsrat Risikomanagementfragen in seinen Sitzungen. Im Rahmen des allgemeinen Risikomanagements wird der Verwaltungsrat dabei quartalsweise über wesentliche Risiken und Chancen informiert. Für weitergehende Informationen zum Risikomanagement siehe S. 117.
Geschäftsleitung
Die Geschäftsführung hat der Verwaltungsrat an die Geschäftsleitung delegiert. Die Geschäftsleitung nimmt die operativen Aufgaben wahr und vertritt die naturenergie holding AG nach aussen. Zudem ist die Geschäftsleitung für die Umsetzung der Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie (inklusive der Ausarbeitung eines Transitionsplans und der Klimazielsetzung) zuständig. Weitere Informationen über die Zusammensetzung der Geschäftsleitung finden sich ebenfalls im Corporate Governance Bericht (siehe. Seite 108).
Die Steuerung von Corporate Governance sowie Energie-, Umwelt-, und Nachhaltigkeitsmanagement erfolgt über den Bereich Managementsysteme. Dieser informiert die Geschäftsleitung regelmässig über relevante Nachhaltigkeitsthemen und -massnahmen, insbesondere rund um Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement sowie Corporate Governance.
Neben dem Umweltmanagement gibt es seit 2021 auch ein Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen. Umwelt-, Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement sind eng verzahnt. Seit 2023 ist ein unternehmensweites Nachhaltigkeitsteam aktiv. Es besteht aus der Verantwortlichen Nachhaltigkeit auf Gruppenebene und den Beauftragten Nachhaltigkeit jedes Bereichs sowie jeder Tochtergesellschaft. Die Zusammenarbeit wurde 2025 unter anderem durch die Durchführung eines gesellschaftsübergreifenden Workshops in Präsenz gestärkt. Ziel dieses Workshops war die Förderung der Zusammenarbeit sowie die gemeinsame Bearbeitung aktueller Themen im Kontext der Berichterstattung.
Die beiden Bereiche Umweltmanagement und Nachhaltigkeitsmanagement erarbeiten geeignete Strategien und Massnahmen auf Gruppenebene zusammen mit Nachhaltigkeits- und Umweltbeauftragten, implementieren geeignete Umweltkennzahlen und monitoren die geplanten Massnahmen für die Bereiche sowie für die gesamte Gruppe. Die Ergebnisse werden regelmässig in die Geschäftsleitung getragen. Das gruppenweite Team ist verantwortlich für das Monitoring der Massnahmen sowie für die Entwicklung und Implementierung geeigneter Kennzahlen für die Bereiche und den Gesamtkonzern. Auch die Umweltkennzahlen fallen in Abstimmung mit der Umweltmanagerin in den Aufgabenbereich des Teams.
Die Umsetzung der Massnahmen wird von den Bereichsleitenden koordiniert und von den Geschäftsführenden auf Gesellschaftsebene verantwortet. Umgesetzt werden die Massnahmen zur Zielerreichung von den Nachhaltigkeits- und Umweltbeauftragten oder von für die Umsetzung einer spezifischen Massnahme beauftragten Mitarbeitenden. Der Nachhaltigkeitsaspekt wird in die Projektmanagementstrukturen integriert. Das bedeutet, dass der Einfluss der Projekte auf wesentliche Nachhaltigkeitskennzahlen betrachtet und bei der Gesamtbewertung der Wirtschaftlichkeit des Projekts mitberücksichtigt wird. Entsprechende Projekte werden regelmässig dem Steering-Team, das sich aus Geschäftsleitungsmitgliedern und (Fach-)Bereichsleitenden zusammensetzt, berichtet.
Das integrierte Risikomanagement wird vom Leiter Managementsysteme verantwortet. Mindestens quartalsweise werden die wesentlichen Risiken und Chancen an die Geschäftsleitung sowie an den Prüfungsausschuss berichtet. Bei bestandsgefährdenden Entwicklungen wird eine ausserordentliche Ad-hoc-Berichterstattung an die Geschäftsleitung veranlasst, die ihrerseits den Verwaltungsrat in Kenntnis setzt. Weitere Details zum Risikomanagementprozess sind im Risikobericht auf S. 33 erklärt.
Sorgfaltsprüfung
Auch im Berichtsjahr 2025 hat die Unternehmensgruppe die Sorgfalts- und Transparenzpflichten in der Lieferkette bezüglich Mineralien und Metallen aus Konfliktgebieten und Kinderarbeit im Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2025 erfüllt. Der Verwaltungsrat wurde am 5. Dezember 2025 in Form eines Memorandums über das Ergebnis der Prüfung der Erfüllung gesetzlicher Sorgfalts- und Transparenzpflichten bezüglich Mineralien und Metallen aus Konfliktgebieten und Kinderarbeit informiert. Die Beteiligungen tritec AG, naturenergie systeme GmbH, enalpin AG (inklusive Tochtergesellschaften), Energieversorgung Südbaar GmbH & Co. KG) und der für die naturenergie holding AG (naturenergie hochrhein AG und naturenergie netze GmbH) zuständige Einkauf haben eine allfällige Betroffenheit hinsichtlich der gesetzlichen Sorgfaltspflichten geprüft. Das im Memorandum festgehaltene Ergebnis der Prüfung lautet, dass die Unternehmensgruppe in der Schweiz keine zinn-, tantal-, wolfram- oder goldhaltigen Mineralien oder Metalle in den zollrechtlich freien Verkehr überführt oder verarbeitet. Zudem ist die Unternehmensgruppe von den Melde- und Sorgfaltspflichten gemäss Art. 5 Abs. 2 der Verordnung über Sorgfaltspflichten und Transparenz bezüglich Mineralien und Metallen aus Konfliktgebieten und Kinderarbeit (VSoTr) befreit. Aufgrund der Prüfung besteht weder ein begründeter Verdacht auf Kinderarbeit noch liegt ein offensichtlicher Einsatz von Kinderarbeit gemäss Art. 8 VSoTr vor. Einen Sonderfall stellt die Solan GmbH dar. Die Solan GmbH wurde am 9. Oktober 2025 rückwirkend per 1. Januar 2025 gekauft. Für das Geschäftsjahr 2025 erfolgte keine explizite Prüfung der Sorgfaltspflichten und keine Erhebung von Umweltdaten. 2026 wird sie in die tritec AG integriert.
Die naturenergie Gruppe ist in der Schweiz und in Deutschland tätig. In diesen beiden Ländern befinden sich alle Gruppengesellschaften und finden alle unternehmerischen Aktivitäten statt. In der Branche der naturenergie Gruppe besteht kein erhöhtes Risiko für Kinderarbeit. Dennoch wird ein strenger Prüfprozess angewandt, um Kinderarbeit auszuschliessen.
Integriertes Chancen- und Risikomanagement
Für die Unternehmensgruppe ist die Überwachung der unternehmerischen Risiken ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung. Das unternehmensweite integrierte Chancen- und Risikomanagement (iRM) wird aus den beiden Bestandteilen Chancen- und Risikomanagement sowie Internes Kontrollsystem (IKS) gebildet. Das Risikomanagementsystem umfasst das gesamte Unternehmen und bezieht alle Primärfunktionen entlang der Wertschöpfungskette sowie die Querschnittfunktionen ein. Ziel des iRM ist ein ganzheitlicher und integrierter Ansatz zur Gewährleistung einer bereichsübergreifenden Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken und Chancen sowie einer damit einhergehenden Berichterstattung der Chancen- und Risikolage.
Im Jahr 2025 wurde das Thema Nachhaltigkeit verstärkt in das iRM integriert, insbesondere im Zusammenhang mit der ESG-Berichterstattung (Environmental, Social, Governance). Diese Erweiterung umfasst die systematische Erfassung und Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen, um deren langfristige Auswirkungen auf das Unternehmen zu berücksichtigen. Die ESG-Berichterstattung ermöglicht eine transparente und umfassende Darstellung der Nachhaltigkeitsleistung der Unternehmensgruppe und unterstützt die strategische Ausrichtung auf nachhaltiges Wirtschaften.
Klimabezogene Risiken und Chancen wurden erstmalig im Jahr 2024 in einem interdisziplinären Workshop mit relevanten Fachabteilungen identifiziert und anschliessend anhand ihrer Relevanz bewertet. Die Ergebnisse sind auf S. 49 dargestellt.
Chancen- und Risikomanagementprozess
Die Verantwortung für Risiken und Chancen ist klar definiert: Es gibt Verantwortliche, die die Risiken und Chancen betreuen, und Massnahmenverantwortliche, die für die Umsetzung der Massnahmen zuständig sind. Die institutionalisierte Risikomanagementstelle unterstützt die Risikomanagementbeauftragten der Unternehmensbereiche bei der Umsetzung des dezentralen Risikomanagements. Die Stelle ist beim Leiter Managementsysteme angesiedelt, der an den Leiter Stab berichtet und somit direkt an die Geschäftsleitung angebunden ist. Zudem ist die Abteilung Controlling und Finanzen in den Risikomanagementprozess eingebunden. Dadurch soll eine gleichbleibend hohe Qualität des Risikomanagementsystems gesichert werden.
Chancen und Risiken werden in einer jährlichen Risikoinventur gemeinsam mit den jeweiligen risikoverantwortlichen Personen betrachtet. Die bedeutendsten Chancen und Risiken, die einen potenziellen Einfluss auf die mittelfristige Planung haben und nicht als latent eingestuft werden, unterliegen zusätzlich einer quartalsmässigen Überprüfung und Berichterstattung an die Geschäftsleitung der naturenergie holding AG. Hierbei wird überprüft, ob sich bestehende Bewertungen geändert haben oder neue Themen aufgenommen werden müssen. Die Vorgehensweise wird in der Richtlinie zum Risikomanagement dokumentiert und im Intranet veröffentlicht. Die Ergebnisse dieser Inventuren und Überprüfungen werden in einem Risiko- und Chancenbericht zu den bedeutendsten Chancen und Risiken zusammengefasst, der an die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat berichtet wird. Im Jahr 2025 waren unter anderem folgende nachhaltigkeitsbezogene Risiken und Chancen Bestandteil der (regelmässigen) Risiko- und Chancenberichterstattung:
- Veränderungen der Erzeugungsleistung der Wasserkraftwerke aufgrund des sich verändernden Rheinabflusses
- Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung durch ESG-Bewertung von Lieferanten
- Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie
- Naturgefahren (und deren Auswirkungen auf den Kraftwerkspark der naturenergie)
Die Weiterleitung der risikobezogenen Informationen findet in systematischer, geordneter Weise zeitnah an die zuständigen Entscheidungsträger statt. Eine Berichterstattung über die wesentlichen Chancen und Risiken erfolgt mindestens quartalsweise an die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat. Bei Bekanntwerden neuer Risiken, die zu bestandsgefährdenden Entwicklungen führen können, wird eine ausserordentliche Ad-hoc-Berichterstattung an die Geschäftsleitung veranlasst, die ihrerseits den Verwaltungsrat in Kenntnis setzt. Risikomanagementfragen werden unter anderem in den Sitzungen des Prüfungsausschusses des Verwaltungsrats der naturenergie holding AG behandelt. Die Erarbeitung und die Einreichung der Beschlussvorlagen zu den Traktanden der Verwaltungsratssitzungen erfolgen durch die Geschäftsleitung.
Compliance-Risiken werden in diesem Rahmen mit dem zuständigen Compliance Officer geprüft, bewertet und bei Bedarf durch den Compliance Officer und/oder den Verantwortlichen für das Risikomanagement der Geschäftsleitung der naturenergie holding AG berichtet. Der Leiter Managementsysteme informiert jährlich den Verwaltungsrat über aktuelle Compliance-Themen und ergriffene Massnahmen.
Die primäre Betrachtung der Umweltrisiken sowie klimabedingter Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit findet im Umweltmanagement statt. Die Durchführung geeigneter Massnahmen wird auf Gesellschaftsebene verantwortet. Bedeutende Umweltrisiken mit potenziell gefährdenden Auswirkungen werden entsprechend ihrer Relevanz ins Risikomanagement überführt und gemeinsam mit der Verantwortlichen für Umweltmanagement der Unternehmensgruppe betrachtet. Das Management von klimabezogenen physischen und transitorischen Risiken und Chancen ist beschrieben auf S. 50–51.
Methodik zur Identifizierung und Bewertung der Chancen und Risiken
Der Begriff Chance bzw. Risiko wird als Ereignis mit einer positiven bzw. negativen Auswirkung auf strategische, operative, finanzielle sowie Compliance- oder Nachhaltigkeits-Ziele definiert. In der Auswirkungsklasse «Nachhaltigkeit» werden unter anderem auch Umwelt- und Klimarisiken erfasst. Für die systematische und strukturierte Erfassung erfolgt eine entsprechende Einteilung der Chancen und Risiken in eine oder mehrere der genannten Kategorien. Die zunehmende Kausalität und Komplexität der Chancen und Risiken führt dazu, dass Auswirkungen auch kategorienübergreifenden Einfluss haben können.
Die Bewertung der Risiken erfolgt mittels Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensauswirkung. Alle relevanten Chancen und Risiken werden vor und nach Berücksichtigung implementierter und geplanter Steuerungsinstrumente (Massnahmen und Kontrollen) gemeinsam mit den jeweiligen risikoverantwortlichen Personen bewertet. Bei finanziellen Risiken wird die mögliche Auswirkung auf die Kennzahl EBIT betrachtet. Die Bewertung erfolgt relativ zum aktuellen Planungszeitraum und soweit möglich mittels quantitativer Methoden. Risiken und Chancen im Bereich der Nachhaltigkeit werden darüber hinaus auch mit ihren langfristigen Auswirkungen bewertet. Aktuell wird deren mögliche Auswirkung sowohl für das Jahr 2030 als auch für das Jahr 2050 betrachtet. Im Jahr 2024 wurde zudem die Bewertungsmethodik der Schadensauswirkung erweitert. Neben den bestehenden Dimensionen wird nun auch berücksichtigt, wie sich die Risiken auf die ESG-Zielerreichung auswirken. Dies ermöglicht eine Bewertung entsprechender Chancen und Risiken in einem einheitlichen Prozess. Die naturenergie Gruppe arbeitet aktuell an der Aktualisierung der Risikomanagementrichtlinie in Hinblick auf ESG-Risiken inklusive klimabezogener Risiken, deren Abschluss nun 2026 geplant ist.
Internes Kontrollsystem
Das IKS ist ein wesentliches Element des iRM und umfasst sowohl Massnahmen als auch Kontrollen zur Vermeidung, Minderung oder Übertragung von Risiken. Das System ermöglicht es der Geschäftsleitung, wirksame Kontrollen zur Fehler- und Risikovermeidung im Unternehmen sicherzustellen. Das etablierte rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem soll darüber hinaus die Verlässlichkeit und die Ordnungsmässigkeit der Finanzberichterstattung gewährleisten.
Kontrollinstrumente
Die Eignung und Funktionalität der Kontrollen wird mindestens jährlich durch die konsequente Erhebung im Vieraugenprinzip überprüft und dokumentiert. Die Wirksamkeit von Risikomanagement und IKS wird jährlich im Wirksamkeitsbericht zum integrierten Risikomanagement dokumentiert, um die Erfüllung der Anforderungen an das Chancen- und Risikomanagement und das IKS sicherzustellen.
Strategie
Seit über 125 Jahren erzeugt die naturenergie Gruppe Ökostrom mit eigenen Wasserkraftwerken am Hochrhein, im Südschwarzwald und in der Schweiz. Das Fundament für Nachhaltigkeit hat die naturenergie Gruppe demnach in den vergangenen Jahrzehnten gelegt und setzt dabei auf drei Hebel: eigene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, insbesondere Wasserkraft, Energieeffizienz und emissionsarme Produkte für die Kundinnen und Kunden. Bei der Energieversorgung unserer eigenen Gebäude legen wir Wert auf eine ausgezeichnete Energiebilanz. Neubauten und energetische Sanierungen der Bestandsgebäude verbessern die Energieeffizienz der Unternehmensgebäude stetig. Um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen, arbeitet die naturenergie Gruppe kontinuierlich daran, Fortschritte bei der Energieeffizienz zu erzielen sowie die Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie zu koppeln. Stromeinsparungen und Effizienzmassnahmen helfen dabei, einen erhöhten Stromverbrauch beispielsweise durch Wärmepumpen und Elektromobilität zu dämpfen.
Um den Weg zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft gezielt zu bestreiten, hat die naturenergie Gruppe 2025 ihren Klimatransitionsplan veröffentlicht. Dieser beschreibt, wie die naturenergie Gruppe die Energiewende mitgestaltet und welche Massnahmen ergriffen werden, um den Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten.
Als Arbeitgeberin richtet die naturenergie Gruppe ihre Personalstrategie zukunftsorientiert aus. Über vielfältige Aus- und Weiterbildungsmassnahmen ermöglicht sie die fachliche und persönliche Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden. Kurse und Programme zur Gesundheitsförderung haben zum Ziel, das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu steigern. Flexible Arbeitsmodelle und lebensphasenorientierte Angebote unterstützen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und sind seit 2012 bis heute durchgehend mit dem Label «berufundfamilie» auditiert.
2025 wurde die naturenergie holding AG ein zweites Jahr in Folge mit dem ESG Transparency Award in der Kate-gorie «Exzellenz» ausgezeichnet. Zusätzlich erhielt naturenergie mit dem diesjährigen Ergebnis die Auszeichnung «Leading Company» für die Branche, Grössenklasse und Region. Diese Ehrung würdigt die aussergewöhnliche Transparenz und Qualität des Nachhaltigkeitsberichts des Unternehmens. Das Bewertungsmodell von EUPD Research besteht aus den fünf Clustern Transparency, Environmental, Social, Governance und Regulatory Landscape.
Ein wichtiges Ziel ist es, ökologische und soziale Nachhaltigkeit in alle Geschäftsbereiche zu integrieren, damit der langfristige Unternehmenserfolg gesichert ist. 2024 und 2025 erfolgte auf Basis eines ESG-Ratings eine Überprüfung der Wirksamkeit der entwickelten Massnahmen. Die Analysen zeigten auf, welche Relevanz die Nachhaltigkeit für den Erfolg und die Zukunftsfähigkeit der naturenergie Gruppe hat. Im Vergleich zum Vorjahres-Rating konnte punktuell eine Verbesserung erzielt werden. 2025 wurden zudem weitere ESG-Ratings betrachtet. Die Zielsetzung zur Verbesserung der Ratings und strategischen Integration befindet sich in Erarbeitung.
Stakeholderinteressen
Als Stakeholder gelten bei der naturenergie Gruppe alle, die in einer Geschäftsbeziehung, einem Angestelltenverhältnis oder einer partnerschaftlichen Beziehung zum Unternehmen stehen. Zudem zählen hierzu auch die Anspruchsgruppen, die durch das unternehmerische Handeln der Unternehmensgruppe betroffen sind.
Die Unternehmensgruppe ist sich der Wichtigkeit der Kommunikation mit den Stakeholdern bewusst. Die wichtigsten Stakeholder sind Kundinnen und Kunden, Kommunen, Aktionärinnen und Aktionäre, Politik und Behörden, Verbände – vor allem Umwelt- und Naturschutzverbände –, Nachbarinnen und Nachbarn sowie Journalistinnen und Journalisten als Multiplikatoren. Die Kommunikationskanäle reichen von klassischen Printmedien (Kundenmagazine, gedruckte Newsletter, Geschäftsberichte und Publikationen), Onlinemedien (Websites, Kundenportale) und sozialen Medien bis hin zu Direkt-Mailings per Brief oder E-Mail.
Im Dialog können Anforderungen und Erwartungen aufgenommen werden und das Unternehmen erhält wichtige Informationen und Impulse, um sich für die Zukunft zu rüsten. Gerade bei Nachhaltigkeitsthemen, bei denen ökologische, ökonomische und soziale Interessen in Einklang gebracht werden müssen, ist der Austausch mit Kundinnen und Kunden, Aktionärinnen und Aktionären, Mitarbeitenden, Partnern und der breiten Öffentlichkeit von besonderer Bedeutung und steht im Fokus der Unternehmenskommunikation. Bereits seit Jahren berücksichtigt die naturenergie Gruppe die Anliegen ihrer Stakeholder als Erfolgsfaktor in ihrer Strategieentwicklung.
Mit «naturenergie vernetzt» wurde 2018 ein Beteiligungsprogramm für südbadische Kommunen geschaffen, bei dem sich die lokale Gemeinschaft an der zukünftigen Gestaltung des Netzgeschäfts und damit der Energiewende beteiligen kann. Inzwischen sind 35 Kommunen Teil des Netzwerks.
Die naturenergie Gruppe baut auf ihre Partnerschaften mit Unternehmen, Kommunen sowie der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und erschliesst neue Wege, um gemeinsam das intelligente Stromnetz der Zukunft zu gestalten. Zuverlässige Stromversorgung, zukunftsgerichtete Elektromobilität und klimaschonende Wärmekonzepte sind nur einige Beispiele der Leistungen, um die Wettbewerbs- und die Zukunftsfähigkeit langfristig zu sichern.
Neben dem direkten Leistungsauftrag erbringt die Unternehmensgruppe einen indirekten volkswirtschaftlichen Beitrag. Dieser umfasst zum einen steuerliche Leistungen. Zum anderen stellt die Gruppe Netzinfrastruktur bereit und versorgt Kundinnen und Kunden zuverlässig mit Strom. Der Betrieb der Grenzkraftwerke am Hochrhein, die sowohl von Schweizer als auch von deutschen Behörden bewilligt wurden, verdeutlicht die Rolle der Unternehmensgruppe in beiden Märkten. Zum volkswirtschaftlichen Beitrag zählen zudem der Aufbau und Betrieb eines Ladesäulennetzes für die Elektromobilität sowie die Unterstützung beim Ausbau des Breitbandnetzes. Die Volkswirtschaften in Deutschland und in der Schweiz profitieren von der kontinuierlichen Instandhaltung und Modernisierung der Netzinfrastruktur und der Produktionsanlagen. Hinzu kommt die ökologische Gestaltung von Uferbereichen in Kraftwerksnähe, die im Rahmen der rechtlichen Vorgaben umgesetzt und regelmässig überprüft wird. Weitere indirekte wirtschaftliche Effekte der Geschäftstätigkeit sind die Sicherung von Arbeitsplätzen, Investitionen in Aus- und Weiterbildung sowie Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Diese Themen und ihre direkten wie indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen werden in den Funktionsbereichen der Unternehmensgruppe geplant, umgesetzt und kontrolliert.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Bestimmung wesentlicher Themen
Im Geschäftsjahr 2023 hat die Unternehmensgruppe ihre Wesentlichkeitsanalyse aktualisiert, um die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen zu identifizieren. Unter der Berücksichtigung der aktuellen regulatorischen Anforderungen haben wir das Konzept der doppelten Wesentlichkeit angewendet. In diesem umfassenden Prozess der Wesentlichkeitsanalyse wurden Stakeholder einbezogen, um eine möglichst gründliche Erfassung und Bewertung der relevanten Nachhaltigkeitsthemen sicherzustellen. Die wesentlichen Themen werden im Rahmen der eigenen jährlichen Nachhaltigkeitsberichtserstattung sowie der des Mutterkonzerns verifiziert. Weiter unten detailliert beschrieben. Anhaltspunkte für Änderungen der wesentlichen Themen, die eine Anpassung erforderlich machen würden, bestehen keine.
Zu Beginn wurde eine Analyse des Geschäftsmodells und der Wertschöpfungskette durchgeführt (Kontextanalyse). Im nächsten Schritt wurde eine Long List potenziell relevanter Themen erstellt, die positive oder negative Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft sowie auf die Geschäftstätigkeit der Unternehmensgruppe haben können. Diese Liste wurde unter anderem anhand der GRI-Standards, des SASB-Standards für Stromversorger und -erzeuger, der Wesentlichkeitsanalyse aus dem Jahr 2021, der strategischen Themen der Unternehmensgruppe sowie der wesentlichen Themen von Peer-Unternehmen abgeleitet. Anschliessend wurden die Themen durch Kategorisierung und Gruppierung geclustert. Daraus ergab sich eine sogenannte Short List von 23 potenziell wesentlichen Themen.
Zur Beurteilung der Auswirkungen der Aktivitäten der Unternehmensgruppe auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft haben die identifizierten relevanten Stakeholdergruppen der Unternehmensgruppe im Rahmen einer Onlineumfrage beigetragen. Für die Bewertung der Dimension der Geschäftsrelevanz wurde das Management im Rahmen einer Onlineumfrage einbezogen. In einem Workshop mit Ge-schäftsleitung, Managementteam sowie Fachbereichsleitenden verschiedener Bereiche und Funktionen wurden die Bewertungsergebnisse der beiden Dimensionen aus möglichst vielen unterschiedlichen Blickwinkeln validiert. Daraus ergaben sich leichte Anpassungen unter Berücksichtigung des speziellen Unternehmens- und Expertenwissens.
Die als wesentlich beurteilten Themen wurden in die beiden Bereiche Fokusthemen und Fundament gegliedert. Vier Themen wurden aus beiden Perspektiven als weniger relevant beurteilt. Diese Themen (Verhinderung von Zwangsarbeit und Schutz der indigenen Bevölkerung, Menschenrechtsschulung von Sicherheitspersonal, steuerliche Pflichten und Vereinigungsfreiheit, Minimallöhne und Mitteilungspflichten) werden daher in diesem Nachhaltigkeitsbericht nicht vertieft behandelt, wobei die Unternehmensgruppe diese Themen intern weiterhin beobachtet und sicherstellt, dass die gesetzlichen Vorschriften adressiert werden.
Wesentliche Themen
Bei der Unternehmensgruppe stehen 19 wesentliche Themen auf der Nachhaltigkeitsagenda. In diesen Bereichen möchte sich die Unternehmensgruppe kontinuierlich verbessern – in enger Abstimmung mit den strategischen Unternehmenszielen und im Austausch mit ihren Stakeholdern.
Alle wesentlichen Themen aus der Wesentlichkeitsmatrix sind im GRI-Index (ab Seite 101) aufgelistet und Seitenverweise auf die jeweiligen Kapitel im Nachhaltigkeitsbericht sind hergestellt.
Die Berichtstruktur des Nachhaltigkeitsberichts orientiert sich an aktuellen europäischen Entwicklungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung und wurde im Berichtsjahr entsprechend angepasst. Für 2026 ist geplant, eine Wesentlichkeitsanalyse nach den ESRS‑Standards durchzuführen.
Wesentlichkeitsmatrix der Unternehmensgruppe
hoch
Fundament
Fokusthemen
Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung und Gestaltung der Energiewende
Zuverlässige Stromversorgung
Kundenzufriedenheit und -bindung
Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel
Umwelt- und Energiemanagement
Auswirkung auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft
Regionale Verankerung und Dialog mit Interessengruppen
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Biodiversität und Landnutzung
Vorausschauende Unternehmensführung
Datenschutz und Informationssicherheit
Verantwortung in der Lieferkette (inkl. Achtung der Menschenrechte)
Innovative Produkte und Digitalisierung
Marketing und Produktkennzeichnung
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion
Attraktive Arbeitgeberin
Teilnahme am politischen Dialog
Compliance
Governance und ethische Geschäftsführung
mittel
mittel
Geschäftsrelevanz
hoch
Governance-Themen
Wirtschaftliche Themen
Umwelt-Themen
Soziale Themen
naturenergie 2025
Lagebericht
Nachhaltigkeit
Corporate Governance
Vergütungsbericht
Finanzbericht
Wesentliche Themen
Bereich Umwelt
Im Bereich Umwelt legt die naturenergie Gruppe ihre Schwerpunkte auf die Steigerung der Energieeffizienz und die Reduktion von Treibhaus-gasemissionen – im eigenen Betrieb sowie kundenseitig durch energie-effiziente Produkte und Dienstleistungen. Weitere wichtige Themen sind der Schutz und die Pflege der Biodiversität rund um Kraftwerks- und Netzanlagen sowie eine bewusste Ressourcennutzung und die Förderung der Kreislaufwirtschaft.
Energie und Klimawandel
Die naturenergie Gruppe versucht, ihre CO₂-Emissionen zu reduzieren, und unterstützt Kundinnen und Kunden mit emissions-ärmeren Technologien.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Energie und Umwelt
Die nachhaltige Ausrichtung der naturenergie Gruppe spiegelt sich in der Steuerung und Kontrolle der Umweltauswirkungen mithilfe des Umwelt- und Energiemanagementsystems wider. Im Fokus stehen dabei unter anderem die Steigerung der Energieeffizienz im eigenen Betrieb, das Wassermanagement sowie der Schutz von Flora und Fauna, um einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Betrieb zu gewährleisten.
Nach ISO 14001 werden Auswirkungen, die von den Prozessen und Tätigkeiten der Unternehmensgruppe ausgehen, als Umweltaspekte bezeichnet. Diese können sich sowohl positiv als auch negativ auf die Umwelt auswirken. In einer Bewertungsmatrix wurden die für die Unternehmensgruppe bedeutenden Umweltaspekte von fachkundigen Mitarbeitenden gemeinsam mit dem Umweltmanagement identifiziert. Diese Bewertung wird jährlich aktualisiert. Durch eine umweltbewusste und effiziente Betriebsführung kann die Unternehmensgruppe ihre Auswirkungen auf die Umwelt minimieren und mittels der erneuerbaren Energien in ihrem Leistungsportfolio sogar einen Beitrag zur CO₂-Reduktion und damit zur Energiewende leisten. Demgegenüber steht das Hervorrufen von Immissionen für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die gesamte Umwelt durch den Bau und den Betrieb von Kraftwerken und Netzleitungen. Beschaffungs-, Produktions-, Installations- und Wartungstätigkeiten verursachen Abfälle und Emissionen, die sich negativ auf die Umwelt auswirken können.
Die möglichen Auswirkungen untergliedern sich in die Bereiche Luft, Wasser, Boden, Landschaft und Natur sowie in die Themen Lärm, Ressourcen/Rohstoffe, Energie, Mitwelt, Abfall und umweltrelevante Stoffe. Konkrete Risiken bestehen beispielsweise im Zusammenhang mit der Gewährleistung der ökologischen Durchgängigkeit an den Produktionsstandorten und dem Umgang mit Ölen und anderen wassergefährdenden Stoffen in Gewässernähe oder in Gewässerschutzgebieten. Alle Risiken im Bereich Umwelt und Energie haben zudem unmittelbar Auswirkungen auf die Reputation der naturenergie Gruppe. Diesen Risiken begegnet die naturenergie Gruppe mit organisatorischen und prozessualen Massnahmen zur Minderung und Vermeidung sowie zur Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr.
Durch die eigene Nutzung erneuerbarer Energien und die Optimierung der Energie- und Ressourceneffizienz kann die Unternehmensgruppe ihre Kosten senken und gleichzeitig ihre Umweltleistungen verbessern. Die eigene Energieeffizienz, das eigene klimaschonende Verhalten sowie die konsequente Umsetzung des Umweltschutzes können zudem die Glaubwürdigkeit der Unternehmensgruppe erhöhen. Dies hat wiederum positive Auswirkungen auf das Image des Unternehmens und sichert das Vertrauen der Kundinnen und Kunden. Durch die Verwendung möglichst verträglicher Öle und ein effektives Gefahrstoffmanagement werden zudem Risiken minimiert und eine Reputation für umsichtiges und umweltverträgliches Wirtschaften wird aufgebaut. Die naturenergie netze GmbH nutzt beispielsweise biologisch abbaubare Transformatorflüssigkeit in Wasserschutzgebieten (Mindel) und PCB-freie Trafos.
Umweltverschmutzung ist für die Unternehmensgruppe im Vergleich zu den anderen materiellen Themen derzeit kein wesentliches Thema. Entsprechend bestehen derzeit keine spezifischen Strategien oder Massnahmen zur Steuerung damit verbundener Auswirkungen, Risiken oder Chancen. naturenergie beobachtet jedoch kontinuierlich die Entwicklung relevanter Umweltindikatoren in Bezug auf Umweltverschmutzung, um bei Bedarf angemessen reagieren zu können. Der Schwerpunkt der Umweltaktivitäten liegt klar auf Klimaschutz, Dekarbonisierung und Energieeffizienz.
Klima
Als lokaler Stromerzeuger in Südbaden und in der Schweiz mit Fokus auf der Erzeugung und dem Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere Wasserkraft und Solarenergie, stellen wir die nachhaltige und zuverlässige Versorgung unserer Kunden ins Zentrum unseres Handelns. Andererseits muss sich die Unternehmensgruppe aktiv auch auf mögliche Risiken eines fortschreitenden Klimawandels vorbereiten, der unter anderem die Wasserressourcen als Ressource für die Stromerzeugung aus Wasserkraft beeinflussen könnte.
Die naturenergie Gruppe leistet einen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie Treibhausgasemissionen im eigenen Betrieb und in der Lieferkette vermeidet. Zudem wird versucht, durch Anpassung und Vorsorge Klimarisiken für das Unternehmen und die Geschäftstätigkeit zu reduzieren. Durch den Beitrag zur grünen Transformation kann die Unternehmensgruppe eine Vorbildfunktion in der Energiebranche und der lokalen Gesellschaft einnehmen.
Die Unternehmensgruppe senkt zum Beispiel durch die Umstellung ihres Fuhrparks auf nachhaltige Mobilität ihre Emissionen. Sie bietet zudem ihren Kundinnen und Kunden Produkte und Dienstleistungen mit einem geringen CO₂-Fussabdruck an. Dank klimaschonender Angebote wie Komfortwärme aus Abwärme, E-Ladeinfrastrukturen, Photovoltaikanlagen und Ökostrom können auch Kundinnen und Kunden der Unternehmensgruppe ihren ökologischen Fussabdruck reduzieren.
Die Verbraucherinnen und Verbraucher werden immer umweltbewusster. Daraus ergeben sich Chancen für die naturenergie Gruppe, die verstärkt Energie aus erneuerbaren Quellen und nachhaltige Produkte anbietet. Dieses Produktspektrum stärkt das Vertrauen der Verbraucher in die Marke und die Kundenbindung.
Die Produkte und Dienstleistungen der naturenergie Gruppe fördern die Energiewende. Erneuerbare Energien, der Ausbau der Infrastruktur, Strom aus Wasserkraft und Photovoltaik, die Gewinnung von Wasserstoff, Wärmekonzepte und energieeffiziente Bau- und Wohnprojekte gehören zu diesem Leistungspaket. Damit leistet die Unternehmensgruppe einen positiven Beitrag für ihre Kundinnen und Kunden und die Gesellschaft sowie für Umwelt und Klimaschutz. Zudem wird die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert. Verstärkte Investitionen in eine emissionsarme Energieinfrastruktur fördern den technischen Fortschritt und können neue Arbeitsplätze schaffen, was sich positiv auf die Gesellschaft und die Wirtschaft auswirken kann.
Bauliche Massnahmen für den Ausbau der erneuerbaren Energien sind indes immer mit einem Eingriff in die Natur verbunden. Durch eine enge behördliche Begleitung soll sichergestellt werden, dass solche Eingriffe dem neuesten technischen Standard entsprechen und so geringe Umweltfolgen wie möglich haben. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien können Risiken in den Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren entstehen. Dies kann den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien verzögern. Der Wettbewerb um den Ausbau der erneuerbaren Energien ist gross.
Physische Risiken und Chancen
Akute physische Risiken, die die naturenergie Gruppe bei fortschreitendem Klimawandel betreffen könnten, sind beispielsweise Hitzewellen und Dürren, extreme Stürme sowie heftige Regenfälle. Diese könnten unter anderem zu Funktionsverlusten oder Einschränkungen von Bestandsanlagen, Produktionsrückgängen oder personellen Einschränkungen der Mitarbeitenden führen. Extreme Regenfälle können potenziell zu einer höheren Produktion führen, wobei besonders intensive Starkregenereignisse Risiken durch die Beschädigung von Anlagen, steigende Entsorgungskosten für ein erhöhtes Geschwemmselaufkommen oder eine geringere Produktion bei zu hohem Abfluss bergen.
Veränderungen der Niederschlagsmuster, extreme Wetterschwankungen sowie ein Anstieg der Durchschnittstemperatur sind chronische Risiken für die naturenergie Gruppe. Eine erhöhte Durchschnittstemperatur kann sowohl die Gesundheit der Mitarbeitenden negativ beeinflussen als auch die Lebensdauer von Anlagen beeinträchtigen. Potenzielle Veränderungen der Niederschlagsmuster, extreme Wetterschwankungen und eine erhöhte Durchschnittstemperatur können zu geringerer Wasserkraftproduktion, zu verändertem Energiehandel und zu einer veränderten Saisonalität bei der Wasserkraftproduktion führen. Für die naturenergie netze GmbH sowie für das PV-Geschäft können sich Risiken durch Schneefall und Vereisungen ergeben.
Finanziell könnten sich diese Risiken unter anderem in erhöhten Investitionen, Reparaturkosten oder nachteiligen Umsatzentwicklungen niederschlagen. Andererseits könnten sich durch die Veränderungen der Niederschlagsmuster, extreme Wetterschwankungen sowie den Anstieg der Durchschnittstemperatur auch Chancen wie bessere Vermarktungsmöglichkeiten und ein erhöhter Energieabsatz aufgrund eines zu erwartenden steigenden Kühlbedarfs ergeben. Ausserdem wird eine Verschiebung der Abflüsse aus dem Sommerhalbjahr vermehrt in das Winterhalbjahr beobachtet. Durch höhere Marktpreise besteht hier eine finanzielle Chance.
Übergangsrisiken und -chancen
Politische und rechtliche Risiken wie die Bepreisung von CO₂-Emissionen, Regulierungen sowie Klagen können zu höheren Beschaffungskosten in der Lieferkette, Vermarktungsverboten, Sanktionen und Bussgeldern führen. Andererseits können sich bei steigendem CO₂-Preis auch Wettbewerbsvorteile durch ein nachhaltiges Produktportfolio sowie teurere Vermarktungsmöglichkeiten ergeben.
Im Bereich der technologischen Übergangsrisiken können sich durch gescheiterte Investitionen in neue Technologien und durch die Kosten des Übergangs zu emissionsärmeren Technologien Wettbewerbsnachteile ergeben. Andererseits bieten sich auch Chancen durch Ressourceneffizienz und Entwicklung innovativer und nachhaltiger Energielösungen.
Durch den Klimawandel bedingte Verschiebungen in Angebot und Nachfrage, Veränderungen des Kundenverhaltens und steigende oder volatile Rohstoffkosten sind Marktrisiken der naturenergie Gruppe, die zu einem Rückgang der B2C- und B2B-Kundinnen und -Kunden, erhöhten Rohstoffkosten oder Lieferkettenengpässen führen können. Andererseits kann eine vermehrte Nachfrage nach Ökostrom zu Wettbewerbsvorteilen der naturenergie Gruppe führen.
Im Bereich der Reputationsrisiken könnte negatives Stakeholder-Feedback in Bezug auf die Umsetzung und Glaubwürdigkeit der Klimastrategie die Kundenzufriedenheit und -bindung beeinträchtigen, wohingegen eine transparente Kommunikation und konsequente Verfolgung der Klimastrategie auch zu einer Stärkung der Reputation der Unternehmensgruppe beitragen kann.
Auch 2025 hat die naturenergie Gruppe die Identifizierung, Aktualisierung und Bewertung von Risiken und Chancen vorgenommen, die sich durch den sich weiterentwickelnden Klimawandel für die naturenergie Gruppe ergeben können:
Klimarisiken und Chancen
| Physische Risiken | |||||||
| Klimarisiken | Risikobeurteilung | Chance | |||||
| Thema | Aktuell | 2030 | 2050 | Aktuell | 2030 | 2050 | |
| Akute Risiken | |||||||
| Hitzewellen/Dürren | ● | ● | ● | ||||
| Extreme Stürme | ● | ● | ● | ||||
| Heftige Regenfälle | ● | ● | ● | ● | ● | ● | |
| Chronische Risiken | |||||||
|
Veränderungen Niederschlagsmuster und extreme Wetterschwankungen |
● | ● | ● | ● | ● | ● | |
| Anstieg Durchschnittstemperatur | ● | ● | ● | ● | ● | ● | |
| Übergangsrisiken | |||||||
| Klimarisiken | Risikobeurteilung | Chance | |||||
| Thema | Aktuell | 2030 | 2050 | Aktuell | 2030 | 2050 | |
| Politische Risiken | |||||||
| Kohlenstoffbepreisung | ● | ● | ● | ● | ● | ● | |
| Regulierung mit Bezug zu Produkten und Dienstleistungen | ● | ● | ● | ● | ● | ● | |
| Rechtliche Risiken | |||||||
| Klagen bei Nichteinhaltung politischer Vorhaben | ● | ● | ● | ||||
| Technologische Risiken | |||||||
| Gescheiterte Investitionen in neue Technologien | ● | ● | ● | ● | ● | ● | |
| Kosten des Übergangs zu emissionsärmeren Technologien | ● | ● | ● | ● | ● | ● | |
| Marktrisiken | |||||||
|
Klimawandelbedingte Verschiebungen in Angebot und Nachfrage |
● | ● | ● | ● | ● | ● | |
| Veränderungen des Kundenverhaltens | ● | ● | ● | ● | ● | ● | |
| Steigende oder volatile Rohstoffkosten | ● | ● | ● | ||||
| Reputationsrisiken | |||||||
|
Erhöhte Aufmerksamkeit und negatives Feedback von Stakeholdern |
● | ● | ● | ● | ● | ● | |
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● tief ● mittel ● hoch |
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Szenarioanalyse
Bereits 2024 hat die naturenergie Gruppe in einem ersten Schritt potenziell relevante klimabezogene Risiken und Chancen analysiert. Diese erste qualitative Einschätzung legt den Grundstein für zukünftige fortgeschrittene quantitative Szenarioanalysen. Unsicherheiten sind bei der Einschätzung von Klimaauswirkungen nicht auszuschliessen. Als Ausgangspunkt wurden zwei Szenarien beleuchtet:
- Fortschreitende Klimaerwärmung: ein Szenario des stärker fortschreitenden Klimawandels mit zunehmenden physischen Klimarisiken und einer verzögerten Transition in Richtung kohlenstoffarmer Wirtschaft.
- Begrenzung der Erwärmung auf unter 2 °C: Das Szenario der Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2 °C erfordert weltweite Zusammenarbeit und Klimaschutz-massnahmen. Dazu gehören strikte Regulierungen, eine verstärkte Förderung erneuerbarer Energien und ein beschleunigter Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.
Szenario: Fortschreitende Klimaerwärmung
In einem Szenario mit weiter fortschreitendem Klimawandel könnten begrenzte internationale Kooperationen und fehlende wirksame Regulierungen dazu führen, dass fossile Energieträger weiterhin eine zentrale Rolle im Energiesystem einnehmen und der Ausbau erneuerbarer Energien nur langsam voranschreitet. Durch die ansteigenden Treibhausgasemissionen würde der Klimawandel weiter voranschreiten. Dies hätte spürbare Auswirkungen auf Regionen wie Südbaden/Hochrhein und das Wallis – etwa durch zunehmende Extremwetterereignisse, schmelzende Gletscher und eine veränderte Wasserverfügbarkeit. Der Schutz kritischer Infrastrukturen würde verstärkte Massnahmen zur Anpassung an klimabedingte Risiken erfordern. Zudem könnten Geschäftsfelder wie die Wasserstofferzeugung, regionale Wärmelösungen und innovative Konzepte zur erneuerbaren Stromversorgung möglicherweise nur mit geringerer politischer Förderung vorangetrieben werden.
Im Bereich Produktion Hochrhein führt ein langfristig zu erwartender leichter Rückgang der Wasserführung zu potenziellen Produktionseinbussen. Gleichzeitig stellen allerdings die projizierten höheren Abflüsse im Winter eine Chance dar, die zukünftig eine höhere Produktion zu dieser, aus wirtschaftlicher Sicht, besonders attraktiven Jahreszeit ermöglichen könnten. Die zurückgehende Wasserführung im Sommerhalbjahr mit immer häufigeren langen Niedrigwasserphasen wird in Zukunft die Produktion, insbesondere im Sommerhalbjahr, zurückgehen lassen. Insgesamt sinkt im Kontext des Klimawandels daher das nutzbare Wasservolumen leicht. Mit Investitionen in die PV-Produktion versucht die naturenergie Gruppe die Stromproduktion in der Sommersaison auszugleichen.
Die schwankende, saisonal abhängige Erzeugung in der Schweiz erfährt ebenfalls einen Einfluss durch den Klimawandel. Im Sommer erreichen Durchflüsse aufgrund der Schneeschmelze häufig ihre Höchstwerte. Im Winter müssen daher primär offene Mengen am Markt beschafft und in den Sommermonaten abgesetzt werden. Klimatische Veränderungen werden die Auswirkungen verstärken. Demnach besteht auch ein Zusammenhang zwischen physischen Risiken und Strompreisentwicklungen. Die Kosten steigen zum Beispiel durch Sturmschäden an Stromnetz-Freileitungen und durch Produktionsschwankungen bei den Wasserkraftwerken infolge von Dürren oder Hochwasser. Zusätzlich werden relevante Assets der naturenergie durch EnBW hinsichtlich Klimarisiken untersucht, um potenzielle schädliche Klimaauswirkungen frühzeitig zu erkennen.
In Bezug auf die Solarenergie, die ebenfalls Teil des Portfolios ist, besteht neben dem physischen Risiko durch extreme Wetterereignisse insbesondere das Risiko der künftigen Wertigkeit des Produktionsprofils, das durch den allgemeinen PV-Zubau langfristig abnimmt. Hier plant das Unternehmen, mittels Flexibilisierung der Anlagen und deren Einbindung in den Systemdienstleistungsmarkt die negativen Effekte abzufedern und zusätzliche Ertragsmöglichkeiten zu schaffen. Der Ausbau der PV-Kapazitäten ist Teil der Anpassungsstrategie, ebenso wie die Diversifizierung des Portfolios, um die Abhängigkeit von einzelnen Geschäftsfeldern zu reduzieren.
Grundsätzlich kann die Unternehmensgruppe klimabedingten Risiken, insbesondere im Wasserkraftgeschäft, nur bedingt entgegenwirken. Durch den Ausbau des PV-Geschäfts und kommunaler Angebote wird die Diversifizierung vorangetrieben, um auf Gruppensicht die Abhängigkeit von einzelnen Geschäftsfeldern zu reduzieren und die Resilienz zu stärken. Darüber hinaus verfolgt die Unternehmensgruppe Konzepte zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen im eigenen Betrieb und in der Lieferkette sowie zur Förderung erneuerbarer Energien. Energieeffizienz wird durch Umrüstung auf elektrische Betriebsgeräte, Optimierung der Gebäudetechnik und die Einhaltung der Bauvorgaben, teils über die gesetzlichen Vorgaben hinaus, gesteigert.
Szenario: Begrenzung der Erwärmung auf unter 2 °C
In diesem Szenario führen internationale Zusammenarbeit und konsequente Klimaschutzmassnahmen zu einer deutlichen Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen. Umfassende Regulierungen sowie gezielte Förderprogramme beschleunigen den Übergang zu erneuerbaren Energien. Gleichzeitig steigt das Bewusstsein der Kundinnen und Kunden für nachhaltige Lösungen wie den Ausbau kommunaler Nahwärmesysteme, PV-Installationen und energieeffizienter Gebäude. Energieversorger investieren zunehmend in innovative Technologien, einschliesslich der Wasserstoffproduktion, die teilweise durch politische Massnahmen gefördert werden.
Aktuelle Risiken entstehen unter anderem aus regulatorischen Unsicherheiten und der volkswirtschaftlichen Situation. Einflussgrössen sind mögliche Gesetzesänderungen und die volatile Preisentwicklung an den Strommärkten. Die Unternehmensgruppe adressiert diese Risiken durch vorausschauende Unternehmensführung und die Anpassung der Geschäftsaktivitäten, beispielsweise durch den Ausbau von PV-Anlagen, die Diversifizierung des Portfolios sowie die Berücksichtigung von Klimarisiken bei Kraftwerken sowie in den Bereichen Mobilität, Bauen und Wohnen.
Andererseits können sich in diesem Szenario einige Chancen für die Unternehmensgruppe ergeben. Die Geschäftsfelder der Unternehmensgruppe sind auf den Klimaschutz ausgerichtet, siehe S. 13. Ziel ist es, nachhaltiges Wachstum in allen drei strategischen Säulen zu erreichen: Kundennahe Energielösungen, Systemrelevante Infrastruktur und Erneuerbare Erzeugungsinfrastruktur. Die Unternehmensgruppe konzentriert sich auf klimafreundlichere, einfache und ganzheitliche Energielösungen, um den Wandel der Gesellschaft in die neue Energiewelt mitzugestalten. Neben der Energiewende treibt die naturenergie Gruppe so die eigene Transformation zur integrierten Infrastruktur- und Gesamtlösungsanbieterin für erneuerbare Energien gezielt voran. Darüber hinaus bietet die Unternehmensgruppe Produkte und Dienstleistungen mit geringem CO₂-Fussabdruck an und unterstützt Kundinnen und Kunden bei der Reduktion ihres ökologischen Fussabdrucks.
Resilienz des Geschäftsmodells
Im Szenario eines fortschreitenden Klimawandels überwiegen eher physische Risiken, während im Szenario der Begrenzung der Erwärmung auf unter 2 °C eher die Chancen für das Geschäftsmodell der Unternehmensgruppe dominieren. Detaillierte Aussagen zur Resilienz des Geschäftsmodells sind nur nach vertieften quantitativen Szenarioanalysen möglich. Weitere interne Diskussionen sind demnach erforderlich, um die Klimaszenarien zu präzisieren und die potenziellen Auswirkungen auf das Unternehmen quantitativ zu bewerten. Hier befindet sich naturenergie derzeit im Prozess. Grundsätzlich kann die Diversifizierung der Aktivitäten der Unternehmensgruppe die Abhängigkeit von Geschäftsfeldern mit höheren klimabedingten Risiken reduzieren. Von beschleunigten gesellschaftlichen und politischen Anstrengungen zur Dekarbonisierung kann die Unternehmensgruppe mit ihrem Geschäftsmodell aufgrund ihrer Ausrichtung der Unternehmensstrategie auf die Unterstützung der Transition des Energiesystems profitieren. Gleichzeitig eröffnen Dekarbonisierungsziele zusätzliche Effizienz- und Prognosechancen sowie Investitions- und Nachfrageimpulse.
Policies
Die Umwelt- & Klimaschutz-Policy verpflichtet alle Gesellschaften der naturenergie Gruppe zu umwelt- und klimabewusstem Handeln, zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und zu kontinuierlicher Verbesserung. Zentrale Punkte sind die Dekarbonisierung, der Ausbau erneuerbarer Energien, Energieeffizienz, die Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie die Einführung von Umweltmanagementsystemen nach ISO 14001 oder EMAS. Weitere relevante Aspekte sind Transparenz, Risikomanagement, Schulungen und Anforderungen an Lieferanten.
Die Verantwortung liegt bei der Geschäftsleitung, die die strategische Ausrichtung und Koordination sicherstellt und einen Umweltmanagementverantwortlichen benennt. Dieser organisiert Berichterstattung und Wissenstransfer. Tochtergesellschaften müssen eigene Strukturen zur Erfassung und Reduktion von Umweltrisiken und Emissionen schaffen und Managementbeauftragte benennen.
Strategie und Transitionsplan
In der im Jahr 2020 vom Verwaltungsrat verabschiedeten Strategie wurde die Reduktion der unternehmenseigenen Treibhausgasemissionen (Scope 1 und Scope 2) als unternehmensübergreifendes Ziel festgelegt. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen die Ansätze des Transitionsplans weiterentwickelt und den Klimatransitionsplan nach Freigabe des Verwaltungsrats auf der Homepage im Dezember 2025 veröffentlicht.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels rücken eine nachhaltige, strategische Beschaffung sowie weniger klimaschädliche Produktangebote noch mehr in den Fokus. Die Unternehmensgruppe will die Chance nutzen, erneuerbare Energien zu fördern und damit die Reputation und den Unternehmenserfolg zu stärken.
Umweltmanagementsystem und -organisation
Die naturenergie Gruppe hat eine gruppenweit geltende Umweltpolitik formuliert und ein Umweltmanagementsystem gemäss EMAS für folgende Organisationseinheiten implementiert: naturenergie hochrhein AG, naturenergie netze GmbH, enalpin AG und tritec AG. Die naturenergie holding AG stellt dabei die Managementzentrale dar. Im Rahmen der Validierung nach EMAS wird unter anderem eine Datengrundlage geschaffen, die es ermöglicht, detaillierte Kenntnisse über die Entwicklung der Kennzahlen zu erhalten. Daraus können gezielt Potenziale erkannt und entsprechende Massnahmen zur Verbesserung der Umweltleistungen geplant und umgesetzt werden. Verbesserungen werden in Form von Zielen und Massnahmen im Umwelt- und Energieprogramm dokumentiert, das jährlich aktualisiert wird. Hier werden Umwelt- und Energiethemen gebündelt, strategische und daraus abgeleitete operative Ziele und Massnahmen definiert sowie deren Zielerreichungsgrad, Fristen und Verantwortlichkeiten hinterlegt. In einem separaten Massnahmenmanagementtool findet die Umsetzungsverfolgung der organisatorischen und operativen Massnahmen statt.
Die Geschäftsleitung trägt die Gesamtverantwortung für das Umweltmanagementsystem und wird durch die Umwelt- und Energiemanagementverantwortliche unterstützt. Der Umweltausschuss koordiniert die Umsetzung und besteht aus Umweltbeauftragten verschiedener Fachbereiche sowie weiteren Beauftragten (z. B. Abfall, Gefahrgut, Immissionsschutz, Brandschutz), teils extern bestellt. Umweltfachkräfte an Standorten organisieren Massnahmen vor Ort. Regelmässige Umweltausschusssitzungen dienen dem Austausch und der Abstimmung.
Die Wirksamkeit des Systems wird jährlich in einem Management-Review durch die oberste Leitung bewertet. Dabei werden Zielerreichung, Herausforderungen, Ressourcensituation und strategische Massnahmen diskutiert. Bereichsreviews ergänzen diesen Prozess und fliessen in die Gesamtbewertung ein. Grundlage sind Daten aus Audits und dem Umwelt- und Energiemanagement.
Jährlich finden eine Wirksamkeitsprüfung der Massnahmen und eine Bewertung der Zielerreichung durch die Fachbereiche gemeinsam mit der Umwelt- und Energiemanagementverantwortlichen statt. In regelmässig stattfindenden internen Audits und Begehungen wird zusätzlich die Wirksamkeit vieler, hauptsächlich organisatorischer, Massnahmen überprüft. Ausserdem wird jedes Jahr das Umwelt- und Energiemanagementsystem selbst durch Umweltgutachter bzw. einen externen Auditor auditiert.
In den vergangenen Jahren wurden sowohl die Umwelt- als auch die Energiemanagementzertifizierungen erfolgreich bestanden.
Energiemanagementsystem
Das Thema Energie ist für die Unternehmensgruppe als Produzentin und Verteilerin erneuerbarer Energien ein Hauptaspekt im Hinblick auf die umweltschonende und energieeffiziente Bereitstellung der angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Darüber hinaus legt die Unternehmensgruppe grossen Wert auf den effizienten Umgang mit Energie an den eigenen Produktions- und Betriebsstandorten. Dies zeigt sich unter anderem durch energieeffiziente Neubauten sowie bei der kontinuierlichen energetischen Sanierung der Betriebsstandorte.
Seit 2015 hat die naturenergie netze GmbH ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001, das jährlich zertifiziert wird. Voraussetzung dafür ist der Aufbau einer Datengrundlage, um detaillierte Kenntnisse über die wesentlichen Anlagen sowie die technischen Verbraucher zu bekommen. Mit diesen Informationen können Defizite identifiziert und Effizienzsteigerungsmassnahmen geplant werden.
Die Gesamtverantwortung für das Energiemanagementsystem liegt beim technischen Geschäftsführer der naturenergie netze GmbH. Unterstützt wird er durch die bestellte Umwelt- und Energiemanagementbeauftragte der naturenergie netze GmbH sowie durch die für die gesamte Unternehmensgruppe bestellte Umwelt- und Energiemanagementverantwortliche. Des Weiteren wird das Energiemanagement durch das sogenannte Energieteam betreut. Dieses besteht aus Mitarbeitenden, die Kenntnisse der energieintensiven Prozesse und Technologien im Unternehmen haben. Das Energieteam wird von der Energiemanagementbeauftragten der naturenergie netze GmbH und stellvertretend der Energiemanagementverantwortlichen der Unternehmensgruppe geleitet und trifft sich in regelmässigen Abständen.
Neben der Umsetzung des Managementsystems nach ISO 50001 durch die naturenergie netze GmbH wird das Thema Energie auch im Rahmen von EMAS in den dort validierten Organisationseinheiten behandelt, da die Energienutzung ein wichtiger Umweltaspekt von EMAS ist.
Massnahmen
Dekarbonisierungsmassnahmen
Zur Reduktion des Fussabdrucks der Geschäftstätigkeiten der naturenergie Gruppe werden kontinuierlich Dekarbonisierungshebel geprüft. Dekarbonisierungsmassnahmen für Emissionen in Scope 1 sind unter anderem die Steigerung der Gebäudeenergieeffizienz, die Reduktion des Eigenenergieverbrauchs der Kraftwerke durch Optimierung der Beleuchtung, Heizung, Fenster und Pumpen sowie der Austausch von defekten Anlagen oder Systemen und Kältemitteln durch solche mit niedrigerem Treibhauspotenzial (GWP) unter 2’500 GWP.
Im Berichtsjahr 2025 trugen diverse Projekte zu mehr Klimaschutz und Energieeffizienz bei. So sparen zwei neue Leistungstransformatoren in den Umspannwerken Villingen und Hertingen über ihre vorgesehene Lebensdauer von 50 Jahren rund 9 Mio. kWh ein. Die naturenergie netze GmbH betreibt im Auftrag von 34 Kommunen deren komplette Strassenbeleuchtung. Insgesamt werden rund 20’000 Licht-punkte rund um die Uhr betreut. Im Jahr 2025 wurden 1’700 Leuchten auf LED-Beleuchtung umgerüstet. Die Energieersparnis liegt bei rund 60 Prozent bzw. 414’314 kWh pro Jahr. Nicht nur bei der naturenergie netze GmbH, sondern in der gesamten Unternehmensgruppe werden diverse Energiesparmassnahmen, etwa die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, durchgeführt. So wurde zum Beispiel am Standort Rheinfelden die Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik umgestellt, wodurch der Stromverbrauch für Licht deutlich reduziert und ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Energieeffizienz geleistet wurde.
Auch die Holzmasten der naturenergie netze GmbH sind echte CO₂-Speicher, denn in ihnen ist der Kohlenstoff eingelagert, den der ursprüngliche Baum, aus dem sie gefertigt wurden, der Atmosphäre entzogen hat. Dadurch bleibt der Kohlenstoff gebunden und wird nicht an die Atmosphäre abgegeben. 2025 wurde mit dem Einkauf 223 neuer Rundholzmasten eine CO₂-Speicherwirkung von 67 Tonnen erreicht.
Die naturenergie netze GmbH verfügt über Notstromaggregate. Sie kommen bei Störungen oder langfristig geplanten Schaltungen zum Einsatz. Sie tragen dazu bei, Ausfallzeiten zu reduzieren und die Versorgungssicherheit im Netzgebiet zu gewährleisten. Eine wirtschaftliche Alternative zu den Dieselaggregaten gibt es aktuell noch nicht. Es wurden 2025 allerdings drei Anlagen gegen Modelle mit Abgasnachbehandlung ausgetauscht und 2026 sollen weitere zwei folgen.
In Neubauten und bei energetischen Sanierungen der Bestandsgebäude wird eine verbesserte Energieeffizienz der Unternehmensgebäude angestrebt. Bei den Bestandsgebäuden verfolgt die Unternehmensgruppe das Ziel, CO₂-Emissionen zu senken und die Energieeffizienz zu steigern. Dies geschieht unter anderem durch die Umrüstung der Aussen- und Innenbeleuchtung auf LED sowie die Optimierung der Anlagentechnik für die Luft- oder Wärmezufuhr. Bei Neubauten werden die aktuellen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes beachtet und es wird auf eine umweltschonende Bauphase geachtet. Sowohl Beeinträchtigungen durch Lärm als auch Eingriffe in die Umwelt werden dabei bestmöglich vermieden oder zumindest möglichst geringgehalten.
Bei den Scope-2-Emissionen gibt es derzeit keine besonderen Dekarbonisierungshebel. Netzverluste sind physikalisch bedingt und können durch Smart-Grid-Technologien zukünftig potenziell minimiert werden. Emissionen, die in Scope 3 anfallen, können durch die Dekarbonisierung der Lieferkette reduziert werden. Durch den forcierten Ausbau von erneuerbaren Energien verändert sich zudem der deutsche Strommix, der zur Berechnung einiger Vorkettenemissionen relevant ist. Im Bereich Produktion Hochrhein werden die letzten noch bestehenden nicht elektrisch betriebenen Betriebsgeräte laufend auf den Prüfstand gestellt. Sofern der aktuelle Stand der Technik eine elektrisch betriebene Alternative ermöglicht, werden die Geräte sukzessive ausgetauscht. Die meisten Geräte und Betriebsfahrzeuge sind daher bereits umgestellt und werden mit Akkus betrieben. Das Ziel ist, möglichst alle Geräte, bei denen die technischen Gegebenheiten für eine Umrüstung auf elektrischen Antrieb bestehen, entsprechend umzurüsten.
Anpassung an den Klimawandel
Eigene Klimaschutzmassnahmen und die strategischen Überlegungen zur Anpassung an den Klimawandel können die Risiken für die Unternehmensaktivitäten minimieren. Physischen Risiken kann die Unternehmensgruppe nur bedingt gegensteuern. Einem zu erwartenden leichten Rückgang der Wasserführung kann über die Diversifizierung des Geschäftsmodells und den weiteren Ausbau des PV-Geschäfts begegnet werden. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Erschliessung innovativer neuer Geschäftsmodelle diversifizieren die Geschäftsaktivitäten, sodass der Einfluss von Klimarisiken auf die Aktivitäten der Unternehmensgruppe reduziert werden kann.
Ausbau erneuerbarer Energien
Für die naturenergie Gruppe steht die nachhaltige Energieerzeugung im Fokus: Ökostrom aus Wasserkraft, dezentrale Photovoltaik und intelligente Lösungen für die Energiewelt der Zukunft. Die Energiewende ist mit eigenem Ökostrom aus Wasserkraft vom Hochrhein, dem Südschwarzwald und aus dem Wallis sowie intelligenten Wärmelösungen längst keine Vision mehr, sondern bereits mitten in der Umsetzung.
Die naturenergie Gruppe investiert kontinuierlich in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Neben der Wasserkraft spielt dabei zunehmend auch die Photovoltaik eine immer grössere Rolle. Die Unternehmensgruppe schöpft aus über 125 Jahren Erfahrung in der Produktion und dem Vertrieb von Ökostrom aus Wasserkraft. Regelmässig investiert die Unternehmensgruppe in ökologische Aufwertungsarbeiten rund um die Wasserkraftwerke. Strom aus Photovoltaikanlagen und Wärmenetze aus ökologisch sinnvollen Wärmequellen gewinnen weiter an Bedeutung.
Um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen, strebt die Unternehmensgruppe Fortschritte bei der Energieeffizienz an und will die Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie koppeln. Stromeinsparungen und Effizienzmassnahmen helfen dabei, einen erhöhten Stromverbrauch beispielsweise durch Wärmepumpen und Elektromobilität zu dämpfen.
Durch das Angebot innovativer Energielösungen können Kundinnen und Kunden der Unternehmensgruppe Energie in verschiedenen Lebens- und Wirtschaftsbereichen nutzen und zugleich ihren CO₂-Ausstoss reduzieren und ihre Energieeffizienz steigern, z. B. durch E-Mobilitätslösungen, effiziente Abwärmenutzung, intelligente Stromverbrauchszähler oder energieeffizienten Gebäudebau. Mit der Entwicklung innovativer und nachhaltiger Energielösungen erschliesst sich die Unternehmensgruppe neue Geschäftsaktivitäten und richtet sich zukunftsorientiert aus. Innovationen können zu Vorteilen gegenüber Wettbewerbern führen, neue Kundinnen und Kunden ansprechen und bestehende Kundinnen und Kunden an die Unternehmensgruppe binden. Dadurch kann das Unternehmen seine Wettbewerbsposition ausbauen und eine Vorbildfunktion bei der regionalen Umsetzung der Energiewende einnehmen.
Ökostrom-Angebot
Mit der Marke naturenergie war die Unternehmensgruppe eine der ersten Anbieterinnen, die deutschlandweit Ökostrom verkauft haben. Seit 1999 erhalten alle Privatkundinnen und -kunden ausschliesslich Ökostrom. Seit 2025 bietet der B2B-Vertrieb auch Geschäftskunden ausschliesslich Ökostrom an. Durch die erfolgte Umstellung werden im Jahr 2026 nahezu 100 Prozent unserer Kunden Ökostrom aus erneuerbaren Energien beziehen. Ökostrom spielt für Geschäftskunden eine immer wichtigere Rolle, sei es aus gesetzlichen Gründen, um Kundenanforderungen zu erfüllen oder um eigenen Wertvorstellungen zu entsprechen.
Ausbau der Wasserkraft
Mit dem Projekt Rheinfelden 20plus plant die naturenergie hochrhein AG ab 2027 eine Produktionssteigerung an ihrem Wasserkraftwerk in Rheinfelden, indem bisher ungenutztes Potenzial durch verbesserten Wasserabfluss erschlossen wird. Die Baugesuche für Rheinfelden 20plus sind offiziell bei den Behörden eingereicht. Nach Probeaushub, Umweltverträglichkeitsprüfung und intensiven Dialogen mit Bevölkerung und Expertengremien sind wir bereit für den nächsten Schritt: die Genehmigungsphase. Im November 2025 haben wir die Baugesuche für Rheinfelden 20plus offiziell bei den Behörden eingereicht. Die Optimierung der Fallhöhe mittels Rheineintiefung unterhalb des Kraftwerks Rheinfelden und unterhalb des Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt soll die Laufwasserkraft-Stromproduktion um etwa 20 Mio. kWh pro Jahr erhöhen, was dem durchschnittlichen Stromverbrauch von etwa 6’000 Vierpersonenhaushalten entspricht. Der Probeaushub im Herbst 2024 hat gezeigt: Meisseln statt Fräsen ist die beste Methode: weniger Lärm, weniger Erschütterung, präziseres Arbeiten. Die Trübung des Wassers blieb gering, die Belastung für die Fischfauna überschaubar. Die Arbeiten erfolgen auf einem Ponton im Wasser, sodass das Ufer unberührt bleibt. Die Eingriffe sind begrenzt und können durch Massnahmen wie neue Rückzugszonen für Fische, Kieszugaben für Laichplätze und Monitoring ausgeglichen werden. Der Unternehmensgruppe ist besonders wichtig, im engen Austausch mit der Bevölkerung zu stehen. Deshalb wurde auch 2025 wieder ein Bürgerdialog durchgeführt, bei dem Fragen zu Bauabläufen, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit diskutiert wurden.
Die Unternehmensgruppe ist zudem seit 1991 mit der Betriebsführung des Wasserkraftwerks Ryburg-Schwörstadt betraut und übernimmt auch die Projektleitung der Grossrevision. Seit seiner Gründung im Jahr 1926 spielt das Wasserkraftwerk Ryburg-Schwörstadt eine entscheidende Rolle in der regionalen Energieversorgung und setzt weiterhin Standards in Bezug auf die Effizienz und die Betriebssicherheit. Seit Mai 2023 befindet sich das Wasserkraftwerk Ryburg-Schwörstadt in einer Grossrevision, um seine zukünftige Leistungsfähigkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Das Ziel dieser Grossrevision ist, das Wasserkraftwerk technisch zu optimieren und gleichzeitig die Effizienz und die Betriebssicherheit zu verbessern.
Auch die enalpin AG investiert in die Energiezukunft. Im Jahr 2023 konnte im Kraftwerk Mörel der Aus- und Umbau zwei alter Maschinengruppen erfolgreich abgeschlossen werden. Zwei Turbinen, Generatoren und Transformatoren wurden durch eine neue und grössere Maschinengruppe ersetzt. Danach konnte Ende 2023 die Sanierung einer weiteren Maschinengruppe in Angriff genommen und im Frühjahr 2024 erfolgreich abgeschlossen werden. Hierbei wurde der Generator gereinigt und auf eine moderne, bürstenlose Erregung umgebaut und die komplette Kühlanlage, die elektro-hydraulische Steuerung inklusive Maschinentrafo ersetzt.
Im Herbst 2024 begann im Kraftwerk Ackersand die Sanierung der Maschinengruppe 12. Dabei wurden die elektrische Steuerung und der Kugelschieber ersetzt sowie die Hydraulikanlage, die Turbine und der Generator revidiert. Diese Arbeiten wurden im Frühjahr 2025 abgeschlossen.
Ausbau der Photovoltaik
Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien kann die Unternehmensgruppe darüber hinaus in den kommenden Jahren weiterhin zur Stromversorgungssicherheit beitragen. Im Berichtsjahr konnte der Bau der Photovoltaik-Freiflächenanlage in Weilheim (2.4 MWp) abgeschlossen und in Laufenburg (beide Deutschland) mit dem Bau einer weiteren Anlage begonnen werden (2.3 MWp). Zehn weitere Projekte befinden sich derzeit in der Bauleitplanung bei Kommunen (Leistungspotential der Anlagen: 60 MWp).
Mit den beiden oben erwähnten Anlagen erhöht sich die erneuerbare Stromproduktion aus eigenen Photovoltaikanlagen in Deutschland um 5.2 GWh/Jahr.
Im Wallis konnte die enalpin AG im Jahr 2025 13 Verträge für neue Anlagen mit einer Leistung von 2’337 kWp abschliessen. Im Berichtsjahr wurden acht Anlagen neu in Betrieb genommen (1.75 MWp), eine Anlage (391kWp) musste aufgrund von Eigentümerwechsel und Rückbau der Liegenschaft rückgebaut werden. Aktuell verfügt die enalpin AG über 81 MWp installierte Leistung. Zusammen mit den Anlagen, die sie mit Partner-EVU realisiert hat, sind es 10.5 MWp.
Im Bereich Photovoltaikanlagen für Endkundinnen und -kunden ist die naturenergie Gruppe mit ihrer Tochtergesellschaft tritec AG in der Schweiz und mit der Photovoltaikeinheit der naturenergie hochrhein AG in Deutschland gut aufgestellt. 2025 wurden 695 Anlagen für Kundinnen und Kunden mit einer Gesamtleistung von etwa 31.4 MWp installiert. Mit einer Gesamtleistung von etwa 31.3 MWp sorgen die Anlagen der tritec AG hierbei für den Grossteil der installierten Leistung.
Ausbau der E-Mobilität
Die naturenergie Gruppe erweitert seit 2014 kontinuierlich den Anteil an Elektrofahrzeugen. Aktuell sind rund 278 E-Fahrzeuge in Betrieb. Die Elektrifizierung des Fuhrparks, der bedarfsgerechte Austausch von Fahrzeugen zwischen den Standorten und das Downsizing von Fahrzeugen werden konsequent weitergeführt. Vor allem die naturenergie netze GmbH erhöhte in den letzten Jahren deutlich den Anteil an Elektro-Pkw. Er lag im Jahr 2025 bei 77 Prozent (Vorjahr: 72 Prozent). Da die Elektrofahrzeuge der naturenergie netze GmbH aufgrund der örtlichen Gegebenheiten im Schwarzwald, verbunden mit einem teilweise recht hohen Ladevolumen, teilweise an ihre Grenzen stossen, kann auf Verbrennungsfahrzeuge im Fuhrpark nicht gänzlich verzichtet werden. Um jedoch ein konventionell betriebenes Fahrzeug buchen zu können, muss zunächst – entsprechend der allgemein gültigen Reiserichtlinie – geprüft werden, ob die Nutzung eines umweltfreundlichen Verkehrsmittels (Bus, Bahn, Elektroauto) ausgeschlossen werden kann. Erst dann wird eine Genehmigung erteilt. Auch bei Montagefahrzeugen wird unternehmensweit die Umstellung auf E-Mobilität geprüft. Die ersten Fahrzeuge sind bereits im Einsatz, darunter ca. 30 VW ID.Buzz und ca. zehn Nissan Townstar oder vergleichbar.
Mit der Installation weiterer Ladesäulen an den eigenen Standorten wurde auch ein Angebot für die Mitarbeitenden zum Laden privater Elektrofahrzeuge am Arbeitsort geschaffen. Darüber hinaus schreibt seit 2020 eine Richtlinie fest, dass Geschäftsreisen ökologischen Kriterien genügen müssen. Unter anderem sind die Mitarbeitenden verpflichtet, für Dienstreisen vorrangig die unternehmenseigene Elektrofahrzeugflotte oder die Bahn zu nutzen. Im Jahr 2025 wurde die interne Reiserichtlinie aktualisiert. Mit der neuen gruppenweiten Reiserichtlinie wurde ein einheitlicher Rahmen geschaffen, der wirtschaftliche und ökologische Aspekte bei Dienstreisen in den Vordergrund stellt. Öffentliche Verkehrsmittel und elektrische Geschäftsfahrzeuge sind bevorzugte Optionen, Flugreisen werden nur in Ausnahmefällen genehmigt. Die Richtlinie verdeutlicht unser Verständnis für nachhaltige Mobilität und wird durch spezifische Regelungen in den einzelnen Gesellschaften ergänzt.
Kontinuierlich wird das Ladesäulennetz im südbadischen Versorgungsgebiet ausgebaut. Inzwischen steht den Kundinnen und Kunden spätestens alle zehn Kilometer eine Lademöglichkeit zur Verfügung. Die gesamte öffentliche Ladeinfrastruktur wurde entsprechend den Anforderungen der Ladesäulenverordnung bzw. des Eichrechts ertüchtigt und steht damit im Roaming auch Kundinnen und Kunden mit externen Ladekarten zur Verfügung. Lokale Unternehmen unterstützt die Unternehmensgruppe bei der Elektrifizierung ihres Fuhrparks und bietet hierzu Ladelösungen für den E-Flottenbetrieb an. Aktuell steht der Aufbau einer Schnellladeinfrastruktur im Mittelpunkt.
Mit der Elektromobilität treibt die Unternehmensgruppe die Energiewende im Verkehrssektor weiter voran. Mittlerweile betreibt die Gruppe 2’648 Ladepunkte in Deutschland und der Schweiz, davon sind mehr als 1’100 öffentlich zugänglich. Das Carsharing-Angebot wurde durch naturenergie sharing stetig erweitert – von den über 500 Fahrzeugen sind über 250 Elektroautos, die an über 300 Standorten in 90 badischen Städten und Gemeinden zur Verfügung stehen.
Die naturenergie Gruppe setzt mit der Einführung der Elli Flexpole auf eine flexible und zukunftsorientierte Lösung für Elektromobilität. Die DC-Schnellladesäule mit integriertem Batteriespeicher ermöglicht Ladeleistungen von bis zu 250 kW, selbst an Standorten mit begrenzter Netzkapazität. Durch die langsame, aber stetige Ladung des Batteriepuffers wird eine hohe Netzbelastung vermieden, während Elektrofahrzeuge dennoch schnell und effizient geladen werden können. Die Flexpole ist somit mobil, kosteneffizient und reduziert den Installationsaufwand, da aufwendige Netzaufrüstungen entfallen. Damit leistet die naturenergie Gruppe einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Ladeinfrastruktur und unterstützt die Erreichung der Klimaziele sowie die Verkehrswende in Europa. Die erste Elli Flexpole wurde bereits in Kenzingen installiert und soll dort einen E-Shuttlebus mit Energie versorgen bis zur Umsetzung der eigentlich geplanten Schnellladestationen – eine flexible Übergangslösung, die den sofortigen Einsatz von Elektromobilität ermöglicht.
Wärme- und Energielösungen
Im Bereich Wärme- und Energielösungen ist die Unternehmensgruppe in den letzten Jahren stark gewachsen. Durch erfolgreiche Projektstandardisierung und -skalierung werden wumweltschonende dezentrale Wärmelösungen kontinuierlich vorangetrieben. Beispielsweise wird industrielle Abwärme genutzt, sektorenübergreifende Lösungen für Quartiere werden errichtet oder Nahwärmenetze werden sukzessive ausgebaut und modernisiert.
Mit drei Nahwärmeprojekten in Wyhlen, Donaueschingen und Bräunlingen leistet naturenergie einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wärmewende. In Wyhlen wird überwiegend die Abwärme des Wasserkraftwerks genutzt, ergänzt durch Holzhackschnitzel. Dadurch können perspektivisch rund 770 Wohneinheiten nachhaltig versorgt werden. Der regenerative Wärmeanteil liegt bei über 90 Prozent. Auch in Donaueschingen entsteht ein leistungsstarkes Nahwärmenetz für rund 800 Wohneinheiten, gespeist aus regionalen erneuerbaren Energien wie Biogas und Holzhackschnitzeln. Mit über 90 Prozent regenerativer Wärme, einer etwa sieben Kilometer langen Haupttrasse und einem schrittweisen Ausbau bis 2028 stärkt das Projekt die kommunale Wärmewende und erhöht gleichzeitig Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung. Zugleich befindet sich in Bräunlingen seit Mitte 2025 eine effiziente und überwiegend erneuerbare Nahwärmeversorgung im Aufbau. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt werden zentrale öffentliche Gebäude in der Altstadt sowie private Liegenschaften angebunden. Das entstehende Netz soll jährlich bis zu 6 Mio. kWh Wärme liefern und bis 2030 sukzessive auf umliegende Gebiete ausgeweitet werden.
Im deutschen Markt konnte naturenergie 2025 39 neue Nahwärme-Hausanschlüsse erschliessen. Unter der Annahme eines Wärmebedarfs von 6’500 MWh für die 39 Anschlüsse ergibt sich daraus eine jährliche CO₂-Einsparung von insgesamt rund 1’173 Tonnen im Vergleich zum Weiterbetrieb von Öl- oder Gasheizungen. In den kommenden Jahren sollen durch den Ausbau unserer Nahwärmenetze jährlich bis zu 1 Mio. kg CO₂ eingespart werden.
In Deutschland betreut der Bereich Wärme- und Energielösungen rund 110 Anlagen, die 2.5 bis 3 GWh Solarstrom generiert haben. Die weiteren Ausbaupläne stellen den Zubau von weiteren 1.457 GWp in Aussicht.
Bereits seit 2015 baut und betreibt die enalpin in Saas-Fee ein Wärmenetz. Im Sommer 2022 wurde das Erdsondenfeld des bestehenden Tieftemperaturnetzes ausgebaut, wodurch die maximale Ausbaukapazität erreicht wurde. Deshalb plant die enalpin AG gemeinsam mit der Gemeinde Saas-Fee ein neues Hochtemperaturnetz, das eine viermal höhere Heizleistung erreichen wird als das bestehende Netz. Mit dem bisherigen Wärmenetz können 10 Prozent des Wärmebedarfs gedeckt werden. Das neue Hochtemperaturnetz mit einer Holzschnitzel-Verbrennungsanlage soll das bestehende Netz ergänzen und in Zukunft fast 40 Prozent des Wärmebedarfs in Saas-Fee decken. Damit setzt enalpin auf einen zu 100 Prozent erneuerbaren Rohstoff und leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende sowie den Emissionsreduktionszielen. Mit Schweizer Holzschnitzeln sollen somit 8.5 GWh Heizenergie produziert werden. Die Heizleistung ist mit 4.7 MW vier Mal so hoch wie die des bestehenden Tieftemperaturnetzes. Und gleichzeitig entsteht damit in Saas-Fee eine der grössten Hackschnitzelheizungen im Oberwallis. Im Frühjahr dieses Jahres wurden die notwendigen Bewilligungen erteilt, Aushubarbeiten haben begonnen. Seit Herbst 2025 werden die ersten Anschlüsse mit Wärme versorgt und das Netz wird in den nächsten Jahren stetig ausgebaut.
Wasserstoff
Bereits 2020 brachte die Unternehmensgruppe das Reallabor H2-Wyhlen an den Start, in dem sie zusammen mit der EnBW den Einsatz von Wasserstoff in regionalen Gebieten erforscht. Im Januar 2021 startete dann das Projekt mit fünfjähriger Laufzeit. Ziel der Fachleute ist es, neue Fähigkeiten für das Zukunftsthema Wasserstoff aufzubauen und grünen Wasserstoff künftig bezahlbar herzustellen. Das Reallabor basiert auf der Power-to-Gas-Anlage auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Wyhlen. Hier betreibt die Unternehmensgruppe seit 2019 eine Power-to-Gas-Anlage auf Basis alkalischer Elektrolyse mit einer Leistung von 1 MW. Nach Genehmigung durch die Behörden im Jahr 2024 läuft aktuell der Ausbau der Power-to-Gas-Anlage um 5 MW auf insgesamt 6 MW. Neben der Erweiterung der Anlage wurden auch die Vergrösserung der Speicherkapazität und vier zusätzliche Stellplätze zur Befüllung von Wasserstofftankwagen genehmigt. Das Sicherheitskonzept wurde erweitert, um den Bedenken der Bevölkerung Rechnung zu tragen.
2025 wurde der Rohbau der Erweiterungsanlage fertiggestellt, 2026 soll diese in Betrieb gehen und 700 Tonnen Wasserstoff pro Jahr herstellen. Die aktuell produzierten Mengen an Wasserstoff sind für regionale Mobilitätsprojekte vorgesehen. Bei der Produktion von Wasserstoff entsteht Abwärme. Diese Abwärme aus der Power-to-Gas-Anlage und dem Kraftwerk soll drei Wohnquartiere in Grenzach-Wyhlen versorgen. Um auch die Bevölkerung bei diesem Projekt mitzunehmen, gab es 2024 und 2025 mehrere Informationsveranstaltungen für Anwohnende und Interessierte, ausserdem wurde ein Workshop mit den Betroffenen zur zukünftigen Gestaltung der Liegewiese beim Kraftwerk durchgeführt.
Der innovative Weg im Bereich der Wasserstofferzeugung wurde trotz gestiegener Stromgestehungskosten in Wyhlen fortgesetzt. Auch wenn die Bedeutung von grünem Wasserstoff für die zukünftige Energieversorgung allgemein intensiv diskutiert wird, ist ein solches Projekt immer noch eine Pionierleistung mit grossen technischen und kommerziellen Herausforderungen.
Die naturenergie Gruppe behält den Wasserstoffmarkt stetig im Blick, um bei Wirtschaftlichkeit mögliche weitere Ausbaupotentiale bei der H₂-Produktion an unseren Kraftwerksstandorten realisieren zu können.
Batteriespeicher
Im Jahr 2025 erreichte das Projekt Batteriespeicher Ackersand einen wichtigen Meilenstein: Nach über zweimonatigem Transport wurden die vier rund 40 Tonnen schweren Batteriecontainer beim Kraftwerk Ackersand angeliefert und auf die vorbereiteten Fundamente gesetzt. Die vom bereichsübergreifenden enalpin flexteam entwickelte Lithium-Eisen-Phosphat-Grossbatterie ist die leistungsstärkste ihrer Art im Wallis und zählte schweizweit zu den bedeutendsten Speicheranlagen. Mit einer Leistung von rund 8 MW und einer Kapazität von 20 MWh kann der Speicher überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen aufnehmen und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen. Dadurch wird das Stromnetz stabilisiert und die Versorgungssicherheit in der Region gestärkt.
Die Grossbatterie trägt wesentlich dazu bei, Produktionsspitzen – insbesondere an Tagen mit hoher Sonneneinstrahlung – abzufedern und Netzüberlastungen zu verhindern. Damit leistete sie einen zentralen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen, die mit der dezentralen und wetterabhängigen Stromproduktion einhergehen.
Im November 2025 trafen zudem zwei Inverter aus Spanien ein, die den Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom umwandeln und damit eine Gesamtleistung von 8.7 MW ermöglichen. Anschliessend startet die Inbetriebnahme-Phase mit umfangreichen Tests zu Sicherheit, Effizienz und Netzverträglichkeit. Die offizielle Inbetriebnahme ist Anfang 2026 geplant.
Förderung von energieeffizienten Wohnprojekten
Im Fachbereich Bauen und Wohnen entwickeln wir für unsere Kundinnen und Kunden energieeffiziente Gebäude. Bereits bei der Konzeption und Planung der Bauwerke achten wir darauf, dass die Entwürfe flächenschonend angelegt und die Baukörper kompakt gestaltet sind. Bei der Wahl der Baustoffe sind wir auf Langlebigkeit und Haltbarkeit bedacht und achten auf kurze Transportwege. Für das Projektmonitoring und -controlling ist die Digitalisierung und Automatisierung des Planungs- und Bauprozesses entscheidend.
Für die Nachnutzung des ehemaligen Betriebsgeländes von naturenergie netze in Donaueschingen wurde ein Konzept für das Gesamtareal entwickelt. Auf dem Gelände findet eine innerstädtische Nachverdichtung statt. Das bisher gewerblich genutzte Areal wird in Wohnflächen mit Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen für Seniorinnen und Senioren umgewandelt. In einem ersten Bauabschnitt entstand ein Seniorenheim mit 100 Pflegeplätzen. Anfang September 2025 hat die neue Einrichtung planmässig den Betrieb aufgenommen. Das Gebäude ist im KfW-40-NH-Standard errichtet und unterschreitet damit den gesetzlich vorgeschriebenen maximalen Energiebedarf. Die Baumassnahme wurde unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) begleitet, um die Zertifizierung in der Auszeichnungsstufe «Silber» zu erreichen.
Ab 2026 entsteht in einem zweiten Bauabschnitt das Quartier am Schlosspark mit fünf modernen Wohnhäusern und insgesamt 67 barrierefreien, teilweise rollstuhlgerechten Wohnungen. Zusätzlich entstehen eine integrierte Tagespflege sowie quartiersnahe, seniorengerechte Dienstleistungs- und Gewerbeflächen. Die Lage am Schlosspark und die Nähe zu zentralen Infrastrukturpunkten gewährleisten eine hohe Aufenthaltsqualität und kurze Wege. Die Gebäude werden als Neubau im KfW-40-Standard realisiert. Eine energieeffiziente Massivbauweise, natürliche Materialien und eine umweltfreundliche Nahwärmeversorgung reduzieren den Energiebedarf und unterstützen die emissionsarme Quartiersentwicklung. Grosszügige Grundrisse, natürliche Belichtung und hochwertige Freiräume erhöhen die Wohnqualität. Das Wohnkonzept fördert soziale Teilhabe im Alter: Laubengänge verbinden die Gebäude und schaffen geschützte Begegnungsbereiche. Eine zentral angelegte Grünfläche mit Bewegungs- und Aufenthaltsangeboten stärkt die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner. Das Quartier vereint damit nachhaltige Bauweise, effiziente Energieversorgung und ein integratives, auf Selbstständigkeit ausgerichtetes Wohnumfeld.
Ein weiteres auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Wohnprojekt entsteht in Herrischried. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2026 geplant. Es entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 16 Wohnungen im KfW-40-Plus-Standard. Die Gebäude kommen ohne Schornstein aus, da Erdwärmesonden und Wärmepumpen sie mit Wärme versorgen. Die Wärmeversorgung der Mehrfamilienhäuser wird langfristig vom Fachbereich Wärme- und Energielösungen betreut und gewartet. Die Wohnanlage erhält eine auf maximale Leistung ausgelegte Photovoltaik-Dachanlage und einen Batteriespeicher. So kann ein grosser Teil des benötigten Stroms emissionsarm auf dem eigenen Grundstück erzeugt und genutzt werden.
Im Zentrum von Rümmingen entsteht ein Senioren- und Mehrgenerationenwohnen mit 23 barrierefreien Zwei- und Dreizimmerwohnungen, einer Tagespflege sowie einem Gemeinschaftsraum. Ergänzend wird ein Quartiersplatz als Begegnungsort realisiert. Verkehrsberuhigende Massnahmen, darunter die Verbreiterung der Gehwege und eine Querungshilfe an der Schallbacher Strasse, tragen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität bei. Die Gebäude werden nach hohen energetischen und ökologischen Standards errichtet. Die Wärmeversorgung erfolgt über Geothermie in Kombination mit einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung, damit werden die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG 2023) erfüllt. Ein Carsharing-Angebot unterstützt eine nachhaltige Mobilität. Naturnah gestaltete Aussenanlagen mit heimischen Pflanzen fördern die Biodiversität und schaffen attraktive Erholungsräume, während sich die Gebäudekubatur mit ihrem «Dorf-in-Dorf»-Charakter harmonisch in die bestehende Ortsstruktur einfügt.
Initiativen und Mitgliedschaften
Die naturenergie Gruppe ist Mitglied der Vorreiter-Initiative Klimaschutz-Unternehmen e. V. (KSU), die sich besonders für Klimaschutz und Energieeffizienz engagiert. Die Mitgliedschaft im Unternehmensnetzwerk ist mit einer Würdigung durch das Bundesumweltministerium, das Bundeswirtschaftsministerium und die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) verbunden. Darüber hinaus ist die naturenergie Gruppe auch Mitglied im Netzwerk Energieeffizienz und Klimaschutz von EnBW. Hierbei werden pro Jahr mindestens zehn Fachthementreffen zu Informationen über Energieeffizienz und Klimaschutz von EnBW organisiert. Sowohl die dort vorgetragenen Informationen als auch der allgemeine Austausch innerhalb des Netzwerks zu diesen Themen haben sich als sehr wertvoll erwiesen.
Bereits im dritten Jahr engagiert sich die naturenergie Gruppe im Klimabeirat Rheinfelden. Der Klimabeirat unterstützt Politik und Verwaltung bei der Entwicklung und Umsetzung von Strategien und Massnahmen zum Klimaschutz sowie seit 2025 auch zur Klimaanpassung. Er begleitet den Fortschritt der Stadt auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität bis 2040 und gibt in beratender Funktion Empfehlungen ab. Im Rahmen der ersten Arbeitsphase wurden neun Sofortmassnahmen in den Handlungsfeldern «Stadtentwicklung», «Energie», «Mobilität» und «Wirtschaften & Arbeiten» erarbeitet, von denen mehrere bereits umgesetzt oder in der Umsetzung sind. Die Expertise von naturenergie ist dabei insbesondere im Handlungsfeld «Energie» eingeflossen.
Seit 2024 ist die naturenergie Gruppe als Gründungsmitglied auch aktiv im Bündnis REGIONAL.KLIMASCHUTZ.MACHEN des Landkreises Lörrach. Das Bündnis stellt einen Kooperations- und Vernetzungsraum dar, mit dem Ziel, kontinuierlich die Klimagase zu senken, die Ressourcen zu schonen, die regionale Handlungskraft zu nutzen, den Wirtschaftsstandort zu sichern und die Klimaneutralität der Region bis 2040 zu erreichen. Als Partnerorganisation bringen wir Stärken, Erfahrungen und Best Practices ein, um die Klimaschutzziele und das übergeordnete Ziel der klimaneutralen Region bis zum Jahr 2040 zu unterstützen. Darüber hinaus ist naturenergie Gruppe mit Referentinnen und Referenten an verschiedenen Anlässen präsent. 2025 war naturenergie unter anderem bei einer Podiumsdiskussion des Bündnisses REGIONAL.KLIMASCHUTZ.MACHEN vertreten sowie beim Klimaschutztag der Klimaschutzunternehmen in Obernai im Elsass.
Kennzahlen
Erklärtes strategisches Ziel der naturenergie Gruppe ist der Auf- und Ausbau von nachhaltigen Wärme- und Energielösungen. Diese Wachstumsstrategie der Unternehmensgruppe wird in den kommenden Jahren dazu führen, dass sich der CO₂-Fussabdruck der Unternehmensgruppe zunächst erhöht, z. B. durch die verursachten Baumassnahmen. Insgesamt betrachtet sinken jedoch die CO₂-Emissionen, da konventionelle Wärme- und Energielösungen, z. B. Ölheizungen, durch nachhaltige Alternativen ausgetauscht werden. Ziel ist es, die spezifischen CO₂-Emissionen kontinuierlich zu senken, indem bei bestehenden Anlagen der Anteil erneuerbarer Brennstoffe maximiert und bei neuen Projekten auf Umwelt- und Abwärme gesetzt wird. Übergangsmassnahmen werden im Transitionsplan zur kohlenstoffarmen Wirtschaft berücksichtigt.
Eigene Treibhausgasbilanz
Seit 2020 ermittelt die naturenergie Gruppe ihre Scope-1-, Scope-2- und Teile der Scope-3-Emissionen. Das Fundament hierfür wurde bereits in den vergangenen Jahren gelegt.
Scope 1
Ein Grossteil der Scope-1-Emissionen der naturenergie Gruppe resultiert aus der Energie, die vom Bereich Wärme- und Energielösungen als Produkt «Wärme» an Kundinnen und Kunden weiterverkauft wird. Das dabei in hocheffizienten Blockheizkraftwerken (BHKW) zur gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung verbrannte Erdgas macht den Grossteil der Scope-1-Emissionen dieser Energiedienstleistungen aus. Weitere Emissionsquellen in Scope 1 sind verbleibende Emissionen aus dem Treibstoffverbrauch des bereits stark elektrifizierten Fuhrparks, der Brennstoffverbrauch für das Beheizen der eigenen Betriebsgebäude sowie nicht vermeidbare Emissionen flüchtiger Gase aus Kältemitteln und im Berichtsjahr auch SF₆ aus Defekten im Betrieb von vier Umspannwerken.
Bei der Wärmeversorgung setzt die naturenergie hochrhein AG auf den Auf- und Ausbau von Wärmenetzen. Sie werden mit industrieller Abwärme oder Energie aus regionaler Biomasse (Holzhackschnitzel) gespeist. In Ausnahmefällen, wenn keine nachhaltigen Quellen erschlossen werden können, wird für Spitzenlast und Redundanz auf fossile Energieträger zurückgegriffen. In Neubaugebieten baut die naturenergie Gruppe kalte Nahwärmenetze mit Wärmepumpen, deren Hilfsstrom aus Photovoltaikanlagen und Wasserkraftwerken stammt.
Um noch nicht vermeidbaren Emissionen in Scope 1 entgegenzuwirken, investiert die naturenergie Gruppe auch ausserhalb der eigenen Wertschöpfungskette in den Klimaschutz. Hierbei handelt es sich um CO₂-Zertifikate aus Wasserkraftwerken.
Scope 2
Die Scope-2-Emissionen der naturenergie Gruppe resultieren im Wesentlichen aus den Netzverlusten. Seit dem Berichtsjahr 2019 weist die Unternehmensgruppe ihre Netzverluste aus. Als Verlustenergie werden alle unvermeidlichen Energieverluste beschrieben, die bei Transport oder Umspannungen im Stromnetz oder Verteilung von Strom über das Netz zustande kommen. naturenergie entzieht zum Ausgleich der bilanziell den Netzverlusten zugerechneten Emissionen Herkunftsnachweise aus eigener erneuerbaren Stromerzeugung dauerhaft dem Markt.
Weitere Emissionsquellen in Scope 2 sind die Fernwärmeverbräuche der enalpin in Visp sowie der naturenergie holding in der Schildgasse in Rheinfelden.
Scope 3
Scope-3-Emissionen umfassen die indirekten Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Da Scope-3-Emissionen häufig den Grossteil der Gesamtemissionen ausmachen, bieten sie erhebliche Reduktionspotenziale. Das trifft auch auf die naturenergie Gruppe zu. 2024 wurde mittels eines ersten Screenings erörtert, für welche der 15 Scope-3-Kategorien bereits eine gute Datengrundlage besteht und wie relevant diese für Stakeholder sowie die naturenergie Gruppe sind. Auch potenzielle Dekarbonisierungshebel wurden berücksichtigt.
Die Relevanz einiger Kategorien konnte noch nicht abschliessend bewertet werden oder ihre Erfassung befindet sich im Aufbau, sodass sich zunächst folgende relevante Kategorien ergeben:
- Kategorie 1 – Eingekaufte Waren und Dienstleistungen: Diese Kennzahl wurde erstmalig im Verlauf des Geschäftsjahrs rückwirkend für das Geschäftsjahr 2024 berechnet und für 2025 aktualisiert. Berücksichtigt werden Emissionen, die durch den Einkauf von Waren und Dienstleistungen in der Unternehmensgruppe entstehen. Die Berechnung erfolgt auf Basis von Emissionsfaktoren für NACE-Codes.
- Kategorie 3 – Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten: Diese Kategorie umfasst die indirekten Emissionen aus der Gewinnung, Verarbeitung und dem Transport von Energieträgern, die vom Unternehmen genutzt werden und nicht bereits in Scope 1 oder 2 erfasst sind. Bei der naturenergie Gruppe handelt es sich hierbei vor allem um Emissionen, die bei der Erzeugung von Strom entstehen (die Vorketten der Stromproduktion) und den Vertrieb und Transport von Erdgas. Die Kennzahl wurde für das Berichtsjahr 2024 erstmalig ermittelt und berechnet.
- Kategorie 4 – Transport vorgelagert: Im Herbst 2025 hat ein Projekt mit Studierenden der DHBW stattgefunden, dessen Ziel die Erarbeitung einer geeigneten Berechnungs-methode der Emissionen aus der vorgelagerten Lieferkette war. Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen, erste Daten liegen vor. Die Validierung der Berechnungsmethode und der Ergebnisse wird 2026 erfolgen.
- Kategorie 5 - Abfall: In dieser Kategorie werden verschiedene Abfallströme und deren Verwertung berücksichtigt. Die Kennzahl wurde rückwirkend erstmals für 2024 berechnet und für 2025 aktualisiert.
- Kategorie 6 – Geschäftsreisen: Diese Kategorie umfasst die Emissionen, die durch Geschäftsreisen der Mitarbeitenden entstehen. Hierunter fallen Flug- und Bahnreisen, Taxis sowie öffentliche Verkehrsmittel. Entsprechend der geltenden Reiserichtlinie sind die Mitarbeitenden der naturenergie Gruppe in der Regel mit der Bahn unterwegs oder nutzen den elektrifizierten Fuhrpark.
- Kategorie 7 – Pendelverkehr Mitarbeitende: Diese Kategorie umfasst die Emissionen, die durch das Pendeln der Mitarbeitenden zwischen ihrem Wohnort und dem Arbeitsplatz entstehen. Die Kennzahl wurde für das Berichtsjahr 2024 erstmalig berechnet und befindet sich 2025 in umfassender Überarbeitung.
- Kategorie 11 – Verwendung verkaufter Produkte: Massgeblich für diese Kategorie ist der Gasabsatz der Unternehmensgruppe. Daneben wird die Nutzung verkaufter Ladeinfrastruktur sowie ausrangierter und verkaufter E-Fahrzeuge berücksichtigt. Die Kategorie wurde erstmals rückwirkend für 2024 berechnet. Aufgrund bestehender Datenlücken wird diese Kennzahl noch nicht veröffentlicht.
- Kategorie 15 – Investitionen: Derzeit werden erste Ansätze zur Schätzung und Validierung der zugehörigen Emissionen entwickelt. Erste Berechnungen liegen bereits vor, jedoch bestehen noch wesentliche Datenlücken und Unsicherheiten, insbesondere hinsichtlich der Emissionsfaktoren und der verfügbaren Aktivitätsdaten der relevanten Beteiligungen. Die Kategorie wird deshalb aktuell methodisch weiter geprüft und verfeinert. Auf-grund der unzureichenden Datenqualität wird die Kennzahl zum jetzigen Zeitpunkt nicht veröffentlicht.
Die naturenergie Gruppe veröffentlicht aktuell Daten zu vier der 15 Scope-3-Kategorien (2024: drei).
Kategorie 1
Da naturenergie über keinen zentralen Einkauf für die gesamte Unternehmensgruppe verfügt, wurden für die Berechnung der Emissionen aus eingekauften Waren und Dienstleistungen jene Beteiligungen berücksichtigt, die das höchste Einkaufsvolumen aufweisen: die naturenergie holding AG, die naturenergie AG, die naturenergie netze GmbH, die tritec AG sowie die enalpin AG. Die weiteren Gesellschaften beziehen Teile ihrer Waren und Dienstleistungen auch über den Einkauf der naturenergie holding AG, sodass deren eigener Einkaufsumfang bereits in der Kennzahl berücksichtigt ist.
Kategorie 3
In die Berechnung der indirekten Treibhausgasemissionen durch energiebezogene Aktivitäten fliessen Daten der enalpin AG, der naturenergie holding AG sowie der Energieversorgung Südbaar GmbH & Co. KG ein. Andere Tochtergesellschaften und Unternehmensbereiche haben keinen signifikanten Beitrag zu dieser Kennzahl. Dabei werden die Stromvorketten der verschiedenen Stromqualitäten (z. B. Laufwasser oder PV), der Zukauf von Erd- und Biogas sowie die Wasserstoffproduktion berücksichtigt.
Kategorie 5
Bei den Emissionen aus dem Abfallaufkommen der naturenergie Gruppe werden die Abfälle der naturenergie hochrhein AG, der naturenergie netze GmbH, der enalpin AG, der tritec AG, der Energieversorgung Südbaar GmbH sowie der naturenergie systeme GmbH berücksichtigt. Durch die Einführung einer systematischen Erfassung der Abfallströme konnte die Datenqualität im Jahr 2025 gegenüber 2024 deutlich verbessert werden. Die Berechnung erfolgt unter Berücksichtigung der Abfallarten und der jeweiligen Behandlungsmethoden, da diese massgeblich die Höhe der entstehenden Emissionen beeinflussen.
Kategorie 6
Die Berechnung der Emissionen durch Geschäftsreisen erfolgt auf Basis von Ist-Werten, die im Umweltmanagementsystem erfasst werden. Hierbei werden alle emittierenden Mobilitätsformen berücksichtigt.
Kategorie 7
Zur Berechnung der indirekten Treibhausgasemissionen durch Pendelverkehr wird die Berücksichtigung folgender Annahmen geprüft:
- Präsenzzeiten der Mitarbeitenden von naturenergie hochrhein AG, naturenergie holding AG, naturenergie netze AG in Höhe von 74 Prozent (damit sind etwa 75 Prozent der Mitarbeitenden berücksichtigt)
- Gemittelte Streckenkilometer zur und von der ersten Tätigkeitsstätte aller Mitarbeitenden pro Tag
- Gesetzliche Arbeitstage abzüglich Urlaubstage und Tage für mobiles Arbeiten
- Hoher Anteil Mitarbeitende mit Ladechips mit und ohne Dienstfahrzeug
- Nutzung verschiedener Verkehrsmittel für unterschiedlich lange Pendelwege
Detailliertere Informationen zur Emissionsbilanz und zum entsprechendem Energieverbrauch sind auf Seite 61 dieses Berichts dargestellt.
Energieverbrauch innerhalb der Organisation
| in MWh | 2025 | 2024 |
| Strom (inklusive Elektrofahrzeuge) | 27’909 | 30’354 |
| Fernwärme | 360** | 94 |
| Treib- und Brennstoffe | 5’504 | 5’759 |
| Heizöl | 179*** | 143 |
| Erdgas* | 338**** | 118 |
| Diesel (inklusive Notstrom) | 4’576 | 4’892 |
| Benzin* | 67 | 81 |
| Holzpellets | 343 | 525 |
| Netzverluste | 76’702 | 76’726 |
| Gesamt | 108’475 | 112’933 |
| Energiedienstleistungen***** | –68’105 | –56’669 |
| Erdgas | –51’170 | –40’365 |
| Heizöl | –2’619 | –2’867 |
| Diesel | 0 | 0 |
| Holzhackschnitzel | –12’338 | –11’476 |
| Strom für Wärmepumpen | –1’978 | –1’961 |
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* Aufgrund einer verbesserten Datengrundlage wurden einzelne Vorjahreswerte aktualisiert. ** Erhöhung aufgrund der Erweiterung des berichteten Geltungsbereichs sowie erstmals gelieferter zusätzlicher Wärmemengen. *** Erhöhung aufgrund eines neu hinzugekommenen Heizölstandorts sowie des temporären Einsatzes einer mobilen Heizzentrale nach dem Ausfall einer Wärmepumpe. **** Erhöhung aufgrund eines neu hinzugekommenen Erdgasstandortes. ***** Energie, die vom Bereich Wärme- und Energielösungen als Produkt «Wärme» an Kundinnen und Kunden weiterverkauft wird. |
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Direkte (Scope 1) und indirekte energiebezogene (Scope 2) THG-Emissionen
| in Tonnen CO₂e | 2025 | 2024* |
| Scope 1 (ohne EDL)** | 13’570 | 12’028 |
| Eigenverbrauch Strom*** | 0 | 0 |
| Eigenverbrauch Brennstoffe | 91 | 53 |
| Treibstoffe | 1’100 | 1’153 |
| Flüchtige Emissionen (Kältemittel) | 43 | 217 |
| SF₆ | 320 | 771 |
| Scope 1: Energiedienstleistungen (EDL)**** | ||
| Erdgas | 10’372 | 8’180 |
| Heizöl | 849 | 876 |
| Diesel | 0 | 0 |
| Holzhackschnitzel | 140 | 130 |
| Strom für Wärmepumpen | 655 | 649 |
| Scope 2 | 24’782 | 25’406 |
| Fernwärme | 63 | 17 |
| Netzverluste | 24’719 | 25’389 |
| Gesamt | 38’352 | 37’316 |
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* Aufgrund einer verbesserten Datengrundlage wurden einzelne Vorjahreswerte aktualisiert. ** Um noch nicht vermeidbaren Scope-1-Emissionen entgegenzuwirken,, unter- stützt die Unternehmensgruppe mit CO₂-Zertifikaten ein Wasserkraftwerk. *** Stromverbrauch ausschliesslich aus Ökostrom. **** Energie, die vom Bereich Wärme- und Energielösungen als Produkt «Wärme» an Kundinnen und Kunden weiterverkauft wird. |
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Auch im Jahr 2025 kam es erneut zu Austritten des treibhausgasintensiven Schwefelhexafluorids (SF₆), das als Isolier- und Schaltgas in Mittel- und Hochspannungsanlagen bei naturenergie netze eingesetzt wird. Im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch eine deutlich geringere Austrittsmenge zu verzeichnen. Parallel dazu treibt naturenergie netze den Umstieg auf SF₆-freie Technologien voran: Das Umspannwerk Löffingen mit einer SF₆-freien «Clean Air»-Schaltanlage ist bereits seit Februar 2023 in Betrieb. In Beuren an der Aach begann der Bau eines neuen SF₆-freien Schalthauses im Januar 2025, nachdem der Spatenstich im September 2024 erfolgte. Am Standort Maulburg läuft seit Frühjahr 2023 die Erneuerung mit einer SF₆-freien Mittelspannungsschaltanlage, deren Inbetriebnahme im Jahr 2027 geplant ist. Diese Massnahmen zeigen den klaren Weg hin zu einem SF₆-freien Netzbetrieb und leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion klimaschädlicher Emissionen.
EU G4-EN15: Direktes CO₂e pro MWh produziertem Strom
Die eigene Stromproduktion der naturenergie hochrhein AG erfolgt über Wasserkraftwerke. Die CO₂-Emissionen von naturenergie Kundinnen und Kunden betragen daher 0 g/kWh. Im Rahmen des Mieterstrommodells können Privatkundinnen und -kunden auch Strom aus gasbetriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW) erhalten. Hierbei betragen die CO₂-Emissionen in etwa 201 g/kWh (nach BAFA).
EU G4-EN16: Indirektes CO₂e pro MWh produziertem Strom
Der Strommix für Letztverbrauchende der naturenergie hochrhein AG setzt sich zusammen aus der Produktion in eigenen Wasserkraft- und Partnerwerken sowie aus zusätzlichen Stromlieferungen von ausgewählten Partnern. Die Angaben beziehen sich jeweils auf das Vorjahr. Die CO₂-Emissionen betragen 246 g/kWh für Stromlieferungen an unsere Kunden im Jahr 2024. Damit liegen die CO₂-Emissionen unserer Stromprodukte deutlich unter dem bundesdeutschen Strommix im Jahr 2024 mit 363 g/kWh.
Indirekte THG-Emissionen nach Kategorie
| in Tonnen CO₂e | 2025 | 2024 |
|
Kategorie 1: Waren und Dienstleistungen |
57’685* | |
|
Kategorie 3: Energiebezogene Aktivitäten |
43’121*** | 136’551** |
| Kategorie 5: Abfall | 1’049 | |
| Kategorie 6: Geschäftsreisen | 29 | 50**** |
| Kategorie 7: Pendelverkehr | ***** | 89 |
*Währungsbereinigt.
** Deutlich verbesserte Datengrundlage. Dadurch konnte die Qualität der Stromvorketten besser aufgeschlüsselt werden. Zudem wurde für den Schweizer Strommix ein falscher Emissionsfaktor verwendet.
*** Die weitere deutliche Reduktion ist zurückzuführen auf die nahezu vollständige Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien für Geschäftskunden (S. 92).
**** Für Geschäftsreisen konnte der Prozess der Datenerhebung optimiert werden. Mit der besseren Datengrundlage geht eine Anpassung des Wertes 2024 einher.
***** Die Berechnung befindet sich in Überarbeitung. Die inkonsistente Datenlage soll deutlich verbessert werden, um zukünftig belastbare Daten und Vergleichbarkeit sicherzustellen.
Ziele und Massnahmen im Umweltprogramm
S. 23f. ↗
Umweltpolitik und Umweltorganisation
Gruppenweit geltende Umweltleitlinien.
S. 17, S. 20 ↗
Umwelt- & Klimaschutz-Policy
Umwelt- und Klimaschutz sind integrale Bestandteile der Unternehmensstrategie.
Online ↗
Das Umweltprogramm
Zentrales Instrument im Umweltmanagementsystem ist das Umweltprogramm mit Zielen bis 2030.
S. 22–24 ↗
EMAS
EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist ein internationales Umwelt-managementsystem, das Unternehmen ermöglicht, ihre Umweltleistung zu bewerten, zu berichten und kontinuierlich zu verbessern.
EMAS ↗
Gesamt-Stromabsatz in Mio. kWh
7’470
Zertifikate und Siegel
Zertifikate zu Ökostromprodukten und dem TÜV ge-prüften CO₂e-Fussabdruck des Gasprodukts.
Online ↗
Ausbau Wasserstoff-produktion
Mehr Informationen zum Thema Wasserstoff als Energie der Zukunft hier:
Online ↗
TOP-ESG-KPIs
Anhand der TOP-ESG-KPIs macht die Unternehmensgruppe ESG-Ziele sowie deren Erreichung transparent.
S. 38 ↗
Transitionsplan
Der Klima-Transitionsplan zeigt, wie naturenergie plant, ihre Treibhausgasemissio-nen im Einklang mit nationa-len und internationalen Klimazielen zu reduzieren.
Online ↗
Regionalstromprodukte
Der Strommix für Letztver-brauchende in Regionalstromprodukten der naturenergie hochrhein AG für das Jahr 2024 setzt sich zusammen aus der Pro-duktion in eigenen Wasserkraft- und Partnerwerken am Hoch-rhein. Der Regionalstromanteil stammt aus Wasser-kraftwerken vom Wiesental.
Online ↗
Zusammensetzung Strom naturenergie hochrhein AG
Der Strommix setzt sich zusammen aus der Produktion in eigenen Wasserkraft- und Partnerwerken sowie aus zusätzlichen Stromlieferungen von ausgewählten Partnern.
● 69 % Erneuerbare Energien mit Herkunfts-nachweis, nicht gefördert nach dem EEG
● 10 % Erdgas
● 1 % Sonstige fossile Energieträger
● 20 % Kohle
CO₂-Emissionen in g/kWh
246
Radioaktiver Abfall in g/kWh
0
Verbleibender Energieträgermix / naturenergie hochrhein AG Systemstrom
Den verbleibenden Energieträgermix liefern wir allen Kundinnen und Kunden, die kein gesondertes Stromprodukt beziehen (Industriekunden).
● 1 % Erneuerbare Energien mit Herkunfts-nachweis, nicht gefördert nach dem EEG
● 51 % Erneuerbare Energien gefördert nach dem EEG
● 15 % Erdgas
● 2 % Sonstige fossile Energieträger
● 31 % Kohle
CO₂-Emissionen in g/kWh
381
Radioaktiver Abfall in g/kWh
0
Zusammensetzung naturenergie
Das Produkt naturenergie enthält ausschliesslich Strom aus 100 Prozent Wasserkraft. Unsere drei Was-serkraftwerke in Wyhlen, Rheinfelden und Laufenburg haben zusammen eine Leistung von 244,5 MW, das ist Strom für rund 445’000 Haushalte.
● 49 % Erneuerbare Energien mit Herkunfts-nachweis, nicht gefördert nach dem EEG
● 51 % Erneuerbare Energien gefördert nach dem EEG
CO₂-Emissionen in g/kWh
0
Radioaktiver Abfall in g/kWh
0
CO₂-Emissionen einer Grossrevision
Wasserkraftwerke arbeiten emissionsarm. Eine Grossrevision verursacht jedoch CO₂-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, vor allem vor und nach den Revisionsarbeiten, sogenannte Scope-3-Emissionen. Am Beispiel des Wasserkraftwerks Ryburg-Schwörstadt zeigen wir die wichtigsten Quellen der Treibhausgas-Emissionen nach Kategorien des «GHG Protocol» auf.
Kategorie 2
Kategorie 4
Kategorie 5
Kategorie 6
Kategorie 7
Kategorie 12
Kapitalgüter
Transport und Distribution
Abfall
Geschäftsreisen
Pendelverkehr
End of Life Treatment, Verkauf der Produkte
Die energieintensive Stahlherstellung macht rund die Hälfte der Gesamtemissionen (ca. 700 Tonnen CO₂) aus.
Der Transport der tonnenschweren Teile führt von China über Rotterdam und Ravensburg bis zum Kraftwerk. Eine logistische Höchstleistung mit enormem Emissionsaufwand.
Emissionen entstehen auch bei der Abfallbehandlung, zum Beispiel jener der Schlacke bei der Stahlherstellung oder des verwendeten Strahlmittels.
Im Rahmen der Revision wurden Modelltests in Finnland und die Abnahme in Ravensburg durchgeführt.
Die täglichen Arbeits-wege des Revisionsteams (7.5 FTE) sind ebenfalls mit Scope-3-Emissionen verbunden. Einsparungen lassen sich durch die Nutzung von öffentlichem Verkehr und Fahrrädern erzielen, wenngleich nur geringfügig.
Die ersetzten Teile werden von einem Dienstleister abgeholt und verschrottet. Durch die Wiederverwendung der Rohstoffe können Ressourcen und das Klima geschont werden.
CO₂-Emissionen: in Tonnen
1’600*
So viel CO₂ fällt einmalig bei der Revision an. Das entspricht etwa dem Ausstoss eines kleinen Dorfs in Deutschland mit 150 Einwohnenden pro Jahr. Die langen Nutzungszeiten der neuen Komponenten relativieren die Emissionen.
CO₂-Faktoren im Vergleich in g CO₂/kWh
| Grossrevision Wasserkraftwerk | 2 | |
| Wasserkraft (insgesamt) | 2.8–24 | |
| Photovoltaik | 43–6 3 | |
| Erdgas | 368 | |
| Strommix (2023) | 380 |
Die lange Lebensdauer neuer Turbinenteile von 40 bis 100 Jahren relativiert den einmaligen Emissionsaufwand für die emissionsarme Stromerzeugung. Viele Teile, insbesondere die Generatoren, werden überholt und wiederverwendet, was zusätzlich tausende Tonnen CO₂ einspart.
* Schätzung Scope-3-Emissionen auf Basis verfügbarer Daten für die gesamte rund vierjährige Dauer der Revision.
Quellen: Deutsches Umweltbundesamt, IPCC, GHG Protocol, DEFRA
Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Durch vorausschauende Planung versucht die naturenergie Gruppe, ihren Einfluss auf die Natur und die natürlichen Lebensräume so gering wie möglich zu halten.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Die naturenergie Gruppe trägt «Natur» im Namen und berücksichtigt grundsätzlich ökologische Aspekte beim Betrieb von Kraftwerken, beim Bau neuer Energieerzeugungsanlagen und bei der Erweiterung des Stromnetzes, um Eingriffe in die natürlichen Lebensräume zu minimieren und die Biodiversität zu erhalten. Ausserdem verpflichtet sich die naturenergie Gruppe dem Umweltschutz, der Verhinderung von Umweltbelastungen sowie der kontinuierlichen Verbesserung der eigenen Managementsysteme sowie Umweltleistungen.
Seit mehr als 125 Jahren beschäftigt sich die naturenergie Gruppe mit Wasserkraft. Die Nutzung der Wasserkraft beeinflusst den Wasserfluss, die Flussökologie, die Durchgängigkeit, die Laichhabitate, die Ökosysteme und Lebensräume in Fliessgewässern. Durch die Unterbrechung der biologischen und morphodynamischen Durchgängigkeit der Fliessgewässer entstehen ökologische Beeinträchtigungen. Wasserorganismen können direkt geschädigt werden, wenn sie die Turbinen flussabwärts passieren. Um diese negativen Auswirkungen der Kraftwerke zu minimieren, arbeitet die naturenergie Gruppe eng mit Fachbehörden und Verbänden zusammen. Durch Anpassungsmassnahmen sollen die Gewässerökosysteme so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.
Auf bewirtschafteten Flächen können Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Photovoltaik, Bauen und Wohnen sowie der Betrieb von Anlagen und Kraftwerken zu Bodenversiegelungen oder Landnutzungs- und Lebensraumänderungen führen. Die Bodenversiegelung wirkt sich über die eigentliche Bebauung hinaus negativ auf die Ökosysteme aus. Gleichzeitig können durch Bauarbeiten oder Lärm die lokale Bevölkerung und Tierwelt gestört werden.
Beim Betrieb von Grosstransformatoren erwärmen sich die Transformatorenoberflächen. Dadurch steigen auch die Temperaturen in der näheren Umgebung der Transformatoren. Die Wärme zieht insbesondere in der kalten Jahreszeit Kleintiere wie Marder, Iltisse oder Katzen an. Um Stromschläge und dadurch ausgelöste Stromausfälle zu verhindern, hat naturenergie netze alle spannungsführenden Teile im Bereich der Grosstransformatoren isoliert. Auch beim Bau neuer Umspannwerke wird auf diesen Kleintierschutz geachtet.
Der Schutz der Umwelt entspricht sowohl den regulatorischen Vorgaben als auch den Erwartungen der Kundinnen und Kunden und der lokalen Gemeinden an die Unternehmensgruppe. Die Kundinnen und Kunden profitieren von Klimaschutzleistungen und Versorgungssicherheit und die lokale Bevölkerung von sauberem Wasser, intakten Lebensräumen, Hochwasserschutz und Naherholungsflächen. Strengere Umweltvorschriften, sowohl in der EU als auch in der Schweiz, können zu zusätzlichen Anforderungen und Auflagen führen. Mangelnde Transparenz oder nicht konformes Verhalten können zu Reputationsverlust oder Sanktionen führen. Investitionen, Umweltschutz und der Erhalt der natürlichen Umwelt in der Umgebung der Betriebsstätten müssen mit der Geschäftstätigkeit in Einklang gebracht werden. Hohe Anforderungen an Biodiversität und Naturschutz und der damit verbundene erhöhte Ressourcenaufwand können zudem Projekte verzögern, verhindern oder unwirtschaftlich machen. Das Unternehmen beobachtet kontinuierlich die regulatorischen Entwicklungen und passt seine Strategie an, um sicherzustellen, dass es neue Anforderungen erfüllt und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Biodiversität minimiert. Durch die Förderung und den Schutz der biologischen Vielfalt kann die naturenergie Gruppe ihre Position als umweltbewusstes Unternehmen und das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in ihre Marke stärken. Daraus ergeben sich Chancen für die Vermarktung von Ökostromprodukten sowie den Ausbau erneuerbarer Energien, die einen Beitrag zum Naturschutz leisten. Durch Investitionen in den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen sichert die naturenergie Gruppe langfristig die Stabilität und Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen. Diese Ressourcen sind für die Energieerzeugung unverzichtbar.
Die naturenergie Gruppe stellt durch klare Regeln, proaktive Risiko- und Impact-Analysen, Stakeholder-Dialoge sowie Ausgleichs- und Kompensationsmassnahmen sicher, dass die genannten negativen Auswirkungen reduziert und gleichzeitig die positiven Auswirkungen auf die Umwelt maximiert werden können. Über Audits (ISO 14001, EMAS), jährliche Management-Reviews, Klimarisikoanalysen und Monitoring wird festgestellt, welche Standorte und Produkte sowie Dienstleistungen in der Lieferkette massgebliche Auswirkungen auf die Biodiversität haben.
Policies
Die naturenergie Gruppe hat eine eigene Policy zum Thema Biodiversitätsmanagement verfasst, um Biodiversität zu schützen und zu fördern. Die Policy orientiert sich an internationalen Rahmenwerken wie beispielsweise den SDGs, dem Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework, der europäischen Verordnung zur Wiederherstellung der Natur, der Initiative Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) und dem UN Global Compact. Sie ist gruppenweit gültig und berücksichtigt auch die Lieferkette. Zusätzlich ist geplant, bei Geschäftspartnern entsprechende Zertifikate abzufragen. Zentrale Prinzipien der Policy sind «No Net Loss» und «No Net Deforestation» sowie die Anwendung der Mitigation Hierarchy (Vermeidung, Minimierung, Wiederherstellung, Ausgleich). Neubauprojekte in Gebieten mit hohem Biodiversitätswert werden vermieden und bei unvermeidbaren Eingriffen werden Ausgleichsmassnahmen umgesetzt. Biodiversitätsaspekte fliessen in Investitionsentscheidungen ein, ergänzt durch Umweltgutachten und Kooperationen mit Naturschutzbehörden. Mitarbeitende werden regelmässig sensibilisiert und Fortschritte werden jährlich im Geschäftsbericht dokumentiert.
Die Gesamtverantwortung liegt bei der Geschäftsleitung, die die Querschnittsaufgabe «Umweltschutz» trägt und einen Managementverantwortlichen für Umweltthemen benennt. Dieser stellt das unternehmensweite Berichtswesen sicher und koordiniert den Wissenstransfer. Tochtergesellschaften sind verpflichtet, eigene Strukturen zur Identifikation und Umsetzung biodiversitätsrelevanter Massnahmen aufzubauen und gesetzliche Vorgaben einzuhalten. Fachbereiche integrieren Biodiversitätsaspekte in operative Prozesse und Projekte. Die Wirksamkeit wird durch interne und externe Audits überprüft, um kontinuierliche Verbesserungen sicherzustellen.
Massnahmen
Die naturenergie Gruppe verpflichtet sich, bei ihren strategischen Entscheidungen die wichtigen Aspekte der Biodiversität zu berücksichtigen. Ziel ist es, natürliche Ressourcen so schonend und effizient wie möglich zu nutzen. Bei Projekten achtet die Gruppe darauf, den Verlust von Biodiversität und Wald so weit wie möglich zu vermeiden. Wenn Verluste unvermeidbar sind, sollen sie ausgeglichen oder ersetzt werden. Darüber hinaus trägt das Unternehmen, wenn möglich, dazu bei, Biodiversität an neuen Projektstandorten zu fördern. So sollen eigene Projekte langfristig einen «Net Positive Impact» leisten. Die naturenergie Gruppe setzt viele Massnahmen zum Schutze der Biodiversität bereits um. Weitere Massnahmen werden aufgrund der neu eingeführten Biodiversitätsmanagement-Policy folgen.
2025 ist die naturenergie Gruppe dem Bündnis Biodiversität der IHK Karlsruhe beigetreten. Das Bündnis ist Teil der bundesweiten Initiative «Unternehmen Biologische Vielfalt», die von den Industrie- und Handelskammern getragen wird und Unternehmen aller Branchen für Biodiversität sensibilisiert, vernetzt und zu gemeinsamen Aktivitäten motiviert. Mit dem Beitritt stärkt naturenergie die Umsetzung der eigenen Biodiversitäts-Policy und profitiert vom fachlichen Austausch, praxisnahen Workshops sowie Impulsen zur klimaresilienten Standortgestaltung und zur Integration von Biodiversität in Management- und Beschaffungsprozesse.
Wasserkraft
Der Schutz der Natur und der Biodiversität ist ein wesentlicher Faktor bei Projekten, Unterhaltsmassnahmen und Investitionen in die Modernisierung der Kraftwerksanlagen. Der Schwerpunkt liegt hier auf den Fischaufstiegs- und -abstiegsanlagen sowie auf dem Unterhalt und der Renaturierung der naturnahen Ufer- und Laichgewässer. Die Planung und die Umsetzung von geeigneten Massnahmen resultieren aus dem kontinuierlichen Monitoring der Flussökologie, der Fischgängigkeit der Kraftwerksanlagen und der regelmässigen Prüfung der Wirksamkeit von bereits ergriffenen Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen. Massnahmen bei den grösseren Bauprojekten werden zudem von einer ökologischen Begleitkommission geprüft und von den zuständigen Behörden genehmigt.
Der Unternehmensbereich Produktion Hochrhein bewirtschaftet regelmässig alle Kraftwerksareale und die zugehörigen Uferabschnitte nach einem ökologisch orientierten Pflegeplan. Die Bemühungen um einen naturnahen Zustand und den Erhalt von heimischen Arten sollen dazu beitragen, die Stromproduktion mit ökologischen Belangen in Einklang zu bringen. Der Erfolg der Pflegemassnahmen wird über punktuelle Monitorings überprüft. Das mit dem Neubau des Kraftwerks Rheinfelden realisierte Fischaufstiegs- und Laichgewässer ist das grösste und bedeutendste Fischumgehungsgewässer am Hochrhein. Bei regelmässig durchgeführten Monitorings in den Bereichen Natur und Landschaft sowie Gewässerökologie wurde festgestellt, dass das Umgehungsgewässer nun einen der wertvollsten Lebensräume in diesem Flussabschnitt darstellt.
Im Rahmen der jährlichen Managementprüfung wird diskutiert, welche Auswirkungen die Wasserkraftanlagen auf Natur und Biodiversität haben. Um die Biodiversitätsziele zu erreichen, legt die naturenergie Gruppe bei Bedarf Massnahmen fest, die lokale Populationen betroffener Arten stärken sollen. Durch die Gewährleistung der Durchgängigkeit der Anlagen sollen auch grossräumige Wanderungen der betroffenen Arten ermöglicht werden. Dadurch können die Gesamtpopulationen und das gesamte Ökosystem gestärkt werden.
Die wirtschaftlichen Aktivitäten der naturenergie Gruppe und der damit verbundene Betrieb von Laufwasser- und Pumpspeicherkraftwerken sind ohne Eingriffe in Fluss- und Landökosysteme nicht möglich. Sobald jedoch in ein Ökosystem eingegriffen wird, werden Massnahmen eingeleitet, um die negativen Auswirkungen auf die Biodiversität und das Ökosystem auszugleichen. Folgende Ausgleichsmassnahmen werden beispielsweise an den Kraftwerken durchgeführt:
- Fische: Fischaufstiegsanlagen an allen Laufwasserkraftwerken stellen die Fischgängigkeit sicher. In Planung befinden sich die Optimierungen des Fischaufstiegs am Kraftwerk Laufenburg. Darüber hinaus werden Habitate für Fische angelegt und unterhalten, beispielsweise durch die Anlage von Raubäumen entlang der Konzessionsstrecken.
- Amphibien: Bei Arbeiten an den Wasserkraftstandorten wird der Schutz von Amphibien sichergestellt. Temporäre Leitzäune und fachkundige Absammelaktionen halten Tiere aus Gefahrenbereichen fern, während Bauzeiten, soweit möglich, ausserhalb sensibler Wander‑ und Laichphasen liegen.
- Reptilien: Bei Baumassnahmen prüfen wir zunächst, ob Reptilien am Standort vorkommen. Ist dies der Fall, definieren wir Schutz- und Ausgleichsmassnahmen. So sind beispielsweise am Standort Wyhlen zahlreiche Habitate für die dort vorkommenden Eidechsen angelegt worden und die Tiere wurden sicher aus dem Baufeld vergrämt.
- Vögel und Fledermäuse: An den Kraftwerken und entlang der Konzessionsstrecken haben wir zahlreiche Nisthilfen für unterschiedliche heimische Arten angebracht, die wir regelmässig unterhalten. Auch für Fledermäuse gibt es auf unserem Areal spezielle Kästen. Entlang der Konzessionsstrecken am Rhein wurden in aufwendigen Massnahmen Nistmöglichkeiten für Eisvögel geschaffen, die von den Tieren sehr gut angenommen werden.
- Vegetation: Durch eine angepasste Flächenpflege werden entlang der Konzessionsstrecken hochwertige Lebens-räume mit seltener Vegetation geschaffen. Invasive Neophyten (gebietsfremde Arten) werden aktiv und mit hohem Aufwand bekämpft. Im Zuge von Baumassnahmen wird für Ersatz der überbauten geschützten Vegetation gesorgt, zum Beispiel am Standort Wyhlen durch die Neuanlage von geschützten Magerrasen.
Photovoltaik (PV), Bauen und Wohnen
Die Behörden verlangen in ihren Genehmigungsverfahren, dass dieser negative Einfluss ausgeglichen wird. Darüber hinaus ist die naturenergie Gruppe bestrebt, bei Projekten möglichst viele naturnahe Flächen zu erhalten, zu schaffen oder zu renaturieren. Müssen Flächen versiegelt werden, werden an anderer Stelle Flächen entsiegelt und möglichst ökologisch aufgewertet. Die Biodiversität kann durch die Anlage von Blühstreifen oder -wiesen gefördert werden. Bei der Begrünung gehen wir neue Wege: Die tritec AG entwickelte ein neues Montagesystem für begrünte Flachdächer, dieses wurde im April 2025 lanciert und erste Projekte wurden erfolgreich umgesetzt.
Der Bau von Freiflächen-Solarparks kann zu Landnutzungsänderungen führen. Zwar ist die Bodenversiegelung bei PV-Freiflächenanlagen minimal, dennoch findet ein Eingriff in bestehende Lebensräume statt. Bei der Bebauung von Grünland verlangen die Genehmigungsbehörden entsprechende Ausgleichsmassnahmen. Auf Ackerflächen hingegen steigt die Biodiversität durch die Errichtung von PV-Anlagen nachweislich an. Dieser positive Effekt entsteht durch die extensive Bewirtschaftung der Flächen unter den Modulen durch z. B. Schafbeweidung oder maximal zweimalige Mahd pro Jahr. Untersuchungen zeigen zudem, dass Solarparks den Lebensraum von Vögeln wie der Feldlerche nicht einschränken, sondern sogar aktiv beleben können.
Netzbetrieb
Vor jedem Neu- oder Umbau im Bereich der Umspannwerke wird ein landschaftspflegerischer Begleitplan mit ökologischer Ausgleichsbilanz erstellt. Dieser Plan enthält unter anderem eine Beschreibung und Bewertung der Naturgüter und eine Bewertung der Eingriffe in die Naturgüter. Darüber hinaus beschreibt der Plan Massnahmen zur Vermeidung, Minimierung und Kompensation der Beeinträchtigungen. Während der Bauarbeiten sorgt eine ökologische Baubegleitung dafür, dass die Eingriffe in die Ökosysteme so gering wie möglich sind.
Für die Pflege der Lebensräume innerhalb der Umspannwerke wurden von einem Biologen individuelle Pläne für neun der 34 Umspannwerke erstellt (UW Haltingen, UW Lörrach, UW Stetten, UW Maulburg, UW Zell, Breitematt, UW Rheinfelden, UW Schönau, UW Hertingen). Sie beinhalten unter anderem eine Umstellung der Mahd, um die Vielfalt an Blühpflanzen als Nahrungspflanzen für Wildbienen sowie die Habitatstrukturen zu verbessern. Während auf den Flächen zuvor vor allem Glatthafer wuchs, zeigte eine Kontrolle im Jahr 2024, dass dort nun vielfältige Blühpflanzen wachsen, die Wildbienen und anderen Insekten einen wertvollen Lebensraum bieten. Für 2026 ist eine Ausweitung der Massnahme angedacht.
Bei den Netzanlagen der naturenergie netze GmbH sind alle Masten und Freileitungen der Mittelspannungsebene mit Storchenschutzvorrichtungen ausgestattet. Endverschlüsse und Verbrückungen sind isoliert und mit Vogelschutzhauben, Sitzstangen und Vogelbesen versehen. Im Berichtsjahr hat naturenergie netze Anpassungen des vorhandenen Vogelschutzes nach der neuen Norm AR 4210-11 durchgeführt. Ausserdem fand ein Wechsel von Freileitung auf Erdverkabelung bei der naturenergie netze GmbH statt. Da Strommasten jeweils ein Fundament benötigen, dieses jedoch auf Kosten von Lebensraum und Biodiversität erbaut werden muss, kann die Erdverkabelung dazu beitragen, diesen Lebensraum wieder freizugeben.
Der Anteil der nichtversiegelten Unternehmensflächen im Verhältnis zu allen Flächen gibt an, welchen Stellenwert die Unternehmensgruppe den nationalen Zielen zur Reduktion des Flächenverbrauchs und damit auch dem Erhalt naturnaher, biodiverser Flächen beimisst. Diese Angabe kann durch weitere Informationen ergänzt werden, beispielsweise zu durchgeführten Renaturierungen oder biodiversitätsfördernden Massnahmen wie Dachbegrünung. Die Kennzahl wurde 2023 entwickelt und wird im Rahmen des Berichts erneut für Flächen der tritec AG und teilweise der naturenergie netze GmbH, der naturenergie hochrhein AG und der naturenergie holding AG veröffentlicht (S. 38). Die Datengrundlage wird weiterhin ausgebaut.
Um die Mitarbeitenden für das Thema Biodiversität zu sensibilisieren, fand 2025 erneut eine bereits fest etablierte und im Umweltprogramm verankerte Aktion zum Thema Neophyten statt. Mehr als 50 Mitarbeitende nahmen an der Aktion teil. Sie unterstützten den Werkdienst am Umgehungsgewässer des Wasserkraftwerks Rheinfelden dabei, die gebietsfremden Pflanzenarten zu entfernen und so einen negativen Einfluss auf die einheimische Tier- und Pflanzenwelt zu verhindern. Insgesamt wurde eine Fläche von über 30’000 m² von Neophyten befreit. Für dieses Engagement erhielten wir den Umweltmanagementpreis 2025 in der Kategorie «Kommunikation & Beteiligung». Die Auszeichnung würdigt die vorbildliche Einbindung unserer Mitarbeitenden und die nachhaltige Wirkung auf Biodiversität. Der Preis wurde vom Bundesumweltministerium im Rahmen des 30-jährigen EMAS-Jubiläums verliehen. naturenergie gehörte zu zwölf ausgezeichneten Unternehmen aus Deutschland und Österreich. Bewertet wurden unter anderem die aktive Beteiligung der Mitarbeitenden, die ökologische Wirkung und die Vorbildfunktion für andere Organisationen.
Sensibilisierung, Biodiversität und CO₂-Reduktion waren die Eckpfeiler bei einer Baumpflanzaktion von naturenergie netze im Jahr 2025. Im Rahmen der Projektarbeit einer dualen Studentin wurde die CO₂-Bilanz eines modernisierten Ortsnetzes erfasst und «in Bäume» umgerechnet. In der zweitägigen Aktion im November pflanzten 29 Mitarbeitende, 6 Azubis und rund 60 Schülerinnen und Schüler der örtlichen Naturparkschule zusammen unter fachkundiger Anleitung etwas über 1’000 klimaangepasste Bäume auf einer Kalamitätsfläche in der betroffenen Gemeinde.
Wiederherstellung und Rehabilitierung
Wenn Eingriffe unvermeidbar sind, nimmt die naturenergie Gruppe entsprechende Ausgleichsmassnahmen vor. Dazu gehören beispielsweise Dachbegrünung, Begrünung von Solarparks, die Errichtung von Nistkästen und Fledermauskästen sowie konkret das Projekt Rheinfelden 20plus, wo neue Rückzugszonen für Fische oder Kieszugaben für Laichplätze errichtet wurden. Weitere Massnahmen lassen sich aus der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ableiten. Für das Kraftwerk Ackersand hat enalpin ein Konzept für die Schwall-Sunk-Sanierung ausgearbeitet, diese befindet sich nun im Bewilligungsverfahren beim Bund.
Die Investitionen und die vorausschauende Planung lohnen sich, denn der Schutz von Natur und Landschaft kann langfristig dem Unternehmenserfolg zugutekommen und kann die gesellschaftliche Akzeptanz der Geschäftstätigkeit sichern. Partnerschaften zwischen der naturenergie Gruppe und Naturschutzorganisationen verbessern das ökologische Wissen des Unternehmens und stärken seine Glaubwürdigkeit in Umweltfragen. Dies zeigt die Umsetzung zahlreicher ökologischer Massnahmen, deren Wirksamkeit überprüft und bestätigt wurde. Das dadurch geschaffene Vertrauen bei Verbänden, Behörden und Gemeinden trägt zum reibungslosen Ablauf laufender und zukünftiger Projekte bei und sorgt für ein positives Image in der Öffentlichkeit.
Synergien zwischen Biodiversitätsmassnahmen und Klimawandelauswirkungen
Bei der Umsetzung von Biodiversitätsmassnahmen können Synergien entstehen, die ebenfalls zur Abschwächung des Klimawandels beitragen. So integriert die naturenergie Gruppe Biodiversitätsaspekte frühzeitig in die Infrastrukturplanung. Dazu gehören ökologische Begleitplanungen, die Einrichtung von Fischaufstiegsanlagen sowie die Gestaltung von Habitaten. Ein gezieltes Vegetationsmanagement mit Pflegeplänen, der Bekämpfung invasiver Neophyten und der Anlage von Magerrasenflächen unterstützt den Erhalt ökologischer Vielfalt und erhöht damit die Resilienz gegenüber dem Klimawandel.
Technische und ökologische Massnahmen werden kombiniert, um sowohl Klimaschutz- als auch Naturschutzziele zu erreichen. Beispiele sind Dotierkraftwerke, die die Energieausbeute erhöhen, ohne die ökologische Durchgängigkeit zu beeinträchtigen, sowie Projekte wie Nahwärmenetze und Power-to-Gas-Anlagen, die Abwärme nutzen und CO₂-Emissionen reduzieren. Begleitende ökologische Massnahmen kompensieren dabei Eingriffe in Lebensräume.
Zur Reduktion von Zielkonflikten setzt die naturenergie Gruppe auf eine frühe ökologische Prüfung bei Bauprojekten, etwa durch Reptilienkartierungen und Landschaftspflegepläne. Ein jährliches Monitoring und Management-Review bewertet die Auswirkungen auf Biodiversität und passt Massnahmen bei Bedarf an. Darüber hinaus tragen technologische Innovationen wie SF₆-freie Schaltanlagen und biologisch abbaubare Trafoflüssigkeiten dazu bei, Klimarisiken und Umweltbelastungen gleichzeitig zu senken.
Kennzahlen
Ausgaben für Investitionen und Unterhalt im Bereich biologische Vielfalt und Ökosysteme (nur naturenergie netze und Kraftwerke)
| EUR | 2025 | 2024 |
| Investitionen in Naturschutz und Landschaftspflege | 529’898 | 410’042 |
| Unterhaltskosten Naturschutz und Landschaftspflege | 529’729 | 380’256* |
* Nur Kraftwerke berücksichtigt.
Um die wesentlichen Einflussfaktoren sowie den Zustand der Ökosysteme an den Standorten der naturenergie Gruppe zu bewerten, wurde im Berichtsjahr eine standortspezifische Analyse initiiert. Den Beginn machten dabei die vier grössten Laufwasserkraftwerke: Laufenburg, Ryburg-Schwörstadt, Rheinfelden und Wyhlen. Diese befinden sich alle unmittelbar am sowie im Rhein. In den Kraftwerken wird das zuvor frei fliessende Gewässer in gestautes Wasser umgewandelt. Die Gesamtfläche des dadurch veränderten Ökosystems beläuft sich an diesen vier Standorten auf 322 Hektar. Die Berechnung erfolgte anhand der jeweiligen Konzessionsstrecke multipliziert mit der Breite des Rheins. Die Inbetriebnahme der Kraftwerke erfolgte zwischen 1897 und 1926.
In den Geschäftsjahren 2024 und 2025 wurde am Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt in einem umfangreichen Monitoring durch Fachexperten der Zustand der Gewässerökologie, Vegetation und Avifauna bewertet. Der Fokus lag dabei auf den insgesamt 17 biodiversitätsfördernden Aufwertungsmassnahmen, die in Zusammenarbeit mit Behörden und Verbänden seit der Neukonzessionierung 2010 durch das Kraftwerk umgesetzt wurden. Die Funktionsfähigkeit der Massnahmen wurde bestätigt und zahlreiche seltene Arten sowie wertvolle Lebensräume in Verantwortung des Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt dokumentiert. Am Standort Rheinfelden wurden im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung des Kraftwerkneubaus im Jahr 2010 sogar 80 Ausgleichsmassnahmen zur Kompensation potenzieller negativer Auswirkungen festgelegt.
Im Rahmen eines zehnjährigen Monitorings der Massnahmen konnte im Jahr 2022 die hohe Wirksamkeit dieser Massnahmen ebenfalls nachgewiesen werden.
Für die kommenden Jahre ist geplant, die standortspezifische Analyse auf Photovoltaik-Standorte, Netzstandorte sowie weitere Flusskraftwerke und andere Standorte wie Heizkraftwerke oder Neubaugebiete auszuweiten, um eine ganzheitliche Bewertung sämtlicher relevanter Anlagen der naturenergie Gruppe zu gewährleisten.
Biodiversitäts-management-Policy
Der Schutz der Biodiversität ist Bestandteil des voll-umfänglichen Umwelt- und Klimaschutzes bei naturenergie.
Online ↗
Als Unternehmen tragen wir Mitverantwortung für unsere Umwelt und die Erhaltung
der biologischen Vielfalt.
«Wo wir Energie erzeugen, übernehmen wir Verantwortung für Natur und Lebensräume.»
Andrea Michlig
Fachspezialistin Nachhaltigkeit bei enalpin
Pflanzaktion naturenergie netze
Gemeinsam für Arten-vielfalt und einen zukunftsfähigen Wald.
Online ↗
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Die naturenergie Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, weniger Ressourcen zu verbrauchen. Dazu sollen vor allem Wiederverwertung, Einsparung und nachhaltige Beschaffung beitragen.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Wiederverwertung und Ressourceneinsparung sind vielschichtige Themen. Sie betreffen unter anderem den Ressourceneinsatz im Betrieb, bei der Erweiterung und beim Neubau von Gebäuden, Kraftwerken und Solaranlagen. Vor allem in Geschäftsbereichen mit hohem Ressourcenverbrauch ist es sinnvoll, durch Wiederverwertung unabhängiger von neuen Ressourcen zu werden und Rohstoffe sparsam zu nutzen. Dies gilt besonders für die ressourcenintensive Herstellung von Solarzellen für PV-Module und für Lithium-Ionen-Akkus. In beiden Bereichen kommen bereits heute anteilig recycelte Materialien zum Einsatz, bei Solarmodulen vor allem in Aluminiumrahmen, Glas und elektronischen Komponenten und bei Batterien zunehmend auch bei zentralen Metallen, deren Rückgewinnung durch technologische Fortschritte und regulatorische Vorgaben weiter steigt. Die Unternehmensgruppe will insbesondere in solchen Bereichen durch Effizienz die Ressourcenabhängigkeit verringern, die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe sicherstellen, regulatorischen Anforderungen entsprechen und wirtschaftlich effizient sein, während sie gleichzeitig den Ausbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft unterstützt.
Durch weniger Verbrauch und Abfall minimiert die Unternehmensgruppe neben den Auswirkungen auf die Umwelt auch Entsorgungskosten. Eine Herausforderung besteht darin, dass nicht alle Materialien recycel- oder wiederverwertbar sind. Insbesondere bei der naturenergie netze GmbH fallen z. B. beim Austausch von Transformatoren gefährliche Abfälle an. Die naturenergie Gruppe versucht, solche gefährlichen Abfälle möglichst zu vermeiden oder zu minimieren und durch ungefährliche Alternativen zu ersetzen. Das Abfallmanagement der Unternehmensgruppe wird stetig weiterentwickelt, wodurch auch die Datenqualität kontinuierlich verbessert wird.
Für eine Umstellung auf recycelte Materialien ist zunächst ein höherer finanzieller und organisatorischer Aufwand erforderlich. Investitionen sind zu tätigen, um neue Prozesse einzuführen, und Umstellungen der komplexen Prozesse in der Lieferkette sind vor allem eine logistische Herausforderung. Zudem stehen aktuell nicht immer recycelte Materialien in der erforderlichen Menge und Güte zur Verfügung. Demgegenüber stehen jedoch die möglichen Chancen einer effizienten Kreislaufwirtschaft in Form von beispielsweise positiven Effekten für die Umwelt, Kosteneinsparungen und einer geringeren Rohstoffabhängigkeit.
Policies
Die naturenergie Gruppe verpflichtet sich durch ihre Policy zum Thema Abfallmanagement zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Abfällen und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft. Die Policy orientiert sich an internationalen Rahmenwerken wie den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und dem UN Global Compact. Zentrale Prinzipien sind die konsequente Anwendung der Abfallhierarchie (Vermeidung vor Wiederverwendung und Recycling, Beseitigung nur als letzte Option), die Reduktion von Abfällen in der Energieerzeugung sowie die Förderung von Recycling und Abfalltrennung an allen Standorten. Ergänzend setzt naturenergie auf die Implementierung einer Kreislaufwirtschaft, regelmässige Audits, Schulungen für Mitarbeitende und klare Anforderungen an Lieferanten. Für gefährliche Abfälle gelten strenge Sicherheitsstandards, inklusive Klassifizierung, gesicherter Lagerung und Entsorgung durch zertifizierte Fachbetriebe.
Das Abfallmanagement fällt unter die Querschnittsaufgabe «Umweltschutz» und liegt in der Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung. Die Geschäftsleitung benennt einen Managementverantwortlichen. Dieser koordiniert das unternehmensweite Berichtswesen, überwacht Kennzahlen und stellt den Wissenstransfer sicher. Tochtergesellschaften sind verpflichtet, eigene Strukturen zur Umsetzung gesetzlicher Vorgaben und zur Minimierung von Abfällen aufzubauen. Fachbereiche sorgen für die operative Umsetzung, einschliesslich Abfalltrennung, Recycling und sichere Handhabung gefährlicher Abfälle. Die Wirksamkeit wird durch Kontrollen, interne und externe Audits sowie regelmässige Schulungen überprüft, um kontinuierliche Verbesserungen sicherzustellen.
Massnahmen
Die Unternehmensgruppe ist aktuell dabei, die Themen Entsorgung, Kreislaufwirtschaft, Recycling und den Umgang mit Gefahrstoffen neu zu strukturieren und in der Gruppe zu verankern. In diesem Zusammenhang wurde im Herbst 2025 die Position des Beauftragten Entsorgung und Gefahrstoff ins Unternehmen verlagert. Bis dahin kümmerten sich vorrangig externe Fachleute um die Themen Abfallbeseitigung und Gefahrstoffe. Im Jahr 2026 sollen zum Themenkomplex Entsorgung erste Richtlinien und Schulungen in der Unternehmensgruppe etabliert werden.
Minimierung des Ressourcen- und Materialverbrauchs
Entsprechend ihrer Nachhaltigkeitsstrategie geht die naturenergie Gruppe verantwortungsvoll mit Ressourcen um. Wasser und Energie werden effizient genutzt und der Verbrauch soll kontinuierlich weiter beschränkt werden. Darüber hinaus betrachtet die Unternehmensgruppe innovative Recyclingtechnologien als Chance.
Grundsätzlich gilt es, Abfall zu vermeiden und dabei aktuelle technische Entwicklungen zu nutzen. Gefährliche Stoffe werden möglichst durch sichere Alternativen ersetzt. Darüber hinaus findet eine bedarfsgerechte Beschaffung statt, um grössere Lagerbestände zu vermeiden. Abfälle entstehen bei den üblichen Tätigkeiten in den Büros, bei Wartungen und Instandhaltungen sowie bei bestimmten Einzelmassnahmen, etwa, wenn Trafos oder Leuchten ausgetauscht werden. Die Abfälle werden an den Standorten getrennt und in dafür vorgesehenen Behältern gesammelt. Anschliessend werden die Behälter an einem zentralen Ort gesammelt und von externen Entsorgungsfachbetrieben abgeholt. Die Abfallbeauftragte erfasst die Abfallmengen in einer Jahresabfallstatistik. Dabei wird zwischen gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen zur Beseitigung und Verwertung unterschieden.
Eine besondere Abfallkategorie in der naturenergie Gruppe ist Geschwemmsel. Das Geschwemmsel aus den Rechenreinigungsanlagen der Kraftwerke wird separat behandelt, da dabei die einzelnen Konzessionen zu beachten sind. Das Geschwemmsel wird in Container geladen. Ein Dienstleister holt das Geschwemmsel ab, sortiert es und produziert anschliessend Humus oder Erde daraus.
Die Abfälle werden üblicherweise in dem Land entsorgt, in dem sie anfallen. Es ist aber möglich, grössere Abfallströme über eine Notifizierung ins Ausland zu verbringen. Eine Entsorgung erfolgt in jedem Fall durch zugelassene Entsorger beziehungsweise Beförderer, sodass Abfälle sachgerecht behandelt werden.
Relevante Abfallmengen fallen in der Unternehmensgruppe nicht an. Sie ergreift daher keine wesentlichen ressourcen- oder kreislaufwirtschaftsbezogenen Massnahmen, überwacht die Entwicklung der Abfallmenge und -zusammensetzung jedoch jährlich, um gegebenenfalls Massnahmen zu ergreifen.
Kreislaufwirtschaft und Recycling
Die naturenergie Gruppe arbeitet daran, die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft schrittweise im Unternehmen einzuführen. Um weniger Ressourcen zu verbrauchen, praktiziert sie Wiederverwendung, Wiederaufbereitung und Recycling. So werden zum Beispiel ausgemusterte Computer und Bildschirme teilweise ArbMedVVe verkauft, gespendet oder den Mitarbeitenden zur privaten Nutzung überlassen. Gebrauchte Notebooks und Mobiltelefone werden immer häufiger weiterverkauft. Server-Hardware verbleibt nach der Ausmusterung und Datenlöschung im Lager. Auch für die gebrauchte Server-Hardware strebt die naturenergie Gruppe in Zukunft einen Weiterverkauf an. Aus dem Fuhrpark ausgemusterte oder ersetzte Fahrzeuge werden entweder als Ersatzfahrzeuge weiter genutzt oder über eine Plattform ausgeschrieben und weiterverkauft. Für jedes importierte Solarmodul zahlt die tritec AG eine vorgezogene Recyclinggebühr (vRG). Dieses Schweizer System stellt bereits beim Kauf eines bestimmten Produkts die Finanzierung der späteren Sammlung und des Recyclings sicher. Zu den vRG-Produkten zählen unter anderem elektrische Geräte, Batterien und Akkus sowie Leuchten und bestimmte Leuchtmittel.
Unternehmensweit hat die Abfallmenge im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. Insbesondere fielen im Jahr 2025 weniger gefährliche Abfälle an, da weniger alte Transformatoren durch neue ersetzt und weniger imprägnierte Holzmasten entsorgt wurden. Ausserdem ist das Geschwemmselaufkommen, trotz der Ereignisse im Wallis, im Jahr 2025 geringer als im Vorjahr ausgefallen, auch wenn der Wert dennoch bei 1’197.5 t liegt und somit zu einem Grossteil der nicht gefährlichen Abfälle zur Verwertung beiträgt.
Bei enalpin kam es im Jahr 2025 aufgrund des Bergsturzes in Blatten zu einer erhöhten Menge Abfall. Grund hierfür ist die Ansammlung der ins Wasser gelangten Abfälle im Stausee in Ferden. Der Abfall wurde entnommen, sortiert und fachgerecht entsorgt. Im Gesamten sind ausserordentlich 69.5 t Geschwemmsel und 14.4 t gemischte Siedlungsabfälle im Stausee zusammengekommen. Ohne diese Abfälle hätte sich der Gesamtwert zum Vorjahr kaum verändert.
Kennzahlen
Die naturenergie Gruppe will den Ressourcen- und Materialverbrauch grundsätzlich minimieren. Abfälle sind möglichst zu vermeiden, zumindest aber zu vermindern. Soweit Abfälle nicht zu vermeiden sind, sollen sie getrennt einer stofflichen Verwertung zugeführt werden. Nicht verwertbare Abfälle sind sicher zu beseitigen.
Die Unternehmensgruppe ist auf Ressourcen angewiesen, um ihre Leistungen erbringen zu können. Zu den wesentlichen Ressourcenzuflüssen zählen Silizium, Glas und Metalle für PV-Module, Kupfer, Aluminium, Beton, Stahl, Isolationsmaterialien und elektrische Energie für den Netzbetrieb, Baumaterialien und Energie für die Gebäude und nicht zuletzt Wasser für die Kraftwerke der Gruppe.
Die Abfallströme der Unternehmensgruppe bestehen überwiegend aus Elektronikschrott, Kabel- und Leitungsresten, Bau- und Abbruchabfällen, Asche, Metall-, Glas-, Öl- und Schmierstoffabfällen sowie Geschwemmsel. Auch gefährliche Abfälle wie Batterien und Isolieröle zählen dazu. Aus vielen dieser Reste lassen sich wertvolle Roh- und Sekundärrohstoffe wiedergewinnen, denn sie enthalten unter anderem Metalle, Papier, Kunststoffe, Keramik, Beton und Biomasse. Manche Abfälle stellen allerdings ein Risiko für Gesundheit und Umwelt dar, etwa asbesthaltige Baustoffe und Verpackungen mit gefährlichen Rückständen. Sie müssen vorschriftsmässig beseitigt werden.
Abfallmanagement-Policy
Durch diese Policy be-kräftigt naturenergie ihr Engagement, die im Rahmen ihrer Geschäftsaktivitäten anfallenden Abfälle zu bewerten, Initiativen zur Verbesserung der Kreislaufwirtschaft zu fördern und die Abfälle an ihren Betriebsstandorten zu reduzieren.
Online ↗
Geschwemmsel des Stausees in Lötschen in der Schweiz nach dem Bergsturz in Blatten.
Abfälle nach Abfallkategorie und Verwertungsprozess, in Tonnen (t) ohne Studer Söhne Elektro AG
● 17.22 gefährlicher Abfall zur Beseitigung
● 137.20 gefährlicher Abfall zur Verwertung
Abfälle nach Abfallkategorie und Verwertungsprozess, in Tonnen (t) ohne Studer Söhne Elektro AG
● 25.02 nicht gefährlicher Abfall zur Beseitigung
● 1’810.32 nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung
naturenergie 2025
Lagebericht
Nachhaltigkeit
Corporate Governance
Vergütungsbericht
Finanzbericht
Wesentliche Themen
Bereich Soziales
Die naturenergie Gruppe legt bei sozialen und gesellschaftlichen Themen den Fokus auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Sie möchte Vielfalt und Chancengleichheit fördern und als attraktives familien-freundliches Unternehmen wahrgenommen werden. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind dabei ebenso relevant wie Aus- und Weiterbildung. Darüber hinaus will die naturenergie Gruppe im Austausch mit Kundinnen und Kunden, Kommunen und anderen Stakeholdern als vertrauenswürdige Partnerin auftreten. Ein besonderes Anliegen ist das gesellschaftliche Engagement in der Region. Weitere Schwerpunkte sind die Zufriedenheit und Sicherheit der Kundinnen und Kunden sowie die transparente Kennzeichnung der Produkte.
Eigene Belegschaft
Durch attraktive Konditionen will die Unternehmens-gruppe Mitarbeitende halten und gewinnen, denn sie weiss: Qualifizierte und leistungsstarke Mitarbeitende machen die naturenergie Gruppe stark.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Die naturenergie Gruppe sieht qualifizierte und engagierte Mitarbeitende als Schlüssel für Leistungs- und Zukunftsfähigkeit. Angesichts des Wettbewerbs um Fachkräfte möchte sie als attraktive Arbeitgeberin wahrgenommen werden. Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu motivieren, sind vorteilhafte Arbeitskonditionen, ein gutes Aus- und Weiterbildungsangebot und Entwicklungsperspektiven entscheidend. Attraktive Arbeitsbedingungen können die Zufriedenheit, Leistungsfähigkeit und das Engagement der Mitarbeitenden und stärken die Marke sowie die Bekanntheit der Unternehmensstandorte fördern.
Für die naturenergie Gruppe ist die kontinuierliche Qualifikation ihrer Mitarbeitenden sowohl mit Risiken als auch mit Chancen verbunden. Ein Risiko besteht darin, Mitarbeitende, in deren Qualifikation investiert wurde, an andere Unternehmen zu verlieren. Um die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu sichern, investiert das Unternehmen in umfangreiche Weiterbildungsprogramme und Karriereentwicklungsmöglichkeiten. Die Aufstiegsfortbildung ist ein zentrales Instrument zur Bindung von Mitarbeitenden und kann die Attraktivität des Unternehmens steigern. Eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung insbesondere in den Bereichen Technologie und Digitalisierung vertieft die Kompetenzen der Mitarbeitenden und fördert die Innovationsfähigkeit der Teams. Dies wirkt sich positiv auf die persönliche Entwicklung und die Motivation der Mitarbeitenden aus. Kompetente und kreative Mitarbeitende versetzen die Unternehmensgruppe in die Lage, auf Marktentwicklungen zu reagieren, diese mitzugestalten und dadurch wettbewerbsfähiger zu werden.
Indem die Unternehmensgruppe Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden der Mitarbeitenden bestmöglich schützt, sichert sie den Fortbestand und den Erfolg des Unternehmens. Sie stärkt die Bindung der Mitarbeitenden, vermeidet Kosten und steigert die Produktivität. Andererseits können unzureichender Gesundheitsschutz und mangelnde Sicherheit negative Folgen für die Unternehmensgruppe haben. Es drohen Unzufriedenheit der Mitarbeitenden, Motivationsverlust, psychische Belastung, Fehlzeiten und eine insgesamt negative Einstellung gegenüber der Arbeitgeberin. Hohe Unfallquoten können zu Ausfällen, Fluktuation und schliesslich zu Personalengpässen führen. Bei Mängeln in der Arbeitssicherheit drohen der Unternehmensgruppe zudem Reputationsschäden. Mögliche Gefahrenquellen im Arbeitsumfeld sind beispielsweise Anlagen und Schnellladeparks, Arbeiten auf Dächern und das Versagen technischer Komponenten.
Die naturenergie Gruppe fördert Vielfalt und ist auf Familienfreundlichkeit und Chancengleichheit bedacht. Dies trägt zum Unternehmenserfolg bei. Ohne ihre Offenheit für Vielfalt und Chancengleichheit könnten der Unternehmensgruppe Wettbewerbsnachteile entstehen. Sie könnte Talente verlieren und hätte Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Mitarbeitender. Dies würde sich negativ auf die Unternehmensentwicklung, das Image und die Kundengewinnung auswirken. Versäumnisse bei der Gleichbehandlung können zudem rechtliche Konsequenzen haben. Solche Gefahren versucht die naturenergie Gruppe durch gelebte Vielfalt auszuschliessen. Diversität kann die Motivation und die Bindung der Mitarbeitenden stärken und die Innovationsfähigkeit und Produktivität verbessern. Offenheit für alle sich bewerbenden Personen verbessert die Chancen der Unternehmensgruppe, neue Mitarbeitende zu finden, die frische Ideen und neue Perspektiven einbringen. Die Unternehmensgruppe kann durch Förderung der Vielfalt ein Vorbild für andere Unternehmen und die Gesellschaft sein und zur sozialen Stabilität beitragen.
Policies
Die naturenergie Gruppe hat den Schutz ihrer Mitarbeitenden in einigen Policies geregelt. Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter waren an der Einführung der Policies beteiligt, um die Interessen der Mitarbeitenden zu wahren. Die menschenrechtsbezogenen Verpflichtungen ergeben sich vorrangig aus dem Verhaltenskodex. Grundsätze zum Schutz der Menschenrechte in der eigenen Belegschaft sind in der Menschenrechtserklärung geregelt. Zur Einhaltung gibt es Melde- und Beschwerdestellen bzw. -Mechanismen (z. B. Ombudsmann).
Bei der naturenergie Gruppe gibt es Konzepte zur Förderung von Work-Life-Balance, Vielfalt und Inklusion sowie Talententwicklung. Dabei ist der Grundsatz der Gleichbehandlung zentral. Der Grundsatz der Gleichbehandlung ist im Verhaltenskodex festgehalten, der für alle Mitarbeitenden gilt, und wird durch eine aktive und engagierte Mitarbeiterpolitik umgesetzt. Der Schutz vor Diskriminierung ist nicht nur für die bestehende Belegschaft wichtig, sondern auch, um neue Mitarbeitende für das Unternehmen zu gewinnen. In Deutschland ist Antidiskriminierung zusätzlich gesetzlich über das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geregelt. Mitarbeitende können sich an die Beschwerdestelle im Bereich Human Resources wenden, wenn die Grundsätze der Gleichbehandlung verletzt werden. In den deutschen Unternehmen besteht eine Betriebsvereinbarung über die Themen Mobbing und sexuelle Belästigung. Die enalpin AG verfügt ebenfalls über entsprechende Reglemente. In der Schweiz gilt das Reglement Mobbing und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Mehr Informationen zum Gleichbehandlungsmanagement der naturenergie Gruppe und zur Umsetzung des Gleichbehandlungsprogramms finden sich im Gleichbehandlungsbericht der naturenergie holding AG.
In der Arbeitssicherheits- & Gesundheitsschutz-Policy legt die naturenergie Gruppe ihre Verhaltensgrundsätze sowie Massnahmen, Ziele und Kontrollen in diesem Bereich fest. Oberstes Ziel ist die Vermeidung von Unfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen. Im Sinne der Prävention strebt die Unternehmensgruppe, einen hohen Abdeckungsgrad der Zertifizierung DIN EN ISO 45001 an. Regelmässige Begehungen, Gefährdungsbeurteilungen, Risikobewertungen und Unfallanalysen dienen dazu, Gefahren zu erkennen und auszuschalten. Erkenntnisse zur Gefahrenvermeidung und Best Practices werden unternehmensweit geteilt. Schulungen und Trainings sensibilisieren die Mitarbeitenden und Führungskräfte für sicherheits- und gesundheitsbewusstes Verhalten. In den Arbeits- und Gesundheitsschutz sind die Mitarbeitenden und Arbeitnehmervertreter, aber auch externe Partnerinnen und Partner eingebunden. Für die Inhalte sowie die Einhaltung der Policy Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist die Geschäftsleitung der naturenergie holding AG verantwortlich. Die Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften sind zuständig für die Umsetzung der Konzepte. Die Leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit verantwortet das Themenfeld Arbeitssicherheit und der Verantwortliche Betriebliches Gesundheitsmanagement ist zuständig für Arbeitsmedizin und Gesundheitsmanagement. Die jeweiligen Gesellschaften kümmern sich um die operative Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.
Die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) vom 23. Oktober 2013 wurde in der Betriebsvereinbarung zu arbeitsmedizinischen Eignungsuntersuchungen umgesetzt. Damit ist sichergestellt, dass die Mitarbeitenden über potenziell gefährliche Tätigkeiten bestmöglich informiert werden. Ein Arbeitsmediziner stellt in Eignungsuntersuchungen fest, ob die Mitarbeitenden für die von der Führungskraft vorgesehenen Einsatzgebiete körperlich und geistig geeignet sind. Die Intervalle zur Wiederholung der Eignungsuntersuchungen wurden in der Betriebsvereinbarung von Geschäftsleitung und Betriebsrat festgelegt. Die Rahmenbedingungen für die Durchführung der arbeitsmedizinischen Eignungsuntersuchung und die Umsetzung der arbeitsmedizinischen Vorsorge sind in einer Betriebsanweisung geregelt.
In der Schweiz gibt es ähnliche Regelungen. Bei gefährdenden Aufgaben ist eine Vorsorgeuntersuchung gemäss der SUVA-Richtlinie verpflichtend. Bis vierzig werden Kraftwerksmitarbeitende z. B. regelmässig von der SUVA zum Gehörtest aufgeboten.
Massnahmen
Leistungen und Vorteile für die Mitarbeitenden
Als regional und überregional bekanntes Unternehmen mit überdurchschnittlichen betrieblichen Sozialleistungen und geförderter betrieblicher Aus- und Weiterbildung möchte die naturenergie Gruppe die Beschäftigungssicherung gewährleisten. Der Wettbewerb um die besten Mitarbeitenden ist besonders entlang der Grenze zur Schweiz spürbar. Die Unternehmensgruppe bewegt sich mit ihren unternehmerischen Aktivitäten in einer Region nahe der Vollbeschäftigung beidseits des Rheins. Der Erhalt und die Stärkung einer stabilen Belegschaft sind wichtige Aufgaben der Personalwirtschaft. Angesichts der demografischen Entwicklung strebt die Unternehmensgruppe eine strukturierte Altersdurchmischung an. Zu diesem Zweck hat der Personalbereich entsprechende Managementprozesse etabliert.
Sowohl in Deutschland als auch der Schweiz ist das Unternehmen in die sozialen Sicherungssysteme eingebunden. In Deutschland betrifft dies alle Zweige des Sozialversicherungssystems (Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung), in der Schweiz die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie die Pensionskasse. Zusätzlich wurde in der Schweiz eine Krankentaggeldversicherung abgeschlossen. In Deutschland sind Mitarbeitende über eine Gruppenunfallversicherung gegen Unfälle in der Freizeit abgesichert. Die tritec AG hat zusätzlich eine UVG-Zusatzversicherung, die bei Unfällen mehr Leistungen erbringt als die staatliche Versicherung.
Die Mitarbeitenden haben Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge entsprechend ihrem Beschäftigungsgrad (pro rata). Einige tarifliche Leistungen (bzw. freiwillige betriebliche Leistungen) stehen den Kadermitarbeitenden bzw. den aussertariflichen Mitarbeitenden nicht zur Verfügung, zum Beispiel die Kinderzulage. Die angebotenen Leistungen sind für alle Betriebsstätten gleich und können sich lediglich nach deutschem oder schweizerischem Recht sowie arbeitsvertraglich (kollektiv- oder individualrechtlich) unterscheiden. Teilzeitbeschäftigung ist kein Ausschlusskriterium für betriebliche oder tarifliche Leistungen.
Deutsche Beschäftigte profitieren seit 2015 von einem Mitarbeiter-Benefits-Programm. Das Programm gibt den Mitarbeitenden die Möglichkeit, über Entgeltumwandlung steuerlich geförderte Eigenbeiträge von 3 Prozent des monatlichen Bruttoentgelts in die betriebliche Altersvorsorge einzubringen. Dieser Betrag wird durch die Unternehmensgruppe schrittweise aufgestockt. Auch Mitarbeitende des Managements in Deutschland können von einem ähnlich konzipierten Management-Benefits-Programm profitieren.
Seit sieben Jahren gibt es auch eine Betriebsvereinbarung zum Bikeleasing (steuerlich vergünstigte Entgeltumwandlung für Mitarbeitende mit deutschem Arbeitsvertrag). Aktuell nutzen 170 Mitarbeitende das Bikeleasing-Angebot.
Dialog mit den Mitarbeitenden
In Deutschland besteht Koalitionsfreiheit. Den Mitarbeitenden steht es frei, Gewerkschaften beizutreten. Die naturenergie Gruppe unterstützt Mitglieder der Gewerkschaft in Form eines Zuschusses zum Mitgliedsbeitrag finanziell. Im Unternehmen können sich die Mitarbeitenden mit ihren Anliegen an den Betriebsrat wenden. In den deutschen Gesellschaften werden die Mitarbeitenden durch aktives und passives Wahlrecht in den Betriebsrat miteinbezogen. In der Schweiz verfügen die Gesellschaften mit Ausnahme der Studer Söhne Elektro AG über eine Personalkommission.
Die Mitarbeitenden wählen ihre Vertreterinnen und Vertreter. Das Unternehmen unterstützt die Wahl, beispielsweise indem es die entsprechende Arbeitszeit freigibt, IT und Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. In Deutschland verfügen die Arbeitnehmendenvertretungen über einen besonderen Kündigungsschutz. In der Schweiz gilt, dass Mitarbeitenden durch ihre Tätigkeit in der Personalvertretung keinerlei Nachteile entstehen dürfen. Personalvertreterinnen und -vertreter sind berechtigt, zur Erledigung ihrer Aufgaben im Personalbereich ihre Arbeitsplätze in Absprache mit ihren Vorgesetzten zu verlassen.
Die Repräsentantinnen und Repräsentanten der Arbeitnehmenden sind im Verwaltungsrat vertreten und insofern in strategische Unternehmensentscheidungen eingebunden. Über ihre Arbeitnehmendenvertretung haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, Entscheidungen, Aktivitäten und Massnahmen des Unternehmens zu beeinflussen. Beschwerden der Mitarbeitenden können in diesem Rahmen adressiert werden. Darüber hinaus haben die Mitarbeitenden weitere Möglichkeiten, Beschwerden und Bedenken vorzubringen, zum Beispiel über den unabhängigen Ombudsmann, den Compliance Officer und den Bereich Human Resources. Sie können sich auch direkt an ihre Führungskraft oder an die Geschäftsleitung wenden.
Die Mitarbeitenden können sich ebenfalls im Rahmen der jährlichen Mitarbeiterbefragung, bei Mitarbeitergesprächen, Teamsitzungen und Entwicklungsgesprächen beispielsweise zu Unternehmenszielen und -strategien äussern. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung werden ausgewertet und Massnahmen daraus abgeleitet. Seit 2020 finden strukturierte Personalentwicklungsgespräche zwischen Mitarbeitenden und ihren Führungskräften in den Unternehmen naturenergie holding AG (Mitarbeitende mit deutschen sowie schweizerischen Verträgen), naturenergie hochrhein AG, naturenergie netze GmbH, enalpin AG/EVWR, tritec AG und naturenergie systeme GmbH statt. Bis Dezember 2025 haben 90 Prozent der Mitarbeitenden dieser Gesellschaften daran teilgenommen (Vorjahr: 84 Prozent). Im Mittelpunkt des Austauschs stehen das Feedback zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden und die individuelle Entwicklungsplanung. Zusätzlich starteten im Juni 2022 die Entwicklungskonferenzen. Sie sind die Basis für den gezielten Kompetenzausbau und sollen die strategische Personalentwicklung unterstützen.
Hohe Wahl- und Teilnahmequoten bei Beteiligungs- und Mitspracheverfahren deuten darauf hin, dass die Mitarbeitenden aktiv Möglichkeiten nutzen, sich einzubringen.
Kritik und Beschwerden dürfen keinerlei negativen Folgen für die Mitarbeitenden haben. Die Unternehmensgruppe wendet konsequent das Hinweisgeberschutzgesetz an. Es gelten Kündigungsschutz und Diskriminierungsverbot. Das Unternehmen geht Beschwerden der Mitarbeitenden nach. Ergebnisse und Status der Nachverfolgung werden dokumentiert und an die Belegschaft kommuniziert.
Neue Arbeitswelten
Im Rahmen des Zukunftsthemas «Standortentwicklung und Neue Arbeitswelten» treibt die naturenergie Gruppe die Weiterentwicklung ihrer Standorte voran. Das Konzept für den Umbau des Standorts Laufenburg wurde gemeinsam mit den Mitarbeitenden entwickelt. Der Neubezug des Standorts fand am 27. Januar 2025 statt. Am Standort Rheinfelden werden die Konzepte für «neue Arbeitswelten» aktuell umgesetzt. Die technischen und räumlichen Voraussetzungen werden optimiert, um flexibel, kreativ und ortsunabhängig zusammenarbeiten zu können. Insbesondere weil viele Mitarbeitende regelmässig das Angebot des mobilen Arbeitens nutzen, werden die Unternehmensstandorte der naturenergie Gruppe zu Orten des sozialen Austauschs und der Identifikation mit dem Unternehmen aufgewertet.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung und Arbeitsverdichtung hat naturenergie ihre Besprechungskultur überprüft. Unter dem Motto «Effizient zusammenarbeiten – durch Rücksicht mehr schaffen» wurden Grundsätze erarbeitet, die die Sitzungskultur fördern und die Terminabstimmung sowie die gemeinsame Arbeit im Grossraumbüro erleichtern. Diese Anpassungen an «Neue Arbeitswelten» werden kontinuierlich beobachtet. Die Grundsätze wurden von den Bereichen, dem Management und vom Betriebsrat geprüft und an die Belegschaft kommuniziert.
Im Jahr 2025 setzte die Unternehmensgruppe die konsequente Digitalisierung ihrer Personalprozesse fort. Neuerungen wie die digitale Personalakte, der digitale Briefkasten und das Dokumentenmanagementsystem sorgen für effizientere Prozesse, Synergien und mehr Transparenz.
Umfassende Weiterbildung
Um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingehen zu können, sind Weiterbildungsangebote in der Regel fachspezifisch angelegt. Neue Weiterbildungsangebote fördern die Karriere im Unternehmen und der Lernkatalog wird stetig erweitert. Es fanden auch im Berichtsjahr Inhouse-Schulungen statt, die über die interne Learning-Plattform in Workday abgebildet und verwaltet wurden. Folgende Aus- und Weiterbildungsmassnahmen wurden angeboten (Schwerpunkte):
- IT-Schulungen und Unterweisungen zum Thema Arbeitssicherheit
- Schulungen und Unterweisungen zum Umgang mit Arbeitsgeräten (Stapler, Hubsteiger)
- Erste-Hilfe- und Reanimationskurse
- Schulungen zur Anwendung und Nutzung von IT-Tools (Software und Hardware) sowie künstlicher Intelligenz
- Schulungen zu energiewirtschaftlichen Themen
- Schulungen zu Compliance und Nachhaltigkeit
- Schulungen zu gesetzlichen Neuerungen (Energiewirtschaft, Personal, Betriebsrat, Finanzen)
Schulungen werden je nach Bedarf in Präsenz, als Blended Learning oder als E-Learnings angeboten. Die Wirksamkeit unserer Schulungsprogramme wird durch regelmässige Evaluierungen und Feedbackschleifen sichergestellt. Es werden sowohl qualitative als auch quantitative Indikatoren genutzt, um den Fortschritt zu messen und die Schulungsinhalte kontinuierlich zu verbessern. Die Ergebnisse dieser Evaluierungen werden im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht und transparent kommuniziert.
Darüber hinaus ermöglichte die naturenergie Gruppe ihren Mitarbeitenden die Teilnahme am Lernangebot aus dem Trainingsprogramm von EnBW. Viele Mitarbeitende und Führungskräfte nutzten die EnBW-Programme «MyWay», «Career Compass» und «MoveOn».
Diese Angebote stehen allen Mitarbeitenden offen, wobei spezielle Schulungsprogramme für Führungskräfte und technische Fachkräfte entwickelt wurden, um gezielt deren Fähigkeiten zu fördern und sie auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten.
Die jeweiligen Vorgesetzten sind für die Planung und die Umsetzung der Fort- und Weiterbildungsmassnahmen für ihre Mitarbeitenden verantwortlich. Der Personalentwicklungsbedarf wird im Rahmen von Mitarbeitendengesprächen regelmässig festgelegt. Weiterbildungsanträge werden von den Fachbereichen über das HR-System «Workday» eingereicht. Ab einer Kostengrenze von 5’000 € bzw. 5’000 CHF beurteilt der Personalbereich, ob es sich um eine Aufstiegsfortbildung handelt oder nicht. Nach der Genehmigung durch die Vorgesetzten erfolgt die Anmeldung zu den Kursen. Der Personalbereich steht beratend zur Seite und unterstützt bei der Anmeldung und der Teilnahme an der Weiterbildung. Derzeit befinden sich 40 Mitarbeitende in einer Aufstiegsqualifikation. Dieses Angebot umfasst beispielsweise Lehrgänge zur Meisterin/zum Meister, zur Technikerin/zum Techniker oder ein Studium auf Bachelor- und Masterniveau.
Chancengleichheit und Diversität
Die naturenergie Gruppe ist bemüht darum, dass alle Mitarbeitenden sowie Bewerberinnen und Bewerber die gleichen Chancen erhalten, unabhängig von Geschlecht, Alter, körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Sprache und sexueller Identität. Die Voraussetzungen hierfür schafft sie unter anderem durch eine strikte Antidiskriminierungspolitik und die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des damit verbundenen knappen Arbeitskräfteangebots sind die Chancengleichheit und die Vielfalt in der Unternehmensgruppe von Bedeutung für die Personalgewinnung und -bindung und gelten als Voraussetzung für Innovations- und Erneuerungsfähigkeit. Für alle Mitarbeitenden gelten die gleichen Regeln und es stehen die gleichen Möglichkeiten offen. Allen Mitarbeitenden stehen sämtliche Personalentwicklungsmassnahmen unabhängig vom individuellen Beschäftigungsgrad zur Verfügung.
Die Lohngleichheit – intern wie extern – ist ein weiteres zentrales Anliegen der naturenergie Gruppe. Die Geschäftsleitung, die Führungskräfte und der deutsche Betriebsrat (mitbestimmungspflichtig) sind hier eingebunden. Die Vergütungssystematik ist in der Schweiz für alle Mitarbeitenden und in Deutschland für Führungspositionen sowie für Tarifvergütungen nach Funktionen, Kenntnissen und Kompetenzen sowie Ausbildung und Tätigkeitsmerkmalen ausgerichtet. Sie enthält keine geschlechtsspezifischen Kriterien. Als Kontrollmechanismen werden regelmässige externe Benchmarks und interne Konzernvergleiche mit der EnBW Energie Baden-Württemberg AG angewendet. In Deutschland wird zusätzlich eine jährliche Gehaltsüberprüfung mit dem Betriebsrat durchgeführt. Prozessverantwortlich ist der Personalbereich im Rahmen des jährlichen Gehaltsmanagements und Genehmigungen erteilt die Geschäftsleitung. Die Schweizer Tochtergesellschaft enalpin AG führt nicht explizit eine Lohngleichheitsanalyse durch, da sie weniger als 100 Mitarbeitende hat. Das Gleiche gilt für die naturenergie systeme GmbH. Die tritec AG hat 2024 eine Lohngleichheitsanalyse durchgeführt. Es gab keine Beanstandungen.
Als zertifiziert familienfreundliche Arbeitgeberin mit einer hohen Mitarbeiterorientierung setzt sich die Unternehmensgruppe für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben ein. Seit 2012 ist die Unternehmensgruppe Partnerin im Lokalen Bündnis für Familien in Rheinfelden sowie Partnerin im Netzwerk SüdWestWork in der Region Lörrach. Die Bündnisse unterstützen Mitarbeitende mit Kindern sowie Mitarbeitende mit pflegebedürftigen Angehörigen durch familienfreundliche Massnahmen. Bei Problemen, Krisen, sozialen sowie gesundheitlichen Fragestellungen können sich die Mitarbeitenden an die betriebliche oder externe Sozial- und Mitarbeiterberatung wenden und sich auf Wunsch an externe Beratungsfachstellen vermitteln lassen. Eine Betriebsvereinbarung für mobiles Arbeiten schafft die Grundlage für flexible Arbeitsplanung, die allen Mitarbeitenden zugutekommt.
In der Vereinbarung 2024 im Audit «berufundfamilie» wurde festgehalten, dass familienfreundliche Angebote wie Unterstützung bei der Rückkehr aus der Elternzeit oder die Möglichkeit, mit Familienangehörigen im Personalrestaurant am Standort Rheinfelden essen zu gehen, fortgeführt werden sollen. Als Massnahmen für die kommenden Jahre wurden die Ausweitung des mobilen Arbeitens auf weitere Arbeitsorte, die Unterstützung von Führungskräften in Teilzeit sowie die Einrichtung von Austauschformaten für diese Gruppe beschlossen. Ebenfalls wurde vereinbart, die Informationen über die betrieblichen Benefits zu optimieren und die Schweizer Gesellschaften stärker in die interne und externe Kommunikation einzubinden. Die Audit-Beauftrage von naturenergie (BGM-Verantwortliche), die «berufundfamilie»-Auditorin, die Leitung Human Resources und die Geschäftsführer stimmen bei jedem Re-Audit gemeinsam über die festgelegten Massnahmen ab und beschliessen sie. Seit 2024 wurden neben den Firmen naturenergie holding AG, naturenergie hochrhein AG und naturenergie netze GmbH auch die Beteiligungen enalpin AG, tritec AG sowie naturenergie systeme GmbH im Rahmen des vierjährigen Konsolidierungsverfahrens «berufundfamilie» überprüft und erfolgreich bestätigt. Sie erhalten für die kommenden vier Jahre das Zertifikatssiegel. Naturenergie ist, für die genannten Gesellschaften, zum fünften Mal erfolgreich zertifiziert, wieder mit besonderer Anerkennung für die langjährige, nachhaltige familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik.
Darüber hinaus bietet die naturenergie Gruppe ihren Mitarbeitenden Teilzeitmodelle sowie diverse Weiterbildungsmöglichkeiten an. Für besondere Lebensereignisse (Geburt, Pflege von erkrankten Kindern) werden darüber hinaus bezahlte Absenzen gewährt. Zudem wird ein gezieltes Employer Branding als familienfreundliches Unternehmen betrieben. Es berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden, zum Beispiel bei der Pflege von Angehörigen. Seit 2016 haben Beschäftigte mit deutschem Arbeitsvertrag die Option, ein Wertkonto einzurichten, um persönliche Freistellungszeiten zu finanzieren. Ende Dezember 2025 hatten 70 Beschäftigte eine Wertkontovereinbarung.
Mitarbeitende mit Handicap erhalten im Unternehmen bei der Schwerbehindertenvertretung Unterstützung. Die Diversität in der Organisation sichert die Vielfalt und damit das organisatorische Lernen. Derzeit beschäftigt die Unternehmensgruppe Mitarbeitende aus 27 Herkunftsländern. Bei der enalpin AG sind Mitarbeitende aus 39 verschiedenen Gemeinden angestellt. Diese kulturelle Vielfalt ist für eine regionale Energieversorgerin ein Zeichen der Flexibilität und der Weltoffenheit in einer globalisierten unternehmerischen Umwelt.
Arbeitssicherheit
Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Mitarbeitenden haben für die Unternehmensgruppe eine hohe Priorität. Die naturenergie Gruppe ist für die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden an ihren Arbeitsplätzen verantwortlich, sei es in den Kraftwerken, im Aussendienst oder in den Büros. Auch entlang der Lieferkette bemüht sich die Unternehmensgruppe mit ihren Einkaufsbedingungen darum, dass die Vorschriften zur Arbeitssicherheit eingehalten werden.
Um ihre Mitarbeitenden zu schützen, pflegt naturenergie eine strikte Sicherheitskultur und hat ein robustes Arbeitsschutzmanagementsystem implementiert, das fast 100 Prozent der Belegschaft abdeckt. Es werden regelmässig Schulungen und Sicherheitsinspektionen durchgeführt und ein offener Dialog über Sicherheitsfragen gepflegt. Dieses Konzept gilt für alle Mitarbeitenden, unabhängig von ihrer Position oder ihrem Arbeitsort. Es schliesst auch die externen Auftraggebenden ein, die auf dem Gelände der naturenergie holding AG tätig sind.
Die Geschäftsleitung legt die Ziele und Richtlinien für den Arbeitsschutz fest. Die Führungskräfte stellen sicher, dass die Arbeitsschutzvorschriften sowie die Vorgaben der Geschäftsleitung umgesetzt werden. Beauftragte und bestellte Personen unterstützen die Geschäftsleitung und die Führungskräfte in diesem Bereich, zum Beispiel Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärztinnen und -ärzte, Brandschutzbeauftragte und Sicherheitsbeauftragte. Der Bereich Arbeitssicherheit ist in der gesamten Unternehmensgruppe vertreten. Teilweise sind auch externe Fachkräfte in den Arbeitsschutz eingebunden.
Die Anzahl von Sicherheitsbeauftragten wird mithilfe der Handlungsanleitung zur Umsetzung der DGUV Vorschrift 1 der BG ETEM berechnet. Vierteljährliche Treffen finden mit den aktuell 36 Sicherheitsbeauftragten statt, um über Gefahren in ihren Bereichen und mögliche Massnahmen zu diskutieren. Auch für 2026 sind Treffen und Begehungen durch die Sicherheitsbeauftragten zusätzlich zu den Arbeitsschutzausschusssitzungen geplant. Den bei den Sitzungen nicht anwesenden Sicherheitsbeauftragten wird ein Protokoll zur Verfügung gestellt, das sie über die Themen der Treffen informiert. Die Ergebnisse der Begehungen wurden auch mit den jeweiligen Fachbereichsverantwortlichen besprochen, sodass diese die Möglichkeit bekommen, die erkannten Gefährdungen zu beseitigen. Die Ergebnisse der Begehungen werden dokumentiert.
Die Mitarbeiterbeteiligung beträgt beim Arbeits- und Gesundheitsschutz 100 Prozent, da alle Bereiche sowie der Betriebsrat und die Personalvertretung (CH) im Arbeitsschutzausschuss (ASA) vertreten sind. Zusätzlich besteht mit dem BGM-Team eine Arbeitsgruppe, an der das Betriebliche Gesundheitsmanagement, der Betriebsrat, die Schwerbehindertenvertretung, der Arbeitsschutz sowie weitere Interessenvertretungen der Unternehmensgruppe beteiligt sind. Das Team berät regelmässig über Gesundheits- und Präventionsmassnahmen in der Unternehmensgruppe und stimmt darüber ab. Es wurden ausserdem weitere Sicherheitsbeauftragte ausgebildet, sodass die Kommunikation innerhalb der Teams künftig noch besser wird. Es finden monatliche Jours fixes zum Thema Arbeitssicherheit statt, in denen über die aktuellen Massnahmen und über neue Herausforderungen berichtet und dementsprechend das weitere Vorgehen festgelegt wird. In den vierteljährlichen ASA-Sitzungen (Arbeitsausschuss) wird über Themen der Arbeitssicherheit informiert. Neue Prozesse werden vorgestellt und beschlossen. Darüber hinaus finden zu den Themen Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz vierteljährliche Meetings mit der Geschäftsleitung statt.
Alle Bereiche, der Betriebsrat und der Personalausschuss sind im Arbeitsschutzausschuss vertreten. Die Berufsgenossenschaften (gesetzliche Unfallversicherung) überwachen gemeinsam mit der staatlichen Gewerbeaufsicht, ob die Regeln und Gesetze befolgt werden. Es gibt im Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit keine separaten Regelungen mit der Gewerkschaft.
Um Verletzungen und Unfälle am Arbeitsplatz sowie arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden, müssen sichere Arbeitsverfahren angewendet werden. Die Mitarbeitenden sind verpflichtet, geeignete persönliche Schutzausrüstungen zu tragen, die ihnen zur Verfügung gestellt werden. Kommt es dennoch zu einem Unfall, stehen an allen Arbeitsstätten Erste-Hilfe-Teams bereit. Die Unfallursachen werden analysiert, um eine Wiederholung der Unfälle zu vermeiden. Auch Beinahe-Unfälle werden aufgenommen und bewertet. Wenn möglich, werden Massnahmen aus den Gefahrensituationen abgeleitet. Eine offene Kommunikation und der Dialog über Sicherheitsthemen tragen dazu bei, das Gefahrenrisiko in der gesamten Unternehmensgruppe zu minimieren.
Regelmässige Begehungen an den Arbeitsstätten sorgen dafür, dass Gefahren und Risiken frühzeitig erkannt und beseitigt werden können. Nachbegehungen dienen dazu, die Wirksamkeit der umgesetzten Massnahmen zu kontrollieren. Die Durchführung von Sicherheitsmassnahmen und die Kontrolle ihrer Wirksamkeit erreichen durch diese Praxis ein hohes Niveau. Begehungen finden gemeinsam mit dem Betriebsarzt, dem Betriebsrat und den fachlichen Verantwortlichen statt und werden protokolliert. 2025 wurden die Begehungen erweitert und auch auf Baustellen durchgeführt. Wie bereits im Vorjahr gab es auch 2025 Begehungen mit der Berufsgenossenschaft (BG ETEM), der Unfallversicherung SUVA und Vertreterinnen und Vertretern des Regierungspräsidiums Freiburg. Bis November 2025 wurden 30 Begehungen durchgeführt.
Neben Sicherheitsinspektionen sind Schulungen wichtige Präventionsmassnahmen. Seminare und Unterweisungen zur Arbeitssicherheit werden durch die Fachbereiche oder durch die Arbeitssicherheit initiiert. In Trainings und regelmässigen Unterweisungen erhalten die Mitarbeitenden Informationen zum Beispiel über den Umgang mit Schutzausrüstungen und die Anwendung bestimmter Verfahren. Der Fokus im Geschäftsjahr 2025 lag auf der Unterweisung der Führungskräfte durch die IHK sowie auf Schulungen in der Arbeitsschutzmanagementsoftware.
Es muss gewährleistet sein, dass die Mitarbeitenden die Sicherheitsinformationen korrekt verstehen. Dabei hilft die Arbeitsschutz-Software. Sie sorgt für das strukturierte Ablegen von Daten, regelt Verantwortlichkeiten, ermöglicht digitale Unterweisungen und behandelt unter anderem die Themen Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisungen und Gefahrstoffe. Diese Software trägt zu einer grösseren Rechtssicherheit beim Umgang mit Sicherheitsthemen bei. Die Software wurde an den deutschen Standorten der naturenergie Gruppe eingeführt. Die Einführung im Bereich Produktion ist weiterhin in der Prüfung. Die Einführung in weiteren Gesellschaften und Gruppen ist zunächst abhängig vom Ergebnis der Prüfung.
Gesundheitsprogramme und Betriebliches Gesundheitsmanagement
Um das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu fördern, bietet die Unternehmensgruppe flexible Arbeitszeitmodelle und verschiedene Gesundheitsprogramme an. Ziel ist es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den beruflichen Anforderungen und dem Privatleben zu ermöglichen. Diese Angebote stehen allen Mitarbeitenden offen. Spezielle Programme gibt es darüber hinaus beispielsweise für Eltern. Durch eine Betriebsvereinbarung ist es möglich, bis zu zwei Tage pro Woche mobil zu arbeiten und nach Rücksprache mit der jeweiligen Führungskraft auch darüber hinaus. Die Betriebsvereinbarung definiert zudem, wie ein Arbeitsplatz zu Hause eingerichtet sein sollte, um dem Arbeits- und Gesundheitsschutz gerecht zu werden. Die Arbeitsumgebung in den Unternehmensgebäuden ist grundsätzlich hochwertig ausgestattet und unterstützt die gesunde Haltung am Arbeitsplatz, unter anderem durch höhenverstellbare Schreibtische. Schulungen und Unterweisungen finden in der Regel in Präsenz statt.
Bereits bei der Einstellung prüft die Unternehmensgruppe im Rahmen einer arbeitsmedizinischen Eignungserstuntersuchung, ob die oder der Arbeitnehmende die gesundheitlichen Voraussetzungen für eine bestimmte Tätigkeit erfüllt. Darüber hinaus soll eine Gefährdung von Arbeitnehmenden, Dritten oder wesentlichen Sachgütern minimiert werden. Der Betriebsarzt entscheidet, bei welchen Tätigkeiten und in welchen Intervallen arbeitsmedizinische Untersuchungen notwendig sind.
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement leistet einen wichtigen Beitrag zur präventiven und nachhaltigen Gesunderhaltung der Mitarbeitenden. Es gibt wechselnde Jahreskampagnen zu verschiedenen Gesundheitsthemen. 2025 stand die Ergonomie im Mittelpunkt. Zu diesem Thema gab es Vorträge und individuelle Beratungen am Arbeitsplatz. Weitere Gesundheitsaktionen und -angebote im Jahr 2025:
- Start eines Pilotprojekts, in dem sich zwölf Mitarbeitende zu betrieblichen psychischen Ersthelferinnen und Ersthelfern ausbilden lassen
- Das Firmenfitnessangebot «Hansefit» wurde fortgeführt. «Hansefit» beinhaltet einen Firmenzuschuss zur Mitgliedschaft und die Möglichkeit, unbegrenzt an zahlreichen Fitness-, Sport- und Entspannungsangeboten teilzunehmen.
- Veranstaltungen und Events von über 15 Betriebssportgruppen (Laufgruppen, Drachenboot, Tennis, Volleyball, Fussball, Bowling, Rheinschwimmen, Skitag)
- Schrittezähl-Wettbewerb in Zusammenarbeit mit einem externen Anbieter zur Bewegungsmotivation und Teamförderung
- Internes und externes Angebot zur kostenfreien Psychosozialberatung für Mitarbeitende, kostenfreie 24/7-Beratungshotline
- Betriebliches Eingliederungsmanagement
- Technische Ausrüstung ergonomischer Arbeitsplätze in der Firma und bei den Mitarbeitenden zu Hause
- Kostenlose Grippeimpfungen für die Mitarbeitenden am Standort Rheinfelden sowie in regionalen Zentren der BG prevent im Herbst
- Erneut fand im Herbst eine Obstaktion statt (Sensibilisierung für gesunde Ernährung sowie Prävention in der Erkältungssaison).
Neben der betrieblichen Mitarbeiter- und Sozialberatung bietet das Unternehmen seit dem Jahr 2023 zusätzlich auch kostenfreie und schnell zugängliche Beratungstermine für Notfälle, Krisen und akute Beratungsthemen bei festen externen Ansprechpartnern sowie eine exklusive 24/7-Hotline an. Die internen als auch die externen Beratungen werden von Mitarbeitenden und Führungskräften gut angenommen und genutzt. 2024 fanden insgesamt 119 Beratungsgespräche statt, davon wurden 26 durch externe Sozialberaterinnen und -berater durchgeführt. Die Zahlen für das Berichtsjahr 2025 werden im Geschäftsbericht 2026 veröffentlicht. Themen sind vorrangig psychische Belastungen am Arbeitsplatz oder im persönlichen bzw. familiären Umfeld. In einer Zeit, in der mentale Gesundheit am Arbeitsplatz immer wichtiger wird, leistet das Angebot einen wichtigen Beitrag zur individuellen Unterstützung im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsprävention.
Kennzahlen
Im Rahmen des Personalcontrollings werden relevante Kennzahlen und Informationen erfasst und evaluiert. Für eine vorausschauende Personalplanung erstellt der Personalbereich zusammen mit den einzelnen Geschäftseinheiten regelmässig Personalvorschauen. Diese Pläne dienen als Basis für die Steuerungsmassnahmen, die der Personalbereich in Koordination mit dem Bereich Recruiting entwickelt und umsetzt.
Die Lage auf dem Arbeitnehmermarkt ist weiterhin angespannt. 2025 konnte die Unternehmensgruppe dennoch weiterwachsen und viele neue Mitarbeitende hinzugewinnen. Das Empfehlungsprogramm «Mitarbeitende werben Mitarbeitende» und die Arbeit mit einem Talentpool haben einen massgeblichen Anteil am Rekrutierungserfolg. Die Unternehmensgruppe stellte im Jahr 2025 114 neue Mitarbeitende ein. Das durchschnittliche Eintrittsalter lag bei 35 Jahren (nicht miteingerechnet sind hier Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten). Der Altersdurchschnitt der Mitarbeitenden liegt aktuell bei 41.8 Jahren. Die Auszubildenden werden nach erfolgreichem Abschluss der Lehre in der Regel zunächst ein Jahr befristet übernommen. Insgesamt hat sich die Alterspyramide in den letzten Jahren positiv entwickelt.
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement erfasst und evaluiert jährlich gesundheitsrelevante Kennzahlen und Informationen. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam mit der Geschäftsleitung zukünftige Massnahmen zur Gesundheitsprävention abgestimmt und definiert. Die meldepflichtigen Arbeitsunfälle je 1’000 Mann (1’000-Mann-Quote) der Unternehmensgruppe liegen unter dem Branchendurchschnitt. Dieser liegt nach Berechnungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) für die Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse bei ca. 15.3.
Gesamtzahl Mitarbeitende
| Anzahl Personen | 2025 | 2024 |
|
Gesamtzahl Mitarbeitende in Vollzeitäquivalenten* |
1’281 | 1’271.3 |
| Gesamtzahl Mitarbeitende* | 1’413 | 1’399 |
| Lernende | 68 | 65 |
| Praktikantinnen und Praktikanten | 0 | 3 |
| Werkstudierende, Trainees | 15 | 8 |
|
Leiharbeitende, Vertragsarbeitende, Temporäre |
4 | 4 |
| *Ohne Lernende, Praktikantinnen und Praktikanten, Trainees, Leiharbeitende, Temporäre. | ||
Im Geschäftsbereich Bau beschäftigt die Unternehmensgruppe mit der Vergabe von Aufträgen an Subunternehmen Vertragsarbeitende. Entwickler, Architektinnen und Ingenieure werden je nach Bedarf beschäftigt. Bei Bautätigkeiten werden insbesondere Ingenieurbüros und weitere Betriebe für den Abbruch, Erdarbeiten und Rohbauarbeiten beauftragt. Auch bei Kraftwerken werden für bestimmte Tätigkeiten externe Auftragnehmende beauftragt.
Generell fallen die tariflichen Mitarbeitenden nach deutschem Arbeitsrecht unter den Manteltarifvertrag und den Tarifvertrag zur Regelung der allgemeinen Arbeitsbedingungen vom 30. März 2015 zwischen dem Arbeitgeberverband der Elektrizitätswerke Baden-Württemberg e. V. und ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk Baden-Württemberg. Am 31. Dezember 2025 fielen insgesamt 910 Mitarbeitende (inklusive Auszubildende) bzw. 64.4 Prozent der Belegschaft unter Kollektivvereinbarungen.
Gesamtzahl neue Mitarbeitende
| Anzahl Personen | 2025 | 2024 |
| Nach Altersgruppe* | ||
| Unter 30 Jahren | 37 | 68 |
| 30–50 Jahre | 69 | 124 |
| Über 50 Jahre | 8 | 25 |
| Nach Geschlecht* | ||
| Frauen | 32 | 60 |
| Männer | 82 | 157 |
| Lernende | 27 | 17 |
| Trainees | 9 | 4 |
| Praktikantinnen und Praktikanten | 1 | 4 |
| Leiharbeitende, Vertragsarbeitende, Temporäre | 6 | 9 |
|
* Nur externe Einstellungen; ohne Übernahme Auszubildender, ohne Lernende, Praktikantinnen und Praktikanten, Trainees, Leiharbeitende, Temporäre. |
||
|
Gesamtzahl Mitarbeitende, die das Unternehmen verlassen haben Anzahl Personen20252024Nach Altersgruppe*Unter 30 Jahren 302630–50 Jahre 4964Über 50 Jahre 5140Nach Geschlecht*Frauen3023Männer100107Beendete befristete Arbeitsverhältnisse**72Beendete Lehren** 239Beendete Traineeships** 53Beendete Praktika**41Fluktuationsquote9.6 %9.7 %* Ohne Lernende, Praktikantinnen und Praktikanten, Trainees, Leiharbeitende, Temporäre. ** Inkl. ordentlicher Beendigungen. |
EU G4-LA1: Durchschnittliche Anstellungsdauer von austretenden Mitarbeitenden
| Anstellungsdauer in Jahren | 2025 | 2024 |
| Nach Altersgruppe* | ||
| Unter 30 Jahren | 3.3 | 2.9 |
| 30–50 Jahre | 4.2 | 2.8 |
| Über 50 Jahre | 17.2 | 15.1 |
| Nach Geschlecht* | ||
| Frauen | 10.0 | 7.3 |
| Männer | 9.1 | 6.5 |
|
* Ohne Lernende, Praktikantinnen und Praktikanten, Trainees, Leiharbeitende, Temporäre. |
||
EU15: Mitarbeitende, die innerhalb der nächsten 5 und 10 Jahre pensioniert werden
| Prozent | 2025 | 2024 |
|
Mitarbeitende, die innerhalb der nächsten 5 Jahre Anrecht auf Pensionierung haben |
11.1 % |
11.6 % |
|
Mitarbeitende, die innerhalb der nächsten 10 Jahre Anrecht auf Pensionierung haben |
20.9 % |
21.3 % |
| Hinweis: Seit dem Berichtsjahr 2016 wird für die Berechnung dieser Kennzahl nicht mehr die Regelaltersgrenze, sondern das 63. Lebensjahr zugrunde gelegt. Grund hierfür ist, dass sich die überwiegende Mehrheit der Mitarbeitenden bereits mit Vollendung des 63. Lebensjahrs pensionieren lässt. | ||
Nur Mitarbeitende in Deutschland
|
Anzahl Personen in Vergütungsgruppe |
Männer |
2025 Frauen |
Männer |
2024 Frauen |
| VG02* (A) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| VG03 (B) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| VG04 (C) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| VG05 (D) | 23 | 31 | 28 | 32 |
| VG06 (E) | 83 | 90 | 80 | 89 |
| VG07 (F) | 81 | 59 | 80 | 62 |
| VG08 (G) | 87 | 36 | 81 | 29 |
| VG09 (H) | 102 | 25 | 95 | 23 |
| VG10 (I) | 81 | 25 | 69 | 23 |
| VG11 (J) | 51 | 8 | 51 | 8 |
| VG12 (K) | 26 | 7 | 25 | 6 |
| VG13 (L) | 6 | 1 | 6 | 1 |
| VG14 | 3 | 0 | 3 | 0 |
| TVöD (ESB) | 17 | 18 | 20 | 17 |
| Aussertariflich | 42 | 9 | 48 | 8 |
| Nicht tarifgebunden | 47 | 8 | 46 | 11 |
| * VG heisst Vergütungsgruppe. Im deutschen Vergütungstarifvertrag (zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Arbeitgeberverband der Elektrizitätswerke Baden-Württemberg) gibt es die tariflich vereinbarten Vergütungsstufen 1–14. Danach beginnt die übertarifliche Vergütung, meist im Rahmen eines aussertariflichen Arbeitsvertrags (AT-Vertrag/Individualvertrag) – meist für Führungs- und besondere Fachkräfte. In Klammern stehen die Vergütungsgruppen des neuen Tarifvertrags für Mitarbeitende, die nach dem 1. Dezember 2008 in die Unternehmensgruppe eingetreten sind. Zu den nicht tarifgebundenen Mitarbeitenden kam es durch Konsolidierung. | ||||
Gesamte jährliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden nach Geschlecht
(ohne EVWR und naturenergie sharing GmbH)
| Anzahl Stunden | 2025 | 2024 |
| Frauen | 8’395 | 7’904 |
| Männer | 29’138 | 27’289 |
| Divers | 0 | |
| Gesamt | 37’533 | 35’193 |
Grundlage der Berechnung des Verhältnisses der Jahresgesamtvergütung bilden die Unternehmen naturenergie hochrhein AG, naturenergie netze GmbH, Energieversorgung Südbaar GmbH & Co. KG, naturenergie systeme GmbH (alle Deutschland), naturenergie holding AG (Deutschland und Schweiz), enalpin AG und tritec AG (beide Schweiz). Damit finden ca. 94 Prozent der Mitarbeitenden der gesamten Unternehmensgruppe Berücksichtigung. Da es im Lohnniveau, in der Lohnstruktur, in der wöchentlichen Arbeitszeit und im Arbeitsrecht in Deutschland und in der Schweiz grosse Unterschiede gibt, wird sowohl eine Kennzahl für Deutschland als auch eine Kennzahl für die Schweiz erhoben. Bei der Berechnung der Kennzahlen wurden folgende Besonderheiten berücksichtigt:
- Anpassung der Gehälter von Teilzeitbeschäftigten auf 100 Prozent Beschäftigungsumfang
- Ausschliesslich Berücksichtigung der Gehälter von Beschäftigten, die das ganze Jahr 2025 in einer der zuvor genannten Firmen beschäftigt waren
- Nichtberücksichtigung von Beschäftigten in Altersteilzeit (sowohl Passiv als auch Aktivphase), von Mitarbeitenden in Elternzeit sowie in Ausbildung und Studium
- Das anrechenbare Gehalt der berücksichtigten Mitarbeitenden beinhaltet die Bruttobezüge sowie sämtliche Zulagen, Bonuszahlungen etc.
Das Verhältnis zwischen der Jahresgesamtvergütung der höchstbezahlten Person in Deutschland im Verhältnis zum Median der Jahresgesamtvergütung der Mitarbeitenden (ohne die höchstbezahlte Person) in Deutschland beträgt 6.16.
Das Verhältnis zwischen der Jahresgesamtvergütung der höchstbezahlten Person in der Schweiz im Verhältnis zum Median der Jahresgesamtvergütung der Mitarbeitenden (ohne die höchstbezahlte Person) in der Schweiz beträgt 3.12.
Rückkehr an den Arbeitsplatz und Verbleibrate nach der Elternzeit
| Anzahl Personen | 2025 | 2024 |
|
Mitarbeitende mit Anspruch auf Elternzeit |
||
| Frauen | 325 | 320 |
| Männer | 674 | 656 |
|
Mitarbeitende, die Elternzeit in Anspruch nahmen |
||
| Frauen | 33 | 36 |
| Männer | 26 | 21 |
|
Mitarbeitende, die nach der Elternzeit an den Arbeitsplatz zurückkehrten |
||
| Frauen | 15 | 11 |
| Männer | 22 | 17 |
|
Mitarbeitende, die nach der Elternzeit an den Arbeitsplatz zurückkehrten und danach noch mindestens 12 Monate im Betrieb arbeiteten* |
||
| Frauen | 10 | 10 |
| Männer | 17 | 15 |
| * Mitarbeitende, die 2024 aus der Elternzeit zurückkehrten und 2025 zwölf Monate im Betrieb waren. | ||
Zusammensetzung der Kontrollorgane und Aufteilung der Mitarbeitenden nach Mitarbeiterkategorie in Bezug auf Geschlecht, Altersgruppe, Zugehörigkeit zu einer Minderheit und andere Diversitätsindikatoren
|
Anzahl Mitarbeitende |
Männer | Frauen |
unter 30 Jahren |
30–50 Jahre |
über 50 Jahre |
| 2025 | |||||
| Verwaltungsrat | 6 | 2 | 0 | 4 | 4 |
| Geschäftsleitung | 3 | 0 | 0 | 1 | 2 |
|
Leitende Angestellte (Kader) |
13 | 2 | 0 | 9 | 6 |
|
Mitarbeitende (inkl. Lernende) |
1’072 | 410 | 294 | 816 | 372 |
| 2024 | |||||
| Verwaltungsrat | 6 | 2 | 0 | 4 | 4 |
| Geschäftsleitung | 3 | 0 | 0 | 1 | 2 |
|
Leitende Angestellte (Kader) |
12 | 2 | 0 | 7 | 7 |
|
Mitarbeitende (inkl. Lernende) |
1’044 | 403 | 308 | 781 | 358 |
Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern, nach Mitarbeiterkategorie und Hauptgeschäftsstandorten
Für die Mitarbeitenden des Kaders und für alle Mitarbeitenden mit Schweizer Arbeitsvertrag gilt ein einheitliches zehnstufiges Gehaltsmanagement, das sowohl das Grundgehalt als auch den variablen Lohnanteil regelt. Für Tarifmitarbeitende gilt der deutsche Vergütungstarifvertrag, der die Entlohnung nach Tätigkeitsmerkmalen regelt. Es kann vorkommen, dass Mitarbeitende aufgrund unterbrochener Erwerbsbiografien (Kinderzeiten) teilweise in der Gehaltsentwicklung zurückliegen.
Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemassnahmen
Im Berichtszeitraum gab es keine Vorfälle.
Unfallstatistik und Ausfalltage
Die Unfallstatistik ist eine wichtige Basis für verschiedene Auswertungen. Beispielsweise können Massnahmen und Schulungsinhalte daraus abgeleitet werden. Alle Vorfälle werden in einer internen Unfallstatistik aufgenommen. Diese ist Basis für verschiedene Kennzahlen wie beispielsweise den LTIF.
Unfälle und Ausfalltage
| Anzahl | 2025 | 2024 |
| Arbeitsbedingte Todesfälle | 0 | 0 |
| Meldepflichtige Betriebsunfälle | 0 | 1 |
| Meldepflichtige Unfälle | 10 | 16* |
| Unfälle ab einem Ausfalltag | 5 | 11 |
| Unfallhäufigkeit (Anzahl der Unfälle mit Ausfallzeit pro 1 Mio. Arbeitsstunden) | 2.3 | 5.1 |
| Durchschnittliche unfallbedingte Ausfalltage je LTI | 8.8 | 26 |
| Arbeitsunfallrate Betriebsunfälle (1’000-Mann-Quote) | 7.15 | 11.7* |
| * Aktualisierung der Vorjahreswerte. | ||
Krankheitsrate
| Anzahl Stunden | 2025 | 2024 |
| Sollstunden | 2’539’640 | 2’489’376 |
| Krankheitsstunden | 97’469 | 94’169 |
| Krankheitsrate | 3.8 % | 3.8 % |
Top-ESG-KPI
Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist eine TOP-ESG-KPI der naturenergie Gruppe.
S. 38 ↗
Menschenrechtserklärung
Die Menschenrechtserklärung orientiert sich an internationalen Leitprinzipien und Rahmenwerken.
Online ↗
Arbeitssicherheits- & Gesundheitsschutz-Policy
Unsere obersten Ziele sind die Vermeidung von Unfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen und das Schaffen der Voraussetzungen für sicheres Arbeiten.
Online↗
Informationen zu Benefits und Berufseinsteig
Auf der Karrierewebseite sind weitere Informationen zu finden.
Online ↗
audit berufundfamilie
Wir legen Wert auf eine familienfreundliche Unternehmenspolitik.
Online ↗
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Die Unternehmensgruppe verpflichtet auch ihre Lieferanten und Dienstleister zur Einhaltung von Sozialstandards und zur Wahrung der Menschenrechte.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Im Rahmen der Geschäftstätigkeiten können in der Lieferkette Risiken auftreten. Relevant für die Energiebranche sind in diesem Zusammenhang insbesondere die Menschenrechte und speziell Kinderarbeit. Risiken betreffen nicht zuletzt die Förderung und Verarbeitung von Rohstoffen und Materialien für erneuerbare Energiesysteme. Diese Rohstoffe stammen häufig aus Regionen, in denen Menschenrechte missachtet und bewaffnete Konflikte ausgetragen werden. Angesichts komplexer Lieferketten ist die Herkunft der Rohstoffe im Detail oft schwierig nachzuvollziehen. Falls die Unternehmensgruppe Risiken in ihren Lieferketten unzureichend steuert, kann sie indirekt zu Menschenrechtsverletzungen beigetragen.
Durch internes Risikomanagement, die Prüfung und Auswahl der Lieferanten sowie die Unterstützung der Partner bei der Verbesserung ihrer Praktiken nimmt die Unternehmensgruppe ihre Lieferkettenverantwortung wahr und kann auf die Einhaltung grundlegender Sozialstandards und Menschenrechte bei Lieferanten und Dienstleistern hinwirken. Zudem kann die Unternehmensgruppe ihren Ruf als ethisch verantwortungsvolles Unternehmen sichern und sich vor möglichen Reputationsverlusten und rechtlichen Konsequenzen schützen.
Policies
Verhaltenskodex für Lieferanten
2022 wurde ein Verhaltenskodex für Lieferanten eingeführt, der unter anderem die Einhaltung der Menschenrechte vorschreibt. Der Supplier Code of Conduct (SCoC) ist auf der Website der Unternehmensgruppe zugänglich. Mitarbeitende wurden zusätzlich über eine interne Mitteilung über das Inkrafttreten des SCoC informiert. Der SCoC beinhaltet im Wesentlichen folgende Themen: Nachhaltigkeitsansatz, rechtliche Grundsätze und Geltungsbereich, Sozialstandards und Menschenrechte, Umweltstandards, Compliance und faire Zusammenarbeit, Monitoring der Einhaltung des Supplier Code of Conduct sowie Kontakt- und Beschwerdemöglichkeiten.
Der Supplier Code of Conduct legt fest, dass die naturenergie Gruppe jederzeit die Einhaltung der Vorgaben überprüfen kann. Regelmässige Risikobewertungen und Lieferantenaudits werden durchgeführt, um potenzielle Risiken zu identifizieren und die Einhaltung des Kodex sicherzustellen. Zur Verifizierung dienen beispielsweise Selbstauskünfte der Lieferanten, Zertifikate sowie Auskünfte von Dritten. Für das Geschäftsjahr 2025 hat die naturenergie Gruppe weitere Massnahmen zur Sicherstellung der Sorgfaltspflicht in der Lieferkette umgesetzt, darunter die Einführung einer neuen Einkaufsplattform. Darüber hinaus wird der Lieferantenmanagementprozess einschliesslich einer vertieften Lieferantenprüfung im Rahmen eines Audits weiter vorangetrieben. Künftig müssen Lieferanten bestätigen, dass sie den Supplier Code of Conduct gelesen haben und dessen Vorgaben einhalten. Diese Bestätigung wird im System der Unternehmensgruppe dokumentiert. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Lieferanten freigegeben werden. Die angestrebte Digitalisierung des Lieferantenmanagements soll den Prozess der Lieferantenprüfung effizienter und transparenter gestalten. Der Supplier Code of Conduct wird neuen Lieferanten als integraler Bestandteil der Auftragsvereinbarung übermittelt.
Materialwirtschaftsrichtlinie
Die Materialwirtschaftsrichtlinie als wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Beschaffung umfasst auch die Berücksichtigung des Arbeitsschutzmanagements bei Lieferanten. Für alle Mehrheitsbeteiligungen der Unternehmensgruppe ist die Materialwirtschaftsrichtlinie bereits verbindlich und wird fortlaufend implementiert. So beinhalten Produktionskontrollen nicht nur die Qualitätssicherung der Produkte, sondern auch die Arbeitssicherheit von Maschinen und die Schutzausrüstung von Mitarbeitenden des Lieferanten.
Menschenrechtserklärung des Unternehmens für alle Mitarbeitenden
Eine Menschenrechtserklärung der Unternehmensgruppe liegt seit dem 31. Dezember 2024 vor. Sie wurde in der Verwaltungsratssitzung im Dezember 2024 von der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsratspräsidenten der naturenergie holding AG unterzeichnet. Die Erklärung gilt für alle Mitarbeitenden der naturenergie Gruppe. Sie ist ein weiterer Schritt im Bestreben der naturenergie Gruppe, den Schutz der Menschenrechte als eine wesentliche Grundlage für langfristigen Unternehmenserfolg und das Vertrauen der Stakeholder sicherzustellen. Die in der Menschenrechtserklärung aufgeführten Werte und Grundsätze gibt die naturenergie Gruppe durch ihren Lieferantenkodex auch an ihre Geschäftspartner weiter.
Massnahmen
Management der Lieferantenselbstauskunft
Zusätzlich zum Supplier Code of Conduct werden seit Ende 2022 die grössten Lieferanten, die 80 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, um eine Lieferantenselbstauskunft gebeten. Dies betrifft vor allem die Tiefbaudienstleister der naturenergie netze AG im Rahmen der Ausschreibungen für das Leistungsverzeichnis und Bereitschaftsdienste.
Mit den Ausschreibungsunterlagen erhalten alle neuen Lieferanten für grössere Projekte eine Lieferantenselbstauskunft. Diese enthält unter anderem Angaben zur Einhaltung von Umwelt- und Arbeitsschutzregeln. Entsprechend der Beschaffungspraktiken sind die Anforderungen an Zulieferer formal festgehalten und umfassen auch Aspekte des Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitsschutzmanagements. Die Ausschreibung für das Leistungsverzeichnis 2025/2026 lädt 200 Dienstleister zur Präqualifizierung ein. Das Unternehmen fügt überdies jeder Bestellung seine Einkaufsbedingungen bei. Diese enthalten wichtige Hinweise zu ökologischen und sozialen Kriterien. Mit der Annahme der Bestellung akzeptieren die Lieferanten diese Kriterien.
Risikobasierte Prüfung der Lieferanten
auf Kinderarbeit
Die naturenergie Gruppe hat ihre direkten Lieferanten risikobasiert anhand des UNICEF-Index für die Rechte von Kindern am Arbeitsplatz bewertet. Bei den direkten Lieferanten in Ländern, die im UNICEF-Index für die Rechte von Kindern am Arbeitsplatz als «basic» eingestuft wurden, gab es keine offensichtlichen Anzeichen oder begründeten Verdachtsmomente für Kinderarbeit. Daher wurden keine weiteren Nachforschungen angestellt. Die Ergebnisse der Risikoanalyse wurden dokumentiert.
In der erweiterten indirekten Zulieferkette bezieht die Unternehmensgruppe Produkte und Dienstleistungen aus europäischen, amerikanischen, afrikanischen und asiatischen Ländern, die im UNICEF-Index überwiegend in der Risikokategorie «enhanced» (erweitert) und in Einzelfällen als hoch «heightened» (erhöht) gelistet werden. Die jeweiligen Lieferanten wurden einer vertieften Risikoprüfung unterzogen. Die Tochtergesellschaften führten diese Risikoprüfungen eigenständig durch. Die Ergebnisse wurden im Managementsystem dokumentiert.
Durch internes Risikomanagement, die sorgfältige Prüfung und die Auswahl der Lieferanten sowie die Unterstützung der Partner bei der Verbesserung ihrer Praktiken nimmt die Unternehmensgruppe ihre Lieferkettenverantwortung wahr.
Schulung von Mitarbeitenden und Meldestellen für Verdachtsfälle
Die verantwortungsvolle Beschaffung von Rohstoffen und Materialien ist ein Anliegen der Unternehmensgruppe. In einem komplexen Umfeld setzt sich das Unternehmen für grundlegende Sozialstandards ein und verfolgt dabei das Ziel, die Auswirkungen ihrer Aktivitäten zu minimieren.
Bedarfsorientierte Schulungen unterstützen die Mitarbeitenden der Einkaufsabteilung dabei, ihr Bewusstsein für nachhaltige Wertschöpfungsketten zu vertiefen und ein fundiertes Verständnis für transparente und regelkonforme Abläufe weiterzuentwickeln. Bei Verdachtsfällen von Verstössen gegen die Menschenrechte haben die Mitarbeitenden sowie Lieferanten die Möglichkeit, sich an die internen Compliance-Meldestellen oder extern an den Ombudsmann zu wenden. Das Beschwerdeverfahren ist unparteiisch und respektiert das Prinzip der Vertraulichkeit und der Unschuldsvermutung. Hinweisgebende sind vor Repressalien aufgrund einer Beschwerde oder eines Hinweises geschützt. Der Ombudsmann der naturenergie Gruppe unterliegt der anwaltlichen Schweigepflicht. Er kann Hinweisgebenden absolute Vertraulichkeit und Anonymität gegenüber der Unternehmensgruppe zusichern.
Kennzahlen
Für die Meldung von Verstössen gegen die Grundsätze des Code of Conduct für Geschäftspartner können diese sowie ihre Mitarbeitenden die zentrale Anlaufstelle (managementsysteme@naturenergie.de) nutzen. Im Berichtsjahr 2025 gab es keine Meldungen und es wurden keine schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen in der Wertschöpfungskette festgestellt.
Allgemeine Einkaufsbedingungen der naturenergie Gruppe und Supplier Code of Conduct
Online↗
Menschenrechtserklärung
Die Menschenrechtserklärung der naturenergie Gruppe bekräftigt das klare Bekenntnis des Unternehmens zur Achtung international anerkannter Menschenrechtsstandards (unter anderem UN-Leitprinzipien, OECD-Leitlinien, ILO-Kernarbeitsnormen). Mit Blick auf ihre Geschäftsaktivitäten identifizierte die naturenergie Gruppe folgende Schwerpunkte: Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, Diskriminierungsverbot und Chancengleichheit, faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung, Schutz lokaler Gemeinschaften sowie das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung. Zur Sicherstellung dieser Anforderungen verfolgt die naturenergie Gruppe ein kontinuierliches Risikomanagement, Präventionsmassnahmen und eine regelmässige Berichterstattung.
Die Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechtserklärung liegt bei der naturenergie holding AG und allen von ihr kontrollierten Gesellschaften. Geschäftspartner, Lieferanten und Subunternehmer sind verpflichtet, die Grundsätze der Erklärung einzuhalten. Die naturenergie Gruppe berichtet jährlich im Geschäftsbericht über die erzielten Fortschritte.
«Wir handeln als Team ver-antwortungsvoll in jeder Stufe der Wertschöpfung – für Menschen, Prozesse und Ergebnisse.»
Stefan Ming
Fachbereichsleiter Einkauf + Logistik
Betroffene Gemeinschaften
Die Unternehmensgruppe ist in der Region Südbaden und in der Schweiz verankert und pflegt vielfältige Beziehungen zu ihren Anspruchsgruppen vor Ort. Die Unternehmensgruppe unterstützt beispielsweise die Bildungsarbeit im Bereich Energie und sponsert Vereine und Kultureinrichtungen, um einen gesellschaftlichen Mehrwert in der Region zu schaffen.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Durch lokales gesellschaftliches und gemeinnütziges Engagement, innovative Energieversorgungslösungen sowie Bau- und Wohnprojekte in der Region kann die Unternehmensgruppe einen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten. Der positive Einfluss des Unternehmens kann auch die Zufriedenheit und die Motivation der Mitarbeitenden steigern. Offen geführte Dialoge, auch zu Streitthemen, stellen einen konstruktiven Beitrag zur gesellschaftlichen Meinungsbildung dar und fördern den Austausch zwischen unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Sollte die Unternehmensgruppe den regionalen Anforderungen nicht genügen, besteht die Gefahr, dass die Reputation des Unternehmens leidet und lokales Vertrauen verloren geht. Um diese Risiken zu vermeiden, geht die Unternehmensgruppe auf die Ansprüche und Anliegen ihrer Stakeholder ein. Dies kann mit Kosten verbunden sein, sichert aber das Vertrauen ins Unternehmen und seine langfristige Handlungsfähigkeit.
Policies
Die Unternehmensgruppe hat umfassende Strategien zum Management wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen für betroffene Gemeinschaften erstellt. Sie nutzt insbesondere Umweltverträglichkeitsprüfungen, Monitoring, Gemeindebeteiligung und Risikomanagement. Die Stakeholder-Engagement Policy hält die wesentlichen Aspekte fest. Dort bekräftigt naturenergie ihre Verpflichtung, legitime Interessen und Bedürfnisse aller relevanten Anspruchsgruppen zu berücksichtigen. Sie definiert Grundsätze wie Transparenz, Ehrlichkeit und gegenseitigen Respekt. Der Dialog mit Stakeholdern ist als zentrales Element in der Unternehmensstrategie verankert. Ein Schwerpunkt ist neben der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern, Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden, Behörden und Medien explizit auch die Kooperation mit lokalen Gemeinschaften und der Zivilgesellschaft. Ziel ist es, durch frühzeitige Einbindung und offene Kommunikation Vertrauen zu schaffen und die Akzeptanz für Projekte zu sichern. Die Umsetzung erfolgt über strukturierte Prozesse, Feedback-Mechanismen und vielfältige Formate wie Informationsveranstaltungen, Bürgerdialoge und digitale Kanäle.
Die Verantwortung liegt bei der Geschäftsleitung sowie den Fachbereichen mit direkten Stakeholder-Schnittstellen (z. B. Kundenbetreuung, Kommunalbetreuung, HR, Kommunikation). Verstösse gegen die Policy können über die interne Compliance-Meldestelle oder den Ombudsmann vertraulich gemeldet werden. Im Berichtszeitraum wurden keine Fälle von Nichteinhaltung internationaler Standards festgestellt. Das Verfahren garantiert Vertraulichkeit und Schutz vor Repressalien. Die Policy wird regelmässig überprüft und anlassbezogen aktualisiert.
Der Verhaltenskodex beschreibt, wie wir uns gegenüber Kundinnen und Kunden, Lieferanten, Mitbewerbern, Behörden und Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen ethisch korrekt verhalten. Er wird im Rahmen von Schulungen und Veranstaltungen kommuniziert und ist im Intranet einsehbar. Allen neuen Mitarbeitenden wird der Inhalt des Verhaltenskodex ebenfalls bekannt gegeben. Der Verwaltungsrat wird einmal jährlich über aktuelle Compliance-Themen unterrichtet.
Massnahmen
Vorteile für die Region schaffen
Die Unternehmensgruppe ist Arbeitgeberin, Ausbilderin, Versorgerin, Dienstleisterin und Förderin mit einem südbadisch-schweizerischen Profil. Sie beschäftigt etwa 1’413 Mitarbeitende und rund 68 Auszubildende. Zugleich fördert sie die lokale Wirtschaftsentwicklung durch Auftragsvergaben und Investitionen in Infrastrukturprojekte. Im Versorgungsgebiet der naturenergie holding AG, der naturenergie hochrhein AG und der naturenergie netze GmbH setzt naturenergie soweit möglich auf regionale Lieferanten.
Die Unternehmensgruppe unterstützt den Ausbau der regionalen Infrastruktur für E-Mobilität in Südbaden und stellt aktuell etwa 1’178 öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung. Die naturenergie Gruppe arbeitet hierbei mit der Stadtmobil Südbaden AG zusammen und realisierte mit naturenergie sharing GmbH eines der ersten E-CarSharing-Projekte Deutschlands im ländlichen Raum. Seit 2020 stehen auch im Stadtgebiet von Freiburg E-Autos und Ladesäulen von naturenergie zur Verfügung. Die Unternehmensgruppe engagiert sich für ihre Region ausserdem durch soziale Aktivitäten, Bildungspartnerschaften, Sponsoring und Biodiversitätsmassnahmen. Bei diesen Projekten arbeitet naturenergie mit den Gemeinden zusammen, um die grösstmögliche Wirkung zu erzielen. Diese Massnahmen sind regional verankert und ökologisch orientiert.
Sponsoring und Spenden
Die Unternehmensgruppe ist Sponsorin und spendet für die regionale Entwicklung und das Wohlergehen der Menschen vor Ort. Damit fördert sie die lokale Wirtschaftsentwicklung durch Auftragsvergabe und Investitionen in Infrastrukturprojekte. Beim Sponsoring liegt der Schwerpunkt auf Vereinen, kulturellen Initiativen und Schulen in der Region.
Grundlage sämtlicher Sponsoringaktivitäten ist der Leitgedanke des «grünen Fadens». Ziel ist es, Veranstaltungen möglichst emissionsarm zu gestalten und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und natürlichen Ressourcen zu fördern. Bestehende Sponsoringverträge werden entsprechend angepasst und bei neuen Engagements ist der «grüne Faden» verbindlicher Vertragsbestandteil. Klare Auswahlkriterien stellen sicher, dass alle Massnahmen ökologisch ausgerichtet sind, die Umweltauswirkungen minimiert werden und fest in der Region verankert sind. Ausserdem werden die Gemeinden in Entscheidungsprozesse einbezogen.
Alle Gesellschaften der Unternehmensgruppe sind verpflichtet, die Richtlinie zum Umgang mit Corporate Sponsoring, Spenden und Mitgliedschaften einzuhalten. Diese ergänzt den Verhaltenskodex und konkretisiert den Bereich Sponsoring.
Im Jahr 2024 wurde die naturenergie Gruppe vom Land Baden-Württemberg als ehrenamtsfreundliche Arbeitgeberin im Bevölkerungsschutz ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung würdigt das Land Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden Raum und Möglichkeit geben, sich ehrenamtlich zu engagieren – insbesondere im Bevölkerungsschutz, wo Helferinnen und Helfer oft schnell und flexibel vor Ort sein müssen. Die Auszeichnung ist fünf Jahre gültig, wird jedoch bei Wegfall der erforderlichen Voraussetzungen widerrufen.
Dialog mit Gemeinschaften
Die naturenergie Gruppe setzt auf den persönlichen Austausch mit den lokalen Gemeinschaften. Kommunales Stakeholdermanagement wird über verschiedene Gremien wie kommunale Beiräte und durch spezifische Zuständigkeiten in den Bereichen Produktion, Netze und Facility Management umgesetzt. Bei Bürgerveranstaltungen, Sitzungen diverser Beiräte, Führungen oder Tagen der offenen Tür präsentiert sich die naturenergie Gruppe und stellt sich dem Dialog. Der naturenergie Gruppe ist es wichtig, für ihre Projekte und Anliegen eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen und das Vertrauen zu stärken. Zu diesem Zweck bietet sie proaktiv Bürgerdialoge, Anwohnergespräche, Informationsveranstaltungen und Ideenworkshops an – beispielsweise zum Reallabor H2-Wyhlen, zum Energie-Campus Wyhlen oder zu Rheinfelden 20plus. Ausserdem pflegt das Unternehmen den Austausch mit den Gemeinden. Ein Beispiel hierfür sind die regelmässigen Jour-fixe-Termine mit den Projektleitenden von naturenergie und der Gemeindeverwaltung in Grenzach-Wyhlen.
Das direkte Feedback der Gemeinden fliesst in das unternehmensinterne Monitoring ein. Die naturenergie Gruppe hat Mechanismen entwickelt, um regelmässig Rückmeldungen von den betroffenen Gemeinschaften einzuholen und sicherzustellen, dass deren Anliegen berücksichtigt werden.
Durch diesen proaktiven und integrativen Ansatz vermeidet oder minimiert das Energieunternehmen negative Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften. Diesen stehen diverse Kanäle für ihre Anliegen offen: Hotline, Unternehmenswebsites, direkte Ansprechpartner vor Ort, Kontaktformulare, Social Media und Kundenservice. Die Stakeholder können zudem anonyme und sichere Meldemöglichkeiten nutzen, wenn sie Verstösse gegen Reglements oder Gesetze kommunizieren möchten. Die naturenergie Gruppe geht jeder Meldung nach.
Das Unternehmen nutzt umfassende Risiko- und Impact-Analysen und überwacht kontinuierlich seine Massnahmen, die es bei Bedarf anpasst. Die Wirksamkeit der Massnahmen wird durch externe Audits, Zusammenarbeit mit NGOs, durch öffentliche Konsultationen, Social Media Monitoring sowie regelmässige Berichterstattung sichergestellt. So sorgt die naturenergie Gruppe dafür, dass die Bedürfnisse der betroffenen Gemeinschaften berücksichtigt und gleichzeitig nachhaltige Geschäftspraktiken gefördert werden.
Kennzahlen
Die Unternehmensgruppe organisierte im Jahr 2025 mehr als 200 Sponsoring- und Spendenaktionen in Deutschland und in der Schweiz (2024: 189). Im Rahmen ihres regionalen Engagements unterstützt die Unternehmensgruppe Projekte mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit, Ökologie oder Energie und sie unterstützt örtliche Vereine und Einrichtungen in den Bereichen Sport, Kultur, Soziales, Umwelt und Bildung. 2025 erhielten 25 Preisträger Gelder aus dem naturenergie Fördertopf. Aus dem Fördertopf unterstützt naturenergie Einrichtungen und Institutionen, die Nachhaltigkeit vorleben und vermitteln. Insgesamt wurden 20’000 € ausgeschüttet, die Fördersummen lagen zwischen 150 und 2’000 €.
Vom 22. bis 26. September 2025 führte naturenergie ihre Nachhaltigkeitswoche durch. Die deutschen Unternehmen der Gruppe organisierten im zweiten Jahr in Folge eine Pfandsammelaktion. Die Idee zu der Aktion hatte ein Mitarbeiter, der dazu aufrief, mehr auf die Umwelt zu achten und Pfandflaschen einzusammeln. Ausserdem konnten Mitarbeitende ihr Pfand von daheim mitbringen und es spenden. Die Geschäftsleitung verdoppelte den Sammelerlös von 500 € auf 1’000 €. Die Mitarbeitenden konnten darüber abstimmen, welchem Projekt die Spende zugutekommt. Die Wahl fiel auf den Christian Heinrich Zeller Schulkindergarten Bad Säckingen, der körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder betreut.
Stakeholder-Engagement-Policy
Die Berücksichtigung legitimer Stakeholderansprüche und -interessen gehört zu den Kern-werten der naturenergie.
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naturenergie Fördertopf
Das Engagement erstreckt sich auf unterschiedliche Bereiche aus Sport, Bildung, Kultur und Sozialwesen.
Online ↗
Verbraucher und Endnutzer
Versorgungssicherheit, Datenschutz, transparente Kommunikation sowie eine nachvollziehbare Produktkennzeichnung bilden die Basis für das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden. Eine hohe Kundenzufriedenheit, exzellenter Service und ein vielfältiges, nachhaltiges Produktangebot sind Prioritäten für die naturenergie Gruppe.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Marketingmassnahmen, Produktbezeichnungen und Produktauszeichnungen sind die Grundlage für informierte Kauf- und Investitionsentscheidungen von Kundinnen und Kunden. Die Kennzeichnung nachhaltiger Energieprodukte kann die öffentliche Aufmerksamkeit für emissionsärmere Energieoptionen stärken und die Nachfrage nach erneuerbarer Energie fördern. Unklare Kommunikation, unverständliche Kennzeichnungen sowie undurchsichtige Standards können die Kundinnen und Kunden verwirren. Im schlimmsten Fall wird durch intransparente oder irreführende Kommunikation gegen Gesetze verstossen oder die Verbrauchenden werden getäuscht, wodurch dem Unternehmen Reputationsschäden entstehen können. Die Einhaltung von Kennzeichnungsstandards und eine eindeutige und klare Kommunikation können sich hingegen langfristig positiv auf die Glaubwürdigkeit, die Stabilität und die Profitabilität der Unternehmensgruppe auswirken. Eine glaubwürdige und transparente Kommunikation der Nachhaltigkeitsfortschritte kann zudem die Arbeitgebermarke der Unternehmensgruppe stärken.
Eine hohe Kundenzufriedenheit ist die Voraussetzung für die Kundenbindung und damit ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg. Eine gute Kundenbindung kann Vertrauen schaffen, die Reputation des Unternehmens stärken, für finanzielle Planungssicherheit sorgen und neue Investitionen ermöglichen. Die Unternehmensgruppe will ihre Kundinnen und Kunden durch hochwertige Produkte und zuverlässige Services zufriedenstellen. Ihre Leistungen sind auf die Bedürfnisse der Kundschaft zugeschnitten. Transparenz und Fairness in den Geschäftsbeziehungen sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sind weitere Aspekte, auf die Kundinnen und Kunden grossen Wert legen. Werden die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden nicht genügend berücksichtigt, kann die Unternehmensgruppe Kunden verlieren und negative Bewertungen können die Neukundenakquise erschweren. Eine Herausforderung besteht darin, die Kundschaft von den Stärken der Unternehmensgruppe zu überzeugen, denn aus Sicht vieler Abnehmenden sind die Leistungen der Energieversorger austauschbar. Die Unternehmensstrategie zielt vor allem darauf ab, den Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie Endnutzerinnen und Endnutzern Vorteile zu verschaffen. Die Strategie sieht vor, emissionsarme Energie bereitzustellen und Energieeffizienzprogramme zu fördern. Sie hilft den Verbrauchern dabei, ihre Energiekosten zu senken und gleichzeitig ihren ökologischen Fussabdruck zu verkleinern.
Der sichere Betrieb von Kraftwerken und Netzen sowie die zuverlässige Stromerzeugung und -verteilung gehören zu den wichtigsten Leistungen der naturenergie Gruppe. Eine hohe Zuverlässigkeit vermeidet Kosten und stärkt die Reputation des Unternehmens. Die stabile Energieversorgung ist Grundvoraussetzung für erfolgreiche Kundenbeziehungen und die Neukundengewinnung. Durch eine zuverlässige Energieversorgung stellt die Unternehmensgruppe sicher, dass die Menschen in ihren Versorgungsgebieten unbeeinträchtigt leben, arbeiten und wirtschaften können. Überdies ist die Zuverlässigkeit des Betriebs entscheidend für Konzessionsverfahren. Die Konzessionen der Tochtergesellschaft naturenergie netze GmbH haben grossen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmensgruppe und stehen in direktem Zusammenhang mit der zuverlässigen Stromversorgung. Stromabstellungen, geplant oder ungeplant, führen zu Störungen, die Privathaushalte, Industrie und Versorgungseinrichtungen beeinträchtigen können. Solche Stromausfälle mindern das Vertrauen in das Versorgungsunternehmen und können Reputationsschäden oder Entschädigungsforderungen zur Folge haben. Die Unternehmensgruppe ist daher bestrebt, jederzeit eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten und Versorgungsunterbrechungen möglichst auszuschliessen oder schnell zu beheben.
Durch strenge Einhaltung des Datenschutzes verhindert die Unternehmensgruppe Eingriffe in die Privatsphäre ihrer Mitarbeitenden und ihrer Kundinnen und Kunden. So wahrt die Unternehmensgruppe das Vertrauen der Anspruchsgruppen und der Gesellschaft und sichert langfristige Kundenbeziehungen und den zuverlässigen Zugang zu ihren Produkten und Dienstleistungen. Die Verarbeitung perso-nenbezogener Daten birgt grundsätzlich Risiken. Um diese zu minimieren, sollen zahlreiche Beratungs- und Sensibilisierungsangebote beziehungsweise Prozesskontrollen die Einhaltung des Datenschutzes in der Unternehmensgruppe gewährleisten. Datenschutz- und Informationssicherheitsverletzungen können die Privatsphäre von Stakeholdern beeinträchtigen. Cyberangriffe, z. B. gegen Kraftwerke, könnten die Stromversorgungssicherheit gefährden. Bei Datenschutzverletzungen ist mit Kundenverlusten, Reputationsschäden, rechtlichen Konsequenzen und Strafzahlungen zu rechnen. Cyberbedrohungen und -erpressungen können den Betriebsablauf einschränken.
Policies und rechtliche Grundlagen
Die Unternehmensgruppe setzt auf hohe Standards bei Produktsicherheit und Datenschutz. Damit wahrt sie die Sicherheit und die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher und anderer Stakeholder. Um die Sicherheit zu gewährleisten, nutzt die naturenergie Gruppe umfassende Konzepte und Strategien. Dazu zählen Zertifizierungen, Datenschutzmanagementsysteme sowie Compliance-Massnahmen. Insbesondere tragen die gut geschulten Mitarbeitenden dazu bei, Risiken zu minimieren.
Die Unternehmensgruppe informiert transparent über alle angebotenen Produkte und erfüllt die gesetzlichen Mindestanforderungen der Produktkennzeichnung in Deutschland (§ 42 Energiewirtschaftsgesetz) und in der Schweiz (Art. 5a Energiegesetz in Verbindung mit Art. 1a–c Energieverordnung). Zur Prüfung der Transparenz und Verständlichkeit der Produkte finden Umfragen unter den Kundinnen und Kunden statt. Die Produktkennzeichnungen finden in Abstimmung mit dem Rechtsbereich der Unternehmensgruppe statt. Zudem ist gesetzlich vorgeschrieben, dass sich Grünstromlieferanten und -erzeugende im Herkunftsnachweisregister registrieren lassen, wenn sie Ökostrom vermarkten.
Da die Unternehmensgruppe sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland Stromnetzbetreiberin ist, unterliegt sie den gesetzlichen Auflagen beider Länder. In Deutschland reguliert das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) die Stromversorgung. Dieses Gesetz soll eine sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung sicherstellen. Es verpflichtet die Betreibenden von Energieversorgungsnetzen dazu, ein zuverlässiges und leistungsfähiges Netz aufrechtzuerhalten, es zu warten, zu optimieren und diskriminierungsfrei zu betreiben. Der Betrieb eines sicheren Stromversorgungsnetzes umfasst auch einen angemessenen Schutz gegen Bedrohungen für Telekommunikations- und elektronische Datenverarbeitungssysteme. In der Schweiz bilden das Stromversorgungsgesetz (StromVG) und die dazugehörige Verordnung (StromVV) die gesetzliche Grundlage. Darin enthalten sind Vorgaben zur Gewährleistung und Sicherstellung der Stromversorgung sowie zur Erstellung von Mehrjahresplänen für den Netzbetrieb. Alle Netzbetreiber haben der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) jährlich die international üblichen Kennzahlen zur Versorgungsqualität einzureichen, wie die durchschnittliche Unterbrechungsdauer (CAIDI), die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit des Systems (SAIDI) und die durchschnittliche Unterbrechungshäufigkeit (SAIFI). Störungen erfasst die Zentrale Netzleitstelle (ZLS) in Visp. Die Vorkommnisse werden dokumentiert und jährlich an die ElCom gemeldet.
Die naturenergie holding AG verfügt über eine Policy für das Betriebliche Kontinuitätsmanagement (BCM) und für das Krisenmanagement. Diese Policy stellt sicher, dass kritische Geschäftsprozesse auch bei Störungen funktionsfähig bleiben und Risiken frühzeitig erkannt und minimiert werden. Sie verlangt, dass Notfall- und Wiederanlaufpläne, klare Kommunikationswege und eine strukturierte Krisenorganisation etabliert und regelmässig getestet werden. Zudem sorgt sie dafür, dass Business-Impact-Analysen und Risikobewertungen stattfinden und kontinuierlich aktualisiert werden.
Die organisatorische Verantwortung liegt im Team Managementsysteme beim Verantwortlichen für Krisen- und Business-Continuity-Management. Er steuert das gesamte BCM-System, pflegt Notfall- und Krisenpläne, koordiniert Übungen und gewährleistet die Krisenstabsorganisation. Er stellt sicher, dass Eskalations- und Kommunikationsstrukturen funktionieren und das Unternehmen seine Widerstandsfähigkeit kontinuierlich verbessert.
Aufgabe des Datenschutzbeauftragten ist es, für die Einhaltung des Bundesdatenschutzgesetzes und anderer Vorschriften zum Datenschutz, insbesondere der Datenschutz-Grundverordnung, zu sorgen. Grundsätzlich sind alle Mitarbeitenden zur Wahrung der Vertraulichkeit und zur Einhaltung der datenschutzrechtlichen Anforderungen nach der DSGVO verpflichtet.
Massnahmen
Kundenzufriedenheit und Bindung
Zu den Kundinnen und Kunden der Unternehmensgruppe zählen Privathaushalte, Kommunen, Gewerbetreibende, Weiterverteiler sowie Zielgruppen im Bereich Wohnungswirtschaft, etwa Bauträger, Immobiliengesellschafter und Hausverwaltende. Die Ansprüche dieser Gruppen an den Energiedienstleister sind sehr verschieden.
Für gewisse Kundinnen und Kunden wird Energieautarkie immer wichtiger und die Unternehmensgruppe muss mit entsprechenden Angeboten auf diese Entwicklung reagieren. Hervorgerufen wird dieser Trend durch eine wachsende Sensibilität der Kundschaft für Nachhaltigkeit und Ökologie. Die Kundinnen und Kunden erwarten nachhaltige Lösungen für die Strom- und Wärmeversorgung sowie für die Mobilität. Politische Massnahmen unterstützen diese Entwicklung durch CO₂-Abgaben und durch die Sektorenkopplung. Energie, Verkehr, Gebäude und Industrie sollen vernetzt werden, damit sie gemeinsam besser den CO₂-Ausstoss senken können.
Die Digitalisierung und neue Akteure auf dem Markt verschärfen den Wettbewerb um die Kundschaft. Zugleich hält der Trend zur Rekommunalisierung an und wird in den nächsten Jahren im südbadischen Versorgungsgebiet der naturenergie Gruppe bei auslaufenden Netzkonzessionen relevant werden. Dies ist für die regional stark verankerte naturenergie Gruppe von Vorteil. Der kommunale Beirat fördert den Austausch und das kommunale Stakeholdermanagement.
Die naturenergie Gruppe pflegt eine transparente Kommunikation mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern, um deren Vertrauen zu stärken. Sie stellt sicher, dass Verbraucherinnen und Verbraucher über die Herkunft und Nachhaltigkeit der von ihnen bezogenen Energie informiert sind, insbesondere im Zusammenhang mit den angebotenen Ökostromprodukten. Diese Massnahmen beugen Missverständnissen und Fehlinformationen vor.
Die Unternehmensgruppe legt besonderen Wert auf Serviceorientierung und Beratung, um individuellen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden und den Kundinnen und Kunden auf sie zugeschnittene Energielösungen anbieten zu können. Die naturenergie Gruppe nutzt verschiedene Wege, um die Wünsche und Perspektiven der Kunden systematisch aufzunehmen. Wertvollen Input liefern der Kundenrat und Kundeninterviews. Der Kundenrat naturenergie Pionierwerkstatt existiert seit 2021. Er bildet einen Querschnitt des Kundenstamms ab und hilft dem Unternehmen dabei, kundenorientiert zu arbeiten und neue Ideen zu entwickeln, um die Kundinnen und Kunden zufriedenzustellen. Auf der Basis von Kundeninterviews erstellte naturenergie vor drei Jahren Personas und Customer Journeys. Das Ziel dieser beiden agilen Arbeitsmethoden ist es, den Service und die Kommunikation mit den Zielgruppen weiter zu verbessern. Bei der Tochtergesellschaft tritec AG werden ebenfalls Kundenreaktionen gesammelt und nach dem Plan-Do-Check-Act-Regelkreislauf in das Geschäft integriert, um sowohl situative als auch langfristige Verbesserungen zu erzielen. Weitere Massnahmen zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit zielen auf die Stärkung des Kundenservices, die Verbesserung der Kommunikation und den Ausbau des Online-Supports zur besseren Erreichbarkeit sowie schnelleren Problemlösung ab. Regelmässige Umfragen sowie Anpassungen von Produkten und Dienstleistungen sollen ebenfalls zu diesem Ziel beitragen.
Die naturenergie hochrhein AG stellt auf digitale Kundenkommunikation um und hat im Oktober 2023 ein neues Kundenportal gestartet. Ende 2025 waren dort rund 52’000 Kundinnen und Kunden registriert, nach rund 38’000 Kundinnen und Kunden Ende 2024. Sie nutzen das Portal vor allem, um Zählerstände zu melden, Abschlagsbeträge und persönliche Daten zu ändern sowie für Tarifwechsel und Vertragsabschlüsse. Im Berichtsjahr wurde das Portal technisch optimiert. Es kamen neue Module und Funktionen für Geschäftskunden und Kommunen hinzu, die das Portal seit dem Berichtsjahr uneingeschränkt und an ihre Bedürfnisse angepasst nutzen können. Unabhängig von der Nutzung des Kundenportals haben weitere 12’000 Kundinnen und Kunden auf papierlose Kommunikation umgestellt, sodass bald die Marke von 70’000 erreicht ist.
Uns ist es wichtig, die Wertschöpfung in der Region zu halten. B2C-Kunden mit Standardverträgen oder in der Grundversorgung erhalten ausschliesslich Ökostrom aus den Wasserkraftwerken am Hochrhein. Für B2B-Kunden (leistungsgemessene Kunden) bietet die naturenergie hochrhein AG ab dem 1. Januar 2025 nur noch Strom aus erneuerbaren Energien mit den Qualitäten hochrhein, alpin, europa, standard und premium an. Unsere Geschäfts- und Industriekunden sowie Unternehmen, die selbst Endkundinnen und Endkunden beliefern (Weiterverteiler), nutzen dieses Angebot, da sie in ihren Lieferketten selbst von den zertifizierten naturenergie Produkten profitieren. Neben diesen unten genannten Stromprodukten bietet die naturenergie hochrhein AG auch Biogas und Ökogas an.
Stromprodukte
Stromprodukte von naturenergie hochrhein AG und enalpin AG
Informationsschreiben zu gesetzlichen Vorgaben oder Pflichten (Erklärung Pönale, PV-Anschlussförderung, Direktvermarktungspflicht) werden als Ergänzung an die Kundinnen und Kunden verschickt.
Produkt naturenergie 12 oder naturenergie 24
Der Strom für dieses Produkt aus 100 Prozent Wasserkraft wird ausschliesslich am Hochrhein produziert. Der TÜV Nord prüft jährlich die Produktionsmenge sowie die Bezugsmenge aller Kundinnen und Kunden des Produkts naturenergie. Zudem kontrolliert er die Entwertungen für das Produkt im Herkunftsnachweisregister und die Werbeaussagen dazu. Dieses Verfahren stellt sicher, dass alle Kundinnen und Kunden von naturenergie tatsächlich das bestellte Produkt geliefert bekommen. Die Bezeichnungen 12 und 24 beziehen sich auf die Laufzeit des Produkts von 12 bzw. 24 Monaten.
Produkt naturenergie Gold
Der Strom für dieses Produkt stammt aus dem Laufwasserkraftwerk Wyhlen und ist mit dem «Grüner Strom»-Label zertifiziert. Der zusätzlich erhobene Fondsaufschlag wird in neue Anlagen und innovative Energieprodukte investiert. Auch bei naturenergie Gold werden die Produktion, die Belieferung sowie die Fondsmittelverwendung geprüft.
Produkt naturenergie Wärme
Der Strom für diese Produktgruppe stammt ebenfalls zu 100 Prozent aus Wasserkraft vom Hochrhein und wird vom TÜV Nord zertifiziert. Beliefert werden Speicherheizungen sowie Wärmepumpen, die über einen separaten Zähler oder zusammen mit Haushaltsstrom über einen Zähler versorgt werden. Während die Zahl der Speicherheizungsverträge rückläufig ist, profitieren vor allem private Neubauten mit Wärmepumpenheizung von diesen auf sie zugeschnittenen Produkten.
Produkt naturenergie Ladestrom und Produkt naturenergie Ladestrom Gold
Der Strom für beide Produkte stammt aus 100 Prozent Wasserkraft vom Hochrhein. Das Produkt naturenergie Ladestrom ist TÜV-Nord-zertifiziert und das Produkt naturenergie Ladestrom Gold ist mit dem «Grüner Strom»-Label zertifiziert. Darüber hinaus wird für das Produkt Gold der zusätzlich erhobene Fondaufschlag in neue Anlagen und innovative Energieprodukte investiert. Mit den Produkten beziehen die Kundinnen und Kunden Ökostrom für Haushalt und E-Auto.
Dynamischer Stromtarif von naturenergie
Die naturenergie hochrhein AG bietet seit 2025 einen dynamischen Stromtarif an. Er reagiert flexibel auf die Verfügbarkeit von grünem Strom. Wenn viel Wind- oder Sonnenenergie verfügbar ist, sinken die Preise. So profitieren B2C-Kundinnen und -Kunden von stundenaktuellen, günstigen Marktpreisen für umweltfreundlichen Strom. Die naturenergie hochrhein AG erfüllt mit diesem Tarif gesetzliche Vorgaben, unterstützt die Energiewende und erschliesst neue Kundengruppen.
Produkte naturenergie fix, naturenergie flex, naturenergie spot, naturenergie trade spot, naturenergie flex spot und naturenergie fix spot
Die naturenergie hochrhein AG bietet ihren B2B-Kundinnen und -Kunden verschiedene Strommodelle an, um den Energiebedarf günstig zu decken. Je nach Produkt liegt der Schwerpunkt auf Planbarkeit mit verlässlichen Energiepreisen oder auf flexiblen Beschaffungsmassnahmen durch Spotmarkt und Trancheneinkauf. Zusätzlich kann die Kundin oder der Kunde zwischen fünf Stromqualitäten wählen: Die Qualität «hochrhein» ist ausschliesslich Strom aus Wasserkraftwerken am Hochrhein, «alpin» besteht ausschliesslich aus Wasserkraftstrom aus der Alpenregion, «europa» stammt aus europäischen Wasserkraftwerken und mit «standard» liefert die naturenergie hochrhein AG Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen, die nach UBA-Richtlinie anerkannt sind. Der TÜV Nord stellt sicher, dass entsprechend dem Bedarf der Kundin oder des Kunden die passenden Herkunftsnachweise im Herkunftsnachweisregister entwertet wurden. Die Qualität «premium» ist Ökostrom mit zusätzlichen Investitionen in erneuerbare Energieprojekte, zertifiziert durch Grüner Strom Label e.V. Vielfältige Kombinationsmöglichkeiten gewährleisten, dass Kunden ein für sie optimales Stromprodukt erhalten.
Produkte Naturenergie und Naturenergiesolar von enalpin AG
Der Ökostrom für beide Produkte stammt zu 100 Prozent aus dem Wallis. Jeweils 0.3 Rp./kWh fliessen in einen Nachhaltigkeitsfonds zur Förderung erneuerbarer Energien. Beim Produkt Naturenergie stammen 96 Prozent der zertifizierten erneuerbaren Energie aus Wasserkraft und die verbleibenden 4 Prozent aus Solarenergie. Die zertifizierte erneuerbare Energie für Naturenergiesolar stammt zu 100 Prozent aus Solarenergie. Mit diesem Produkt werden Energieversorgungsunternehmen in der Region und grössere Industriebetriebe in der ganzen Schweiz beliefert.
Intelligente Messsysteme machen den Verbrauch transparent
Bereits im Jahr 2019 begann die naturenergie netze GmbH mit der Umsetzung der Anforderungen zur Digitalisierung der Energiewende. Erste Pilotprojekte zur Digitalisierung des Messstellenbetriebs gab es sogar schon im Jahr 2015. Seit der Produktivsetzung der IT-Prozesse im Jahr 2021 wurden in unserem Netzgebiet über 5’000 intelligente Messsysteme (iMSys) bei den Kundinnen und Kunden eingebaut. Wo ein intelligentes Messsystem installiert ist, entfällt die manuelle Ablesung und die Kundinnen und Kunden können das Kundenportal nutzen. Die Verbrauchsanalyse wird dadurch deutlich vereinfacht. Es ist leicht ersichtlich, wann der Verbrauch besonders hoch ist, und die Kundinnen und Kunden können ihr Verhalten entsprechend anpassen. Im Berichtsjahr wurde die Steuerung mit iMSys und Steuerbox im Rahmen eines Pilotprojekts erfolgreich getestet. In diesem Projekt wurden auch die Messwerte der sogenannten Smart-Grid-Daten betrachtet. Dadurch wird das Niederspannungsnetz zukünftig transparenter und Engpässe können rechtzeitig erkannt werden.
Versorgungssicherheit, Datenschutz und Informationssicherheit
Die Sicherstellung einer zuverlässigen Stromversorgung ist in die betrieblichen Managementsysteme integriert. Für die Einhaltung der Regeln sorgen interne Controlling-Mechanismen (Berichtswesen), Audits bei Zertifizierungen und die Bundesnetzagentur im Rahmen der Anreiz- und der Qualitätsregulierung. Die Verbundleitstelle in Rheinfelden erfasst, bearbeitet und dokumentiert Störungen im Gebiet der naturenergie netze GmbH. Besondere Vorkommnisse werden jährlich an die Bundesnetzagentur gemeldet.
Mittels Netzmodernisierung und intelligenter Netzüberwachung versucht die naturenergie Gruppe mögliche negative Auswirkungen für Verbraucher wie Stromausfallzeiten zu verringern. Dieses Ziel will die Unternehmensgruppe unter anderem mithilfe eines unternehmensweit gültigen Qualitätsmanagementsystems erreichen, das laufend verbessert wird. Zertifiziert ist das Qualitätsmanagementsystem für die naturenergie netze GmbH.
Für die Unternehmensgruppe ist die Daten- und Informationssicherheit sehr wichtig. Mitarbeitende, Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartner sollen sicher sein können, dass ihre Daten bei der Unternehmensgruppe rechtmässig genutzt und gut geschützt werden. Sichere Informations- und Managementsysteme sollen diesen Schutz gewährleisten. Die Unternehmensgruppe überwacht ständig die Daten- und Informationssicherheit. Regelmässige Risikobewertungen dienen dazu, potenzielle Sicherheitslücken zu identifizieren und geeignete Gegenmassnahmen zu ergreifen. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess für das Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) und die Datenschutzpraktiken stellt sicher, dass die Unternehmensgruppe auf neue Bedrohungen und regulatorische Anforderungen reagieren kann. Die naturenergie Gruppe verfügt über eine entsprechende Notfallplanung, um unter anderem Cyberbedrohungen abwehren und Schäden begrenzen zu können.
Entscheidend für guten Datenschutz und Informationssicherheit ist die Sensibilisierung der Mitarbeitenden für dieses Thema durch präventive Schulungen. Auch 2025 fanden entsprechende Massnahmen statt, unter anderem Phishing-Simulationen, die alle Mitarbeitenden der Unternehmensgruppe erreichte. An einem E-Learning zum Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) nahmen knapp 1’040 Mitarbeitende teil. Darüber hinaus stellt naturenergie im Intranet für die Mitarbeitenden kurze Informations- und Erklärvideos zu den Themen Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance bereit.
Der Schutz der Kundendaten ist ein zentrales Qualitätsmerkmal. Die naturenergie Gruppe geht sorgfältig mit Kundendaten um und ist nach ISO 27001:2013, dem Standard für Informationssicherheitsmanagementsysteme, zertifiziert. Die Zertifizierung umfasst Digital Business und IT, insbesondere die Prozesse für den IT-Betrieb mit Rechenzentrum und Softwareentwicklung, sowie Netzinformationstechnik. Der Fokus liegt auf den Prozessen für Nachrichtentechnik und Energiedatenmanagement sowie auf Vertrieb und Energiewirtschaft. Konkret geht es um die Prozesse für den Kundenservice, den Energiehandel sowie für die Wärmeerzeugung und-verteilung. Der Umgang mit Kundendaten ist klar geregelt und die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben ist sichergestellt, wie z. B. die Vorschriften zum unlauteren Wettbewerb, das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Jährliche interne und externe Audits überprüfen, ob die Vorgaben zu Prozessgestaltung, -einhaltung und -verbesserung gelebt werden. Technische und organisatorische Massnahmen sollen sicherstellen, dass das Datenschutzmanagement im Unternehmen funktioniert. Zu den technischen Werkzeugen gehören unter anderem Zugangskontrollen, Netzwerksicherheit, Verschlüsselung, Firewalls und regelmässige Sicherheitsupdates.
Kennzahlen
Wichtige Kennzahlen im Kundenmanagement sind die Anzahl der Schlichtungsfälle sowie die gemeldeten Beschwerden. Die Unternehmensgruppe setzt auf ein strukturiertes Beschwerdemanagement, um eine hohe Servicequalität und Kundenzufriedenheit sicherzustellen. Beschwerden werden nach klar definierten Prozessen bearbeitet, die eine faire Lösung ermöglichen. Jede Rückmeldung wird ernst genommen und als Chance zur Verbesserung genutzt. Gemäss den gesetzlichen Vorgaben des Unbundling sind die Bereiche Stromlieferung und Netzbetrieb organisatorisch getrennt. Beschwerden werden daher entsprechend dem jeweiligen Geschäftsbereich bearbeitet:
- Lieferung (Vertrieb): Vertragsfragen, Abrechnung, Tarife
- Netzbetrieb: Messwesen, Netzanschlussmanagement, Versorgungssicherheit, Einspeisemanagement
Die Abläufe sind in den jeweiligen Prozessbeschreibungen dokumentiert und orientieren sich an anerkannten Qualitätsstandards. Für den Bereich naturenergie netze GmbH ist das Beschwerdemanagement zusätzlich in das zertifizierte Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 integriert. Im Berichtsjahr haben wir 658 Beschwerden / 13 Schlichtungsfälle im Bereich Lieferung und 413 Beschwerden / 12 Schlichtungsfälle (2024: 20 Schlichtungsfälle) im Bereich Netzbetrieb erhalten. Die naturenergie netze GmbH ist in diese Schlichtungsverfahren überwiegend nur einbezogen, die Fälle richten sich im Wesentlichen gegen einen Lieferanten. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl der Schlichtungsfälle gesunken. Diese positive Entwicklung ist das Ergebnis optimierter Prozesse, verständlicherer Kundenkommunikation und gezielter Schulungen unserer Mitarbeitenden. Kundinnen und Kunden können ihre Rückmeldungen auch über digitale Kanäle wie die Unternehmenswebsite einreichen. Die Ergebnisse fliessen in ein Monitoring ein, das sicherstellt, dass Qualitätsstandards eingehalten und Verbesserungsmassnahmen umgesetzt werden.
Im Hinblick auf den Datenschutz von Kundendaten gab es 2025 eine meldepflichtige Datenschutzverletzung.
Die naturenergie Gruppe verwendet als Kennzahl zur Versorgungssicherheit den Verkabelungsgrad. Der Verkabelungsgrad gibt das Verhältnis der Kabellänge im Netzgebiet im Verhältnis zur Netzgesamtlänge (Summe aus Kabellänge und Freileitungslänge) im Netzgebiet an. Erdkabel sind weniger störanfällig als Freileitungen. Die Versorgungszuverlässigkeit in unseren Netzgebieten (naturenergie netze GmbH und enalpin AG) basiert auf umfangreichen Investitionen in Netze und Anlagen sowie auf unserer Systemkompetenz. Die Gewährleistung von Versorgungssicherheit und kurzen Ausfallzeiten ist massgeblich abhängig vom Verkabelungsgrad. Entsprechend der gesetzlichen Veröffentlichungsfrist, wie im § 23c EnWG festgelegt, sind die Netz- und Strukturdaten der naturenergie netze GmbH jährlich zum 1. April zu veröffentlichen. Diese sind hier zu finden: naturenergie-netze.de.
Die Netze der naturenergie netze GmbH waren im Jahr 2024 insgesamt 13’120 Kilometer lang. Die Länge der Erdkabel beträgt 9’522 Kilometer, die Länge der Freileitungen beträgt insgesamt 3’598 Kilometer.
Da validierte Netz- und Strukturdaten für das Berichtsjahr 2025 erst nach Veröffentlichung des Berichts vorliegen, werden für die Berechnung des Verkabelungsgrads die validierten Daten aus dem Jahr 2024 verwendet. Der Verkabelungsgrad beträgt für die naturenergie netze GmbH 72.58. Aufgrund der geografischen und geologischen Besonderheiten im Gebiet der naturenergie netze GmbH sind die Verbesserungsmöglichkeiten teilweise eingeschränkt. Der Untergrund ist häufig felsig, vor allem im Südschwarzwald gibt es grosse Gebiete mit Granitgestein. Dort können keine Erdkabel verlegt werden.
Die von der Netzbetreiberin zu verantwortenden Energiemengen werden im Rahmen der Netz-Energiemengenbilanzierung ermittelt, differenziert nach naturenergie netze Verlustbilanzkreis, naturenergie netze Differenzbilanzkreis, naturenergie netze EEG-Bilanzkreis und naturenergie netze KWK-Bilanzkreis. 2024 betrugen die Netzverluste in den Verteilnetzen von naturenergie netze 2.03 Prozent. Übertragungsverluste sind nicht relevant, da naturenergie netze nur Verteilnetze betreibt.
TOP-Lokalversorger-Siegel
Beste Qualität und bester Service für Kundinnen und Kunden.
Online ↗
Business-Continuity-, Notfall- & Krisenmanagement-Policy
Die Policy trägt zu einem höheren Ziel bei: zur Steigerung der Resilienz.
Online ↗
EU3: Anzahl Privat-, Geschäfts- und Institutionskunden
Jahresergebnis in Zahlen
S. 4 – 5 ↗
Information zu:
EU1: Installierte Kapazität und EU2: Kennzahlen Nettoenergieproduktion
S. 4 – 5 ↗
naturenergie 2025
Lagebericht
Nachhaltigkeit
Corporate Governance
Vergütungsbericht
Finanzbericht
Wesentliche Themen
Bereich Governance
Eine integre Geschäftspraxis ist für die naturenergie Gruppe von hoher Bedeutung und ein wichtiges Reputationsmerkmal. Als deutsch-schweizerische Unternehmensgruppe mit grenzüberschreitenden Tätigkeiten achten wir auf einen zollkonformen Betrieb und die Einhaltung der jeweiligen Landesvorgaben. Der Verhaltenskodex und interne Richtlinien ergänzen die gesetzlichen Vorgaben mit wertebasierten, unternehmensspezifischen Weisungen und Sozial- und Umweltstandards.
Unternehmenspolitik
Die Unternehmensgruppe will durch klare Governance und ethische Geschäftsführung faire Geschäftsbeziehungen sichern. Die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben und ethischen Standards ist Grundlage für Vertrauen und stabile Partnerschaften.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Gute Governance und ethisches Geschäftsverhalten erfordern klare Regeln und Wachsamkeit. Die konsequente Anwendung von Governance-Regeln reduziert Risiken und stärkt die Vertrauenswürdigkeit sowie die Reputation des Unternehmens. Zudem lassen sich Kosten durch mögliche Rechtsstreitigkeiten und Strafzahlungen vermeiden. Good Governance kann jedoch auch mit finanziellen Aufwänden verbunden sein, beispielsweise für Schulungen, Audits und die Strukturierung von Geschäftsprozessen.
Zu einer fairen Unternehmenspolitik gehört die Einhaltung der Compliance-Regeln. Dadurch kann die Unternehmensgruppe Haftungsrisiken reduzieren, solide Geschäftspraktiken, Fairness, Transparenz und Verantwortlichkeit fördern. Sie kann zudem die Interessen der Stakeholder schützen und die Kundenbindung festigen. Ebenso kann naturenergie die Attraktivität des Unternehmens für Mitarbeitende und Investoren stärken. Bei Verstössen gegen Gesetze oder interne Vorgaben drohen erhebliche Reputationsschäden, rechtliche Sanktionen und finanzielle Einbussen. Mit integrem Verhalten leistet die Unternehmensgruppe einen Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung.
Ein offener und ethisch einwandfreier Umgang mit politischer Lobbyarbeit kann dazu beitragen, die nachhaltige Geschäftspraxis und das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Unternehmen und dessen Reputation zu stärken. Es verbessert so seine Position in der Branche und auf dem Gesamtmarkt.
Durch Kontakt zur Politik kann die Unternehmensgruppe sowohl positiven als auch negativen Einfluss in ihren Geschäftsregionen ausüben. Eine verantwortungsvolle Beratung der Politik und die Unterstützung in Energie-, Wärme-, Netzanschluss und -versorgungs- sowie Baufragen kann die Region voranbringen und die Versorgung der Menschen unterstützen. Andererseits kann der Einfluss der Unternehmensgruppe auch den Interessen einiger Anspruchsgruppen zuwiderlaufen. Im politischen Dialog ist korrektes Handeln essenziell, damit die Reputation des Unternehmens keinen Schaden nimmt.
Policies
Regelwerke bilden die Grundlage des Handelns
Aufgrund der deutsch-schweizerischen Tätigkeiten ist die Einhaltung der Gesetze und internen Regelungen beider Länder obligatorisch für die Unternehmensgruppe. Im Fokus stehen dabei Prävention, Aufdeckung und Sanktionierung von Korruption sowie die Verhinderung von wettbewerbsverzerrenden Geschäftspraktiken und Geldwäsche.
Gesetze, Compliance-Richtlinien, der Verhaltens- und der Lieferantenkodex, Unternehmenswerte und Führungsprinzipien regeln das integre Geschäftsverhalten und die Corporate Governance. Der Verwaltungsrat legt strategische Ziele, Risikomanagement und Corporate Governance fest und überwacht diese durch interne Kontrollsysteme und regelmässige Berichte. Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und interner Richtlinien bildet die Grundlage des unternehmerischen Handelns der Unternehmensgruppe und ist im Verhaltenskodex niedergelegt. Alle Unternehmensebenen, ebenso wie die Stakeholder, tragen Verantwortung dafür, dass diese Gesetze und Regeln eingehalten werden.
Das Herzstück: der Verhaltenskodex
Der Verhaltenskodex hält die wesentlichen Grundsätze und Verhaltensregeln der Unternehmensgruppe fest. Die Achtung der Rechte und der Würde des Menschen ist im Verhaltenskodex als zentraler Grundsatz festgeschrieben. Er sieht die Einhaltung geltender Gesetze, Normen und Regelungen sowie die Vermeidung von Interessenkonflikten vor, die unter anderem durch Annahme oder Gewährung von Vorteilen entstehen können. Der Verhaltenskodex war bei seiner Einführung Gegenstand intensiver Schulungen. Neuen Mitarbeitenden wird der Inhalt des Verhaltenskodex im Onboarding bekannt gegeben. Alle Mitarbeitenden erhalten im Rahmen der Compliance-Schulungen eine wiederkehrende Sensibilisierung zum Verhaltenskodex. Die Unternehmensgruppe hat ihren Verhaltenskodex mit drei internen Compliance-Richtlinien ergänzt:
- Richtlinie zum Richtlinienmanagement und zur Dokumentenlenkung
- Richtlinie zum Umgang mit Geschenken, Einladungen und Bewirtungen
- Richtlinie zum Umgang mit Corporate Sponsoring, Spenden und Mitgliedschaften
Neben dem Verhaltenskodex, der die Grundsätze ethischen Verhaltens für ihre Mitarbeitenden formuliert, verfügt die Unternehmensgruppe über einen Lieferantenkodex, der die Standards für Lieferanten festlegt. Ergänzt um die Unternehmenswerte und Führungsprinzipien setzt die Unternehmensgruppe so einen umfassenden Rahmen für ihre werteorientierte Unternehmenskultur. Auch wettbewerbsrechtliche Vorschriften sind einzuhalten. Dabei ist unstrittig, dass fehlender Wettbewerb der naturenergie Gruppe schaden würde.
Regeln für den Einkauf
Die Unternehmensgruppe kauft überwiegend bei regionalen Lieferanten im näheren EU-Ausland, in Deutschland und in der Schweiz ein. Beim Einkauf von Hauptwarengruppen arbeitet die naturenergie Gruppe eng mit der Hauptaktionärin EnBW Energie Baden-Württemberg AG zusammen, z. B. bei Themen wie Rahmenverträgen, Präqualifizierung von Lieferanten oder bei gemeinsamen Ausschreibungen. Die bestehenden Rahmenverträge von EnBW betreffen vorwiegend in Deutschland ansässige Lieferanten.
Für die gesamte Beschaffung gilt die Materialwirtschaftsrichtlinie. Die Einkaufsrichtlinie des EnBW-Konzerns wird so weit wie möglich berücksichtigt. Bei Bauvorhaben wird zusätzlich auf nachhaltige Kriterien geachtet.
Die Einkaufsprozesse sind mit den geltenden Vorgaben des internen Kontrollsystems (IKS) abgestimmt und werden entsprechend dem IKS-Reglement intern kontrolliert.
Massnahmen
Rolle des Verwaltungsrats
Eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle und Einhaltung ethischer Standards und guter Corporate Governance spielt der Verwaltungsrat. Er beeinflusst direkt die Unternehmensethik und Governance. Der Verwaltungsrat trägt im Rahmen seiner Oberaufsicht Sorge, dass seine Mitglieder und das ganze Unternehmen mit allen Führungskräften und Beschäftigten verantwortungsvoll handeln und die Gesetze und internen Compliance-Normen einhalten. Die Unternehmensleitung wird bei dieser Aufgabe durch die Compliance-Verantwortlichen unterstützt. Gelebte Compliance setzt voraus, dass alle Mitarbeitenden im Rahmen ihrer Tätigkeiten die Verantwortung für ethisches Handeln übernehmen. Dabei können sich die Mitarbeitenden an klaren, transparent kommunizierten Verhaltensrichtlinien orientieren.
Der Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance, an den sich die naturenergie holding AG hält, gibt klare Empfehlungen, wie der Verwaltungsrat die Strategie und die Unternehmenskultur gestalten und kommunizieren soll. Gemäss diesem nimmt er die Oberleitung und Oberaufsicht der Gesellschaft bzw. des Konzerns wahr und konkretisiert im Rahmen seiner Aufgaben das nachhaltige Unternehmensinteresse. Er berücksichtigt bei seinen Entscheiden neben den Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre auch diejenigen der Mitarbeitenden, der Geschäftspartner, der Kundinnen und Kunden sowie der Gesellschaft und der Umwelt. Er hält sich dabei an allfällige Vorgaben in den Statuten.
Der Verwaltungsrat lebt durch transparentes Verhalten und Entscheide eine positive Unternehmenskultur vor. Dazu gehören ethisches Verhalten, Integrität und Verantwortungsbewusstsein. Der Verwaltungsrat legt Wert darauf, dass die Unternehmenswerte und die Unternehmenskultur klar kommuniziert und auf allen Ebenen des Unternehmens verstanden und gelebt werden. Ebenso erhalten Mitglieder der Leitungs- und Aufsichtsorgane aufgabenbezogene Einführungen und Weiterbildungen, unter anderem zu ESG-Themen. Führungskräfte nehmen an Praxistagen zur Unternehmenspolitik und Unternehmensstrategie teil.
Der Verwaltungsrat wird einmal jährlich über Compliance-Themen und -Massnahmen informiert. Die Themen werden anschliessend kaskadenartig durch Führungskräfte sowie Teamleiterinnen und Teamleiter in den jeweiligen Teams kommuniziert.
Weiterführende Informationen, wie beispielsweise Angaben zu öffentlichen Ämtern und Mandaten der Verwaltungsratsmitglieder werden jährlich im Corporate Governance Bericht offengelegt (S. 108).
Compliance wird laufend überwacht
Compliance ist wesentlich für das Risikomanagement. Sie sichert Rechtskonformität und verhindert Korruption, sie erleichtert das Krisenmanagement und ist Grundlage der Lieferkettenverantwortung. Die naturenergie Gruppe bewertet Compliance- und Reputationsrisiken regelmässig. Die Compliance-Kommission tauscht sich quartalsweise zu Compliance-Themen aus und berichtet an die Geschäftsleitung. Die Einhaltung der massgeblichen Vorschriften wird insbesondere durch den Abgleich mit einem Rechtskataster eines externen Dienstleisters überwacht.
In das Compliance-Management-System der naturenergie holding AG sind die Beteiligungen naturenergie hochrhein AG und die naturenergie netze GmbH integriert. Bereits seit 2010 hat die Unternehmensgruppe einen Compliance Officer. Er ist für interne Untersuchungen zuständig. Unterstützung erhält er vom Compliance-Ombudsmann. Dieser neutrale Ansprechpartner nimmt bei Compliance-Verstössen oder Verdachtsfällen Hinweise der Mitarbeitenden entgegen. Die Kontaktdaten des Ombudsmanns sind im Intranet veröffentlicht. Die Beteiligungen tritec AG, enalpin AG, naturenergie systeme GmbH und Energieversorgung Südbaar GmbH & Co. KG haben jeweils eigene Compliance-Ansprechpartner und verantworten das Thema Compliance eigenständig.
Wesentlich für die Durchsetzung von Compliance sind transparente Strukturen und Prozesse, die klar kommuniziert werden. Anlassbezogen werden Mitarbeitende beispielsweise per Mail oder im Intranet über Compliance-Themen informiert und zudem durch verpflichtende Schulungen über die Themen Datenschutz und Compliance informiert. Zu den umfassenden Massnahmen, die die naturenergie Gruppe ergreift, um Korruption und Bestechung zu verhindern, aufzudecken und zu bekämpfen, zählen Compliance- und Antikorruptions-Schulungen. Im Rahmen des Onboardings absolvieren alle neuen Mitarbeitenden online eine Compliance-Schulung. So stellt das Unternehmen sicher, dass die neuen Mitarbeitenden für Compliance-Themen sensibilisiert sind und sie bei ihrer täglichen Arbeit berücksichtigen können. Des Weiteren hat naturenergie Richtlinien zu Geschenken, Einladungen, Spenden und Sponsoring eingeführt und setzt bei Bestellungen und Rechnungsfreigaben auf das Vier-Augen-Prinzip.
Im Berichtsjahr standen des Weiteren die Geschäftspartnerprüfung, das Hinweisgeberschutzgesetz sowie Sponsoring, Spenden und Zuwendungen im Fokus. Der interne Spenden- und Sponsoringprozess wurde weiter optimiert. Im Jahr 2025 wurden alle Mitarbeitenden, die in den Anwendungsbereich des deutschen Hinweisgeberschutzgesetzes fallen, mit einem E-Learning geschult.
Um die Compliance zu verbessern, nutzt die Unternehmensgruppe das Integrierte Managementsystem (IMS). Es führt alle Aspekte der verschiedenen Managementsysteme in einer einheitlichen Systemlogik zusammen. Das IMS erreicht mehr Effizienz und Effektivität der Managementsysteme, indem es redundante Prozesse abschafft und Synergien nutzt. Das Ergebnis ist eine bessere Kontrolle über die Unternehmensprozesse. Ressourcen werden effektiver genutzt und damit die einzelnen Managementsysteme aufeinander abgestimmt sowie harmonisiert. Durch das IMS kann das Unternehmen auch die Compliance mit gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen verbessern und sich auf die Zertifizierung nach verschiedenen internationalen Standards vorbereiten.
Gegenüber den externen Stakeholdern kommuniziert die Unternehmensgruppe offen ihre Standards. Die Feedback-Kultur im Unternehmen und der Dialog mit Stakeholdern und Kundinnen und Kunden soll sicherstellen, dass mögliche Probleme frühzeitig erkannt und schnell abgestellt werden können. Die Unternehmensgruppe arbeitet mit Lieferanten und Geschäftspartnern zusammen, die ebenfalls hohe Standards einhalten, und sorgt auf diese Weise dafür, dass ihre Produkte nicht nur marktfähig sind, sondern auch ökologischen und sozialen Kriterien entsprechen.
Audits und interne Kontrollen
Die internen Geschäftspraktiken werden regelmässig überwacht und auditiert, um sicherzustellen, dass sie die ethischen Standards und Governance-Richtlinien erfüllen. Neben aller Regeltreue bewahrt die Unternehmensgruppe eine Kultur der Anpassungsfähigkeit und Flexibilität, um schnell auf Marktentwicklungen, veränderte soziale Normen und neue Gesetze reagieren zu können.
Im Berichtsjahr führte die naturenergie Gruppe mehrere interne und externe Audits (ISO 27001, 9001, 14001, 22301 etc.) durch, um gute Corporate Governance sicherzustellen. Audits für ISO 27001, ISO 9001 und ISO 22301 fanden in Teilen der Gruppe statt, während ISO 14001 bzw. EMAS-Audits in der gesamten Unternehmensgruppe durchgeführt wurden. Ausgenommen von diesen Audits waren die Beteiligungen studer söhne holding AG und Energieversorgung Südbaar GmbH & Co. KG.
Im Berichtsjahr hat die Unternehmensgruppe transparente und effektive Governance-Strukturen weiterentwickelt. Sie schliessen Kontrollmechanismen ein, um sicherzustellen, dass die Vorgaben eingehalten werden. Im Jahr 2025 gab es zum dritten Mal eine Überprüfung im Bereich der Sorgfalts- und Berichterstattungspflichten zu nichtfinanziellen Aspekten, Mineralien und Metallen aus Konfliktgebieten und Kinderarbeit gemäss Art. 964a ff. Obligationenrecht. Wie bereits im Vorjahr wurde festgestellt, dass die Unternehmensgruppe hiervon nicht betroffen ist.
Regionale Partnerin
Die Unternehmensgruppe versteht sich nicht nur als Erzeugerin und Lieferantin von Energie, sondern vor allem als regionale Partnerin der Kommunen für alle Energiethemen. Als sachkundige Partnerin steht die naturenergie netze GmbH Kommunen und Zweckverbänden neben dem Thema Stromversorgung auch beim Thema Breitbandausbau oder netznahen Dienstleistungen zur Verfügung.
Gesetzestreue ist die Grundlage der Geschäftstätigkeit der naturenergie Gruppe und die Basis aller Stakeholder-Beziehungen. Die naturenergie Gruppe befolgt bei der Wartung oder Modernisierung von Bestandsanlagen und bei der Umsetzung neuer Projekte gesetzliche Vorgaben. Dabei bezieht sie die zuständigen Behörden und Stakeholder mit ein. Das Unternehmen erfüllt insbesondere Energiegesetze ebenso wie Umwelt- und Sozialstandards. Dies ist durch gesetzliche Compliance-Vorgaben und den freiwilligen Verhaltenskodex des Unternehmens sichergestellt.
Auf der kommunalen Ebene pflegt die Kommunalbetreuung der Unternehmensgruppe die Beziehung und den regelmässigen Austausch mit den Gemeinden. Persönlich vor Ort, per Online-Newsletter oder bei den für deutsche Kommunen halbjährlich stattfindenden Sitzungen des Kommunalen Beirats wird über wichtige Themen aus der Energiebranche informiert und es werden neue Impulse eingeholt. Die Unternehmensgruppe ist Gründungsmitglied des Klimabeirats von Rheinfelden, der seit dem Jahr 2022 besteht. Der Klimabeirat dient dem Austausch mit der Stadt Rheinfelden, den ortsansässigen Unternehmen sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Auch das Beteiligungsprogramm «naturenergie vernetzt», bei dem sich Gemeinden am Netzgeschäft beteiligen und die Energiewende mitgestalten können, trägt zum Austausch mit Stakeholdern bei.
Die Gemeinden wünschen sich in Zeiten der Rekommunalisierung bei der Vergabe der Konzessionen mehr Einfluss auf das Stromnetz. Die Unternehmensgruppe reagiert darauf mit verschiedenen Angeboten wie Beteiligungs- oder Pachtmodellen.
Lobbyarbeit für Energie- und Wasserwirtschaft
Die Lobbyarbeit der naturenergie Gruppe konzentriert sich vor allem auf die Themen Energie- und Wasserwirtschaft. Im Mittelpunkt stehen die Energiewende, eine nachhaltige Energieversorgung und die CO₂-Reduktion. Für die Politik sind nachhaltige Energie- und Wärmeversorgung sowie der Netzausbau zentrale Themen der Daseinsvorsorge. Die naturenergie Gruppe ist in diesen Bereichen eine wichtige Diskussionspartnerin für die Mandatsträgerinnen und -träger. Damit erfüllt sie eine verantwortungsvolle Aufgabe.
Die naturenergie Gruppe berichtet transparent über politische Einflussnahme und Lobbytätigkeiten, unter anderem durch Eintragungen im Lobbyregister (Deutschland). Ein solches Register existiert in der Schweiz nicht. Der Verwaltungsrat überwacht die Lobbyarbeit und eine mögliche politische Einflussnahme. Die naturenergie holding AG leistet keinerlei direkte Spenden an Politikerinnen und Politiker, Parteien oder politische Institutionen. Allerdings gehören Mandatsträger oftmals Vereinen an, die vom Sponsoring der naturenergie holding AG profitieren.
Bei der naturenergie holding AG gelten strenge Compliance- und Sponsoringregelungen, die auch für die Lobbyarbeit gelten. Sponsoring- oder Anzeigenanfragen aller etablierten Parteien werden nach den gleichen Kriterien geprüft. Sponsoringraten werden vertraglich dokumentiert und sind an eine Gegenleistung gebunden, beispielsweise erscheint das naturenergie Logo auf der Sponsorentafel.
Insgesamt ist die Unternehmensgruppe 2025 indirekt oder direkt in diversen Verbänden oder Organisationen als Mitglied oder in begleitender Funktion vertreten, u. a.:
- Industrie- und Handelskammern
- Bundesverbände (z. B. Wärmepumpe e. V., Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft)
- Innungen
- Fördervereine und -kreise, Fördergesellschaften und Freundeskreise
- Gewerbeverbände und -vereine
- Netzwerke und Foren
- Verbände (Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen [VSE]), swissolar, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, VfEW Verband für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg e. V.)
- Vereine
- Vereinigungen (z. B. Vereinigung Schweizerischer Unternehmen in Deutschland [VSUD])
- Wissenschaft, Forschung und Bildung, Thinktanks
- Wirtschaftsverbände und -förderungen, Wettbewerbszentralen und Genossenschaften
Kennzahlen
Externe Stakeholder wie Aktionärinnen und Aktionäre, Kundinnen und Kunden, Lieferanten und die Gesellschaft haben Einfluss auf Unternehmensethik und Governance bei der Unternehmensgruppe, indem sie die Einhaltung der Compliance-Kriterien einfordern. Das Ziel, eine starke, im gesamten Unternehmen verankerte Ethik- und Compliance-Kultur zu etablieren, wird kontinuierlich weiterverfolgt. Ethische Werte sollen täglich gelebt und von allen Mitarbeitenden verstanden und angewendet werden.
Durch den Verhaltenskodex, die Richtlinie zum Umgang mit Geschenken, Einladungen und Bewirtungen und regelmässige Sensibilisierungsmassnahmen kann die Unternehmensgruppe das Korruptionsrisiko reduzieren. Im Berichtszeitraum gab es keine Korruptionsfälle. Bei den in das Compliance-Management-System der naturenergie holding AG eingebundenen Gesellschaften gab es im Berichtsjahr einen wesentlichen Verstoss gegen Gesetze und Vorschriften. Die Beteiligungen tritec AG, enalpin AG, naturenergie systeme GmbH und Energieversorgung Südbaar GmbH & Co. KG verzeichneten während des Berichtszeitraums dagegen keine wesentlichen Verstösse gegen Gesetze und Vorschriften.
Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance
Mehr Informationen hier.
Online ↗
Statuten der naturenergie holding AG
Online ↗
Zertifikate und Siegel
Alles auf einen Blick.
Online ↗
GRI-Index
Die naturenergie holding AG hat in Übereinstimmung mit den GRI-Standards für den Zeitraum 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025 berichtet. Für den Content Index – Essentials Service hat GRI-Services sichergestellt, dass der GRI-Index in einer Weise dargestellt wird, die den Anforderungen an die Berichterstattung gemäss den GRI-Standards entspricht, und dass die Informationen im GRI-Index übersichtlich dargestellt und für die Stakeholder zugänglich sind. Diese Dienstleistung wurde für die deutsche Version des Berichts erbracht.
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung erfolgt in einem jährlichen Turnus. Der vorliegende Bericht für das Geschäftsjahr 2025 wurde am 2. März 2026 publiziert.
| Verwendeter GRI 1 | GRI 1: Grundlagen 2021 |
|
Anwendbarer GRI-Branchenstandard |
Keiner |
Allgemeine Angaben
| GRI-Standard / andere Quelle | Angabe |
Verweis / Information |
Auslassung (Anforderung (A), Grund (G), Erklärung (E)) |
|
| 1. | Die Organisation und ihre Berichterstattungspraktiken | |||
| GRI 2: Allgemeine Angaben 2021 | 2-1 | Organisationsprofil | S. 6, S. 109–110, S. 192 | |
| 2-2 |
Entitäten, die in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Organisation berücksichtigt werden |
S. 39, S. 41 | ||
| 2-3 | Berichtszeitraum, Berichtshäufigkeit und Kontaktstelle | S. 101, S. 192 | ||
| 2-4 | Richtigstellung oder Neudarstellung von Informationen | Rückwirkende Korrektur von Kennzahlen in den Bereichen Umwelt und Arbeitssicherheit: S. 61 und S. 83 | ||
| 2-5 | Externe Prüfung | Keine externe Prüfung | ||
| 2. | Tätigkeiten und Mitarbeitende | |||
| GRI 2: Allgemeine Angaben 2021 | 2-6 |
Aktivitäten, Wertschöpfungskette und andere Geschäftsbeziehungen |
Branche: S. 13 Bediente Märkte: S. 6 Produkte bzw. Dienstleistungen: S. 92–93 Wertschöpfungskette: S. 11–12 |
|
| 2-7 | Angestellte | S. 80 | ||
| 2-8 | Mitarbeiter:innen, die keine Angestellten sind | S. 80 | ||
| 3. | Unternehmensführung | |||
| GRI 2: Allgemeine Angaben 2021 | 2-9 | Führungsstruktur und Zusammensetzung | S. 111–115 | |
| 2-10 | Nominierung und Auswahl des höchsten Kontrollorgans | S. 111 | ||
| 2-11 | Vorsitzende:r des höchsten Kontrollorgans | S. 111–112 | ||
| 2-12 |
Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Beaufsichtigung der Bewältigung der Auswirkungen |
S. 39–40, S. 117 | ||
| 2-13 |
Delegation der Verantwortung für das Management der Auswirkungen |
S. 40 | ||
| 2-14 |
Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung |
S. 39–40 | ||
| 2-15 | Interessenkonflikte | S. 111 | ||
| 2-16 | Übermittlung kritischer Anliegen | S. 40 | ||
| GRI 2: Allgemeine Angaben 2021 | 2-17 | Gesammeltes Wissen des höchsten Kontrollorgans |
S. 111–115 Im Juli 2024 nahmen die Geschäftsleitung sowie fünf Mitglieder des Verwaltungsrats an einer Schulung zum Thema ESG teil. |
|
| 2-18 | Bewertung der Leistung des höchsten Kontrollorgans | S. 128 | ||
| 2-19 | Vergütungspolitik |
S. 125–128 Nachhaltigkeitsaspekte wurden bislang noch nicht in die Vergütungspolitik einbezogen. |
||
| 2-20 | Verfahren zur Festlegung der Vergütung | S. 125–128 | ||
| 2-21 | Verhältnis der Jahresgesamtvergütung | S. 82 | ||
| 4. | Strategie, Richtlinien und Praktiken | |||
| GRI 2: Allgemeine Angaben 2021 | 2-22 | Anwendungserklärung zur Strategie für nachhaltige Entwicklung | S. 7–10 | |
| 2-23 | Verpflichtungserklärung zu Grundsätzen und Handlungsweisen | S. 40–41, S. 43, S. 51, S. 84–85, S. 97–98 | ||
| 2-24 | Einbeziehung der Verpflichtungserklärungen zu Grundsätzen und Handlungsweisen | S. 40–41, S. 43, S. 51, S. 84–85, S. 97–98 | ||
| 2-25 | Verfahren zur Beseitigung negativer Auswirkungen | S. 40–41, S. 43, S. 51, S. 84–85, S. 97–98 | ||
| 2-26 | Verfahren für die Einholung von Ratschlägen und die Meldung von Anliegen | S. 86, S. 88, S. 94, S. 98–99 | ||
| 2-27 | Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen | S. 100 | ||
| 2-28 | Mitgliedschaft in Verbänden und Interessengruppen | S. 100 | ||
| 5. | Einbindung von Stakeholdern | |||
| GRI 2: Allgemeine Angaben 2021 | 2-29 | Ansatz für die Einbindung von Stakeholdern | S. 44, S. 87–88 | |
| 2-30 | Tarifverträge | S. 80 | ||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-1 | Verfahren zur Bestimmung wesentlicher Themen | S. 44–45 | |
| 3-2 | Liste der wesentlichen Themen | S. 45 | ||
Wesentliche Themen
| GRI-Standard / andere Quelle | Angabe |
Verweis / Information |
Auslassung (Anforderung (A), Grund (G), Erklärung (E)) |
|
| Wesentliche Themen im Bereich Wirtschaft | ||||
| Vorausschauende Unternehmensführung | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 11–12 | |
| GRI 201: Wirtschaftliche Leistung 2016 | 201-1 | Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert | S. 133 | |
| Zuverlässige Stromversorgung | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen |
S. 90–91, S. 93–95 |
|
| GRI G4 Electric Utilities Sector Disclosures | EU1 | Installierte Kapazität | S. 95 | |
| EU2 | Nettoenergieproduktion | S. 95 | ||
| EU4 | Länge der Übertragungs- und Verteilnetze | S. 95 | ||
| EU12 | Übertragungs- und Verteilverluste | S. 95 | ||
| EU-branchenspezifischer Aspekt: Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit | S. 95 | |||
| Innovative Produkte und Digitalisierung | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 30–31, S. 57 | |
| Marketing und Produktkennzeichnung | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 90–94 | |
|
GRI 417: Marketing und Kennzeichnung 2016 |
417-1 |
Anforderungen für die Produkt- und Dienstleistungsinformationen und Kennzeichnung |
S. 92–93 | |
| Wesentliche Themen im Bereich Umwelt | ||||
| Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 47–60 | |
| GRI 201: Wirtschaftliche Leistung 2016 | 201-2 | Finanzielle Folgen des Klimawandels für die Organisation und andere mit dem Klimawandel verbundene Risiken und Chancen | S. 49 | |
| GRI 305: Emissionen 2016 | 305-1 | Direkte THG-Emissionen (Scope 1) | S. 63 | |
| 305-2 | Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2) | S. 63 | ||
| 305-3 | Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3) | S. 59–60, S. 63 | ||
| GRI G4 Electric Utilities Sector Disclosures | EU G4-EN15 Direkte CO2e pro MWh produziertem Strom | S. 62 | ||
| EU G4-EN16 Indirekte CO₂e pro MWh produziertem Strom | S. 62 | |||
| Umwelt- und Energiemanagement | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen |
S. 47, S. 51–53, S. 63 |
|
| GRI 302: Energie 2016 | 302-1 | Energieverbrauch innerhalb der Organisation | S. 63 | |
| 302-4 | Verringerung des Energieverbrauchs | S. 52–53 | ||
| 302-5 | Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen | S. 55–58 | ||
|
Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung und Gestaltung der Energiewende |
||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen |
S. 48, S. 53–57 |
|
| Biodiversität und Landnutzung | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 64–68 | |
| GRI 101: Biodiversität 2024 | 101-1 |
Richtlinien zum Stoppen und Umkehren des Verlusts der Biodiversität |
S. 65 | |
| 101-2 | Management der Auswirkungen auf die Biodiversität | S. 65–68 | ||
| 101-4 | Identifizierung der Auswirkungen auf die Biodiversität | S. 68 | ||
| 101-5 | Standorte mit Auswirkungen auf die Biodiversität | S. 68 |
A: 101-5b. und 101-5d. G: Informationen nicht verfügbar/unvollständig E: Die detaillierten standortbezogenen Informationen liegen nur teilweise vor. Die künftige Erweiterung wird geprüft und ist geplant. |
|
| Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 69–71 | |
| GRI 306: Abfall 2020 | 306-5 | Zur Entsorgung weitergeleiteter Abfall | S. 71 | |
| Wesentliche Themen im Bereich Soziales | ||||
| Attraktive Arbeitgeberin | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 73–81 | |
| GRI 401: Beschäftigung 2016 | 401-1 | Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation | S. 80 | |
| 401-2 | Betriebliche Leistungen, die nur vollzeitbeschäftigten Angestellten, nicht aber Zeitarbeitnehmern oder teilzeitbeschäftigten Angestellten angeboten werden | S. 75 | ||
|
GRI 404: Aus- und Weiterbildung 2016 |
404-1 |
Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestellten |
S. 82 | |
| 404-2 |
Programme zur Verbesserung der Kompetenzen der Angestellten und zur Übergangshilfe |
S. 76–77 | ||
| 404-3 | Prozentsatz der Angestellten, die eine regelmässige Beurteilung ihrer Leistung und ihrer Karriereentwicklung erhalten | S. 76 | ||
| GRI G4 Electric Utilities Sector Disclosures | EU G4-LA1 Durchschnittliche Anstellungsdauer von austretenden Mitarbeitenden | S. 81 | ||
| EU15 Mitarbeitende, die innerhalb der nächsten 5–10 Jahre pensioniert werden | S. 81 | |||
| Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 78–80, S. 83 | |
| GRI 403: Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz 2018 | 403-1 | Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz | S. 78–79 | |
| 403-2 | Gefahrenidentifizierung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen | S. 78–79 | ||
| 403-3 | Arbeitsmedizinische Dienste | S. 79 | ||
| 403-4 | Mitarbeiterbeteiligung, Konsultation und Kommunikation zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz | S. 78–79 | ||
| 403-5 | Mitarbeiterschulungen zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz | S. 78–79 | ||
| 403-6 | Förderung der Gesundheit der Mitarbeitenden | S. 78–79 | ||
| 403-7 | Vermeidung und Abmilderung von direkt mit Geschäftsbeziehungen verbundenen Auswirkungen auf die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz | S. 78–79 | ||
| 403-8 |
Mitarbeitende, die von einem Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz abgedeckt sind |
S. 78 | ||
| 403-9 | Arbeitsbedingte Verletzungen |
S. 80, S. 83 |
||
| 403-10 | Arbeitsbedingte Erkrankungen | S. 83 | ||
| Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen |
S. 73–74, S. 77–78, S. 82–83 |
|
| GRI 401: Beschäftigung 2016 | 401-3 | Elternzeit | S. 82 | |
|
GRI 405: Diversität und Chancen- gleichheit 2016 |
405-1 |
Diversität in Kontrollorganen und unter Angestellten zur Vergütung von Männern |
S. 82 | |
| GRI 406: Nichtdiskriminierung 2016 | 406-1 | Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemassnahmen | S. 83 | |
| Kundenzufriedenheit und -bindung | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 90–94 | |
| GRI G4 Electric Utilities Sector Disclosures | EU3 | Anzahl Privat-, Geschäfts- und Institutionskunden | S. 95 | |
| Regionale Verankerung und Dialog mit Interessengruppen | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 87–89 | |
|
GRI 203: Indirekte ökonomische Auswirkungen 2016 |
203-1 | Investitionen in Infrastrukturprojekte | S. 88–89 | |
| Wesentliche Themen im Bereich Governance | ||||
| Compliance | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 97–100 | |
| GRI 205: Antikorruption 2016 | 205-2 |
Kommunikation und Schulungen zu Richtlinien und Verfahren zur Korruptionsbekämpfung |
S. 99 | |
| 205-3 | Bestätigte Korruptionsvorfälle und ergriffene Massnahmen | S. 100 | ||
| Governance und ethische Geschäftsführung | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen | S. 97–100 | |
| Verantwortung in der Lieferkette (inkl. Achtung der Menschenrechte) | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen |
S. 41–42, S. 84–86 |
|
|
GRI 308: Umweltbewertung der Lieferanten 2016 |
308-1 | Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden | S. 85 | |
|
GRI 414: Soziale Bewertung der Lieferanten 2016 |
414-1 | Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien überprüft wurden | S. 85 | |
| Datenschutz und Informationssicherheit | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen |
S. 91, S. 93–94 |
|
| GRI 418: Schutz der Kundendaten 2016 | 418-1 |
Begründete Beschwerden in Bezug auf die Verletzung des Schutzes von Kundendaten und den Verlust von Kundendaten |
S. 94 | |
| Teilnahme am politischen Dialog | ||||
| GRI 3: Wesentliche Themen 2021 | 3-3 | Management von wesentlichen Themen |
S. 97, S. 100 |
|
| GRI 415: Politische Einflussnahme 2016 | 415-1 | Parteispenden | S. 100 | |
Referenztabelle zur Klimaberichterstattung
Im Jahr 2024 hat die naturenergie holding AG erstmals eine Klimaberichterstattung in Anlehnung an die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) veröffentlicht. Der Klimabericht wird neben dem PDF-Format auch in elektronisch lesbarem XBRL-Format auf folgender Website veröffentlicht.
| Hauptkategorien | Referenzierte Kapitel | Seitenzahl |
| Governance | ||
| Rolle des Verwaltungsrats | ESG-Governance | S. 39–41 |
| Rolle des Managements | ESG-Governance | S. 39–41 |
| Strategie | ||
| Identifizierung klimabezogener Risiken und Chancen |
Klima Methodik zur Identifizierung und Bewertung der Chancen und Risiken |
S. 48–49 S. 43 |
| Auswirkungen klimabezogener Risiken und Chancen |
Klima Methodik zur Identifizierung und Bewertung der Chancen und Risiken |
S. 48–49 S. 43 |
| Resilienz der Unternehmensstrategie unter Berücksichtigung von Szenarien |
Klima Methodik zur Identifizierung und Bewertung der Chancen und Risiken |
S. 48–49 S. 43 |
| Risikomanagement | ||
| Prozesse zur Identifizierung und Bewertung klimabezogener Risiken |
Chancen- und Risikomanagementprozess Klima |
S. 42 S. 48–49 |
| Prozesse zur Steuerung klimabezogener Risiken | Chancen- und Risikomanagementprozess | S. 42 |
| Beschreibung, wie Integration der Prozesse in das allgemeine Risikomanagement |
Integriertes Chancen- und Risikomanagement Chancen- und Risikomanagementprozess Methodik zur Identifizierung und Bewertung der Chancen und Risiken |
S. 42 S. 42 S. 43 |
| Metriken und Ziele | ||
| Kennzahlen zur Bewertung klimabezogener Risiken und Chancen |
TOP-ESG KPIs Eigene Treibhausgasbilanz |
S. 38 S. 63 |
|
Scope 1-, Scope 2- und ggf. Scope 3-Treibhausgas(THG)- Emissionen |
Eigene Treibhausgasbilanz | S. 63 |
| Ziele |
TOP-ESG KPIs Strategie und Klimatransitionsplan |
S. 38 S. 51 |
OR-964-Referenztabelle
Die in der OR-964-Referenztabelle referenzierten Kapitel enthalten die Berichterstattung über die nichtfinanziellen Belange gemäss Art. 964b des schweizerischen Obligationenrechts. Die Berichterstattung über Klimabelange ist in der separaten Referenztabelle zur Klimaberichterstattung auf S. 106 referenziert. Der Bericht ist als eigenständiger Bericht auf der Website veröffentlicht.
| Anforderungen des Art. 964b OR | Referenzierte Kapitel | Seitenzahl |
| Allgemeine Informationen | ||
| Geschäftsmodell | ||
|
Unternehmensgruppe Integrierte Wertschöpfung Die drei strategischen Säulen der Gruppe |
S. 6 S. 11–12 S. 13 |
|
|
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Strategie |
S. 44–45 S. 43–44 |
|
| Risikomanagement |
Integriertes Chancen- und RIsikomanagement Chancen- und Risikomanagementprozess |
S. 42 S. 42 |
| Nichtfinanzielle Belange | ||
| Umweltbelange inkl. CO2-Ziele |
Energie und Klimawandel Biologische Vielfalt und Ökosysteme Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft |
S. 47–63 S. 64–68 S. 69–71 |
| Sozialbelange |
Betroffene Gemeinschaften Verbraucher und Endnutzer |
S. 87–89 S. 90–95 |
| Arbeitnehmerbelange | Eigene Belegschaft | S. 73–83 |
| Achtung der Menschenrechte |
Sorgfaltsprüfung Eigene Belegschaft Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette |
S. 41–42 S. 74 S. 84–86 |
| Bekämpfung der Korruption | Unternehmenspolitik | S. 97–100 |